Premiere am Gaswerk: Brechtbühne im Ofenhaus eröffnet

Im ehemaligen Ofenhaus auf dem Gaswerk-Areal wird in den kommenden Jahren ein Teil des Theaters untergebracht sein. Nach dem Umzug zurück werden die Stadtwerke die Räume weiter verwenden oder vermieten. Foto: Laura Türk

Nach zwei Jahren Bauzeit ist es soweit: Am Samstag findet die erste Aufführung auf der neuen Brechtbühne im Gaswerk statt. Gearbeitet wurde dort noch bis zuletzt: Während einer Presseführung durch das Gebäude am Freitag wurde der Gastrobereich noch eifrig eingeräumt und sauber gemacht für die feierliche Eröffnung am Abend.

Das Schild, das den Eingang nun stolz mit dem Schriftzug "Ofenhaus - Brechtbühne im Gaswerk" ziert, gab es vor der rund zweistündigen Führung noch nicht zu bewundern. Und auch auf die Brechtbühne selbst konnten die Journalisten noch keinen Blick erhaschen - denn dort probten die Schauspieler fleißig für die Premiere des Stücks "Europe Central".

Möglichst viele Elemente der alten Brechtbühne sollten im Ofenhaus wiederverwertet werden. So befinden sich im Theater dieselben Sitze - wenn auch nicht alle, da der neue Saal etwas schmäler ist. Auch die meiste Technik kann weiterverwendet werden. Die neue Brechtbühne hat eine Besucherkapazität von 219 Sitzplätzen, 21 weniger als in der Bühne am Kennedy-Platz.

In das ehemalige Ofenhaus werden bis zum Umzug zurück ins Große Haus auch weitere Teile des Theaters ausgelagert. So befinden sich dort nun Werkstätten, Malraum, Schlosserei, Räume für die Verwaltung sowie eine Probebühne und ein Ballettsaal. Mit der Eröffnung des Ofenhauses seien nun alle Interimsbaustellen abgeschlossen, so Kulturreferent Thomas Weitzel während der Führung durch das Gebäude. "Auch der Martini-Park steht - damit sind alle Sparten des Theaters gut untergebracht."

"Das Theater hat sich insgesamt verkleinert", sagte Stefan Schleifer, Projektleiter im Kulturreferat. "Aber es hat sich auch viel verbessert." Viele Mitarbeiter könnten nun etwa zum ersten Mal im Tageslicht oder in ebenerdigen Räumen arbeiten. Auch der Probensaal für das Ballett ist etwa doppelt so groß wie bisher.

Wenn das Große Haus des Staatstheaters seinen Betrieb wieder aufnimmt, werden die Werkstätten noch eine Weile im Gaswerk bleiben müssen. Doch auch diese sind deutlich kleiner als bisher. "Das wird schon eine Herausforderung sein", meinte Weitzel. Der sichtbare Bühnenbereich im Großen Haus beträgt vierzehn auf sieben Meter - diese Dimension sei im Ofenhaus schlichtweg nicht darstellbar. "Das Theater ist da kreativ", so Weitzel. "Aber auf lange Frist würde das nicht funktionieren".

Die neuen Räume für Künstler, die ursprünglich Ateliers im Kulturpark West gemietet hatten, sind im Ofenhaus nun ebenfalls teilweise fertiggestellt. Weitere Räume sollen im ehemaligen Reinigerhaus und dem Sozialgebäude auf dem Gaswerk-Areal entstehen.
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