Neuer Hubschrauberlandeplatz macht den Weg frei

Pfarrer Max Ziegler und Pfarrerin Ulrike Berlin segneten im Kreise der Ehrengäste den neuen Hubschrauber-Landeplatz am BKH Günzburg.
 
Vorstandsvorsitzender Thomas Düll (von links), Werkleiter Wilhelm Wilhelm und Tobias Hupfauer, Kommandant der Werkfeuerwehr (verdeckt), schauten sich die Technik und die Notfallausrüstung an, die in einem eigenen Container am Rande des Landeplatzes untergebracht sind.
Günzburg: Bezirkskrankenhaus | Einrichtung ermöglicht Baustart für Jahrhundertprojekt des BKH Günzburg und sichert optimale Versorgung von Patienten für Neurologie und Neurochirurgie.

Das Bezirkskrankenhaus (BKH) Günzburg hat einen neuen Hubschrauberlandeplatz in Betrieb genommen. Der Bau der knapp 200 Meter langen und 22 Meter breiten Anlage hat eineinhalb Jahre gedauert und 770.000 Euro gekostet. Die Einrichtung ist für die medizinische Versorgung der Menschen im Landkreis Günzburg und auch weit darüber hinaus bedeutsam. Über den Luftweg werden schwerkranke Patienten schnell und schonend in die Neurochirurgie und in die Neurologie (beide gehören zum BKH) oder in die benachbarte Kreisklinik Günzburg gebracht. Der Landeplatz ist flugsicherheitstechnisch auf dem neuestem Stand und kann Tag und Nacht angeflogen werden. Zwischen 100 und 120 Mal pro Jahr landet der Rettungshubschrauber hier.
Der alte Landeplatz auf dem BKH-Areal musste aus zwei Gründen verlegt werden: Erstens wäre er spätestens in zwei Jahren dem Neubau der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Günzburg im Weg gestanden. Er liegt nämlich im Baufeld, erläuterte Thomas Düll, Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken Schwaben, bei der Einweihungsfeier. Zweitens hätten die Bezirkskliniken als Bauherr aus Sicherheitsgründen schon jetzt keine Kräne aufstellen dürfen, was dazu geführt hätte, dass das Jahrhundertprojekt am BKH nicht hätte starten dürfen. Da der neue Landeplatz im Süden des Klinikareals aber seit Mai angeflogen werden darf, haben weiter nördlich die Aushubarbeiten für den ersten Abschnitt des 90-Millionen-Euro-Projekts bereits begonnen: Für den Neubau eines Casinos mit Speiseversorgung inklusive Mehrzweckhalle müssen insgesamt 750 Lastwagen-Ladungen voller Aushubmaterial abtransportiert werden.
Rettungshubschrauber aus Ulm, Augsburg, Kempten und München bringen schwerkranke Patienten nach Günzburg: Menschen, die beispielsweise ein Schädel-Hirn-Trauma oder eine Hirnblutung erlitten haben oder spinale Notfälle. Diese werden umgehend in einem der vier OP-Säle der Neurochirurgischen Klinik für die Uni Ulm am BKH Günzburg behandelt. Unter ihrem Dach befindet sich europaweit einer der modernsten Operationssäle für Eingriffe am Gehirn – die sogenannte BrainSuite iMRI mit intraoperativem Monitoring.
Immer mehr an Bedeutung gewinnt die Behandlung von Schlaganfallpatienten durch Thrombektomie in Günzburg – eine „Revolution in der Medizin“, wie Fachleute sagen. Durch das operative Entfernen von Verschlüssen (Blutgerinnseln) in Hirnarterien mittels Katheter haben Patienten nicht nur sehr gute Chancen zu überleben, sie können sogar nach wenigen Tagen wieder entlassen werden. Eine wirkungsvolle Methode, die bundesweit erst bei knapp drei Prozent der Betroffenen angewendet wird, in der Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation am BKH Günzburg dagegen schon bei 13 Prozent der Patienten mit Schlaganfällen. Da es zunehmend bekannter wird, dass am BKH Fachleute für innovative Behandlungsmethoden sitzen, werden Schwerkranke aus ganz Schwaben inzwischen häufig per Hubschrauber nach Günzburg verlegt – Tendenz steigend.
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