Nach der roten Karte für Parteien - wie geht es nun für diese weiter im Wirtshaus am Sportplatz?

Die Vereinsführung des TSV Gersthofen entscheidet künftig darüber, ob hier noch Parteien rein dürfen
Nach der roten Karte für Parteien - wie geht es nun für diese weiter im Wirtshaus am Sportplatz?

Das Wirtshaus am Sportplatz in Gersthofen bietet mit seinen Gasträumen und seinem Biergarten eine breite Palette von Nutzungsmöglichkeiten: Die Gäste kommen zum Essen und Trinken, zum Stammtisch oder zum Fernsehen auf einem besonders breiten Monitor, wenn Bundesliga- oder Champions League - Fußballspiele stattfinden. Auch Veranstalter von Versammlungen oder Feiern buchen gern das Wirtshaus am Sportplatz, da sie zwischen Räumlichkeiten verschiedener Größe auswählen können. So haben neben dem Verpächter TSV Gersthofen im Laufe der Jahre eine Reihe von Firmen, Privatpersonen, Vereinen und Parteien im Wirtshaus am Sportplatz für ihre Stammtische oder zur Durchführung größerer Veranstaltungen eine Heimat gefunden. Für Parteien soll‘s damit ab 2020 vorbei sein. Wie kam es dazu?
Die Gäste erwarten sich vom Gastwirt eine hinlängliche Gleichbehandlung. Diesen Grundsatz verfolgte auch der Pächter des Wirtshaus am Sportplatz, Jürgen Bouska, als die Alternative für Deutschland (AfD) bei ihm vorstellig wurde und eine Versammlung in seinem Lokal abhalten wollte. Nach der Devise „gleiches Recht für alle“ sagte er der AfD zu. Von da an nutzte diese Partei die TSV-Gaststätte mehrfach als Veranstaltungsort. Das passte wiederum etlichen Gästen, aber auch der TSV-Vereinsführung nicht, zumal der Bayerische Landessportverband (BLSV) sich mit folgender Stellungnahme in aller Deutlichkeit von den Inhalten der AfD distanziert hatte: „In unseren Sportvereinen werden Werte wie Toleranz und gegenseitiger Respekt tagtäglich gelebt – Ausgrenzung, Rassismus und Diskriminierung haben im BLSV keinen Platz“. Auch hat der BLSV seinen Funktionsträgern untersagt, an offiziellen Veranstaltungen der AfD teilzunehmen.
Die Vereinsführung des TSV wurde bei ihrem Pächter vorstellig und ersuchte ihn, sein Lokal der AfD nicht mehr zur Verfügung zu stellen. Aus Gleichbehandlungsgründen reagierte Jürgen Bouska mit der roten Karte und einem generellen Platzverweis für alle Parteien. Das bedeutet, wenn sich daran nichts mehr ändert –, dass sich die Parteien für den Kommunalwahlkampf eine andere Gaststätte suchen müssen.
Inzwischen scheint man sich zu folgender Lösung durchgerungen zu haben: Möchte eine Partei einen Nebenraum der Gaststätte nutzen, kann sie bei der TSV-Vereinsführung einen Antrag auf Genehmigung stellen und diese entscheidet, ob dem stattgegeben wird. Damit können alle Beteiligten das Gesicht wahren und die Vereinsführung wird wohl in Übereinstimmung mit ihrem Dachverband dafür sorgen, dass die AfD draußen bleibt.
                                                                                                                            Manfred Link
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