So jung und schon Klimaschützer

Die glücklichen neuen Botschafter für Klimagerechtigkeit
 
Mit Eifer pflanzen die Kinder Bäume in Töpfe
So jung und schon Klimaschützer
Weitere Schulkinder werden von der Plant for the Planet-Akademie in Gersthofen zu Klimabotschaftern ernannt

Im Januar 2007 hielt der damals neunjährige Felix Finkbeiner in der vierten Klasse der Internationalen Schule München ein Referat über den Klimawandel. Er machte darin den Vorschlag, dass Kinder in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen sollten, um der drohenden Klimakatastrophe Herr zu werden. Selbst ging der Schüler mit gutem Beispiel voran, pflanzte einen Baum und gründete das Projekt Plant-for-the–Planet. Geholfen hat ihm dabei sein Vater, der als Mitglied des Club of Rome schon zeitig mit den Grenzen eines immerwährenden Wirtschaftswachstums, des damit verbundenen exorbitanten Ressourcenverbrauchs und dem bereits eingetretenen Klimawandel vertraut war.
Das Projekt Plant-for-the-Planet entwickelte sich in den Folgejahren rasant. Etwa 130 Mitarbeitern und über 70.000 Mitglieder sind derzeit in der Organisation erfasst, die jedoch hauptsächlich von sehr vielen freiwilligen Kindern getragen wird. Etwa 14 Milliarden Bäume haben sie weltweit schon gepflanzt. In Akademien bilden sich die Kinder gegenseitig zu „Botschaftern für Klimagerechtigkeit“ aus („Kinder lernen von Kindern“).
Am 30. November lud die Akademie 70 Kinder von Gersthofer Schulen zu einer ganztägigen Veranstaltung in die Internationale Schule Augsburg ein. Das Programm war vielfältig: Ein Vortrag zum Thema „Jetzt retten wir Kinder die Welt“, ein Weltspiel „Wir erleben Verteilungsgerechtigkeit und Weltbürgertum“, Gruppenarbeit zum Rhetorik-Training und „Wir planen erste eigene Projekte“!
Zwei Höhepunkte fanden am Nachmittag statt: Ein gemeinsames Baumpflanzen und die Präsentation der erarbeiteten Pläne für die eingeladenen Eltern und Gäste. Das Einpflanzen der 30 – vorwiegend - Obstbäume wurde in einer Halle in der Beethovenstraße durchgeführt. Wegen des bevorstehenden Winters mussten die Kinder die Bäume in Tröge pflanzen und im Frühjahr werden sie dann im Stadtgebiet von Gersthofen verteilt. Die Lautstärke, mit der die jungen Klimaschützer die Aktion begleiteten, lieferte den akustischen Beweis dafür, dass unser Nachwuchs die Initiative „Plant-for-the–Planet“ offenbar cool findet.
Bei der abschließenden Präsentation ihrer Ideen und Pläne zum Klimaschutz konnten die Zuhörer sich ein Bild davon machen, dass die Kinder fleißig gearbeitet und brauchbare Vorschläge entwickelt haben. Sehr erfreulich – und das muss so mancher Mama zu denken geben - war folgende Anregung: Bitte bringt uns nicht mit dem Auto zur Schule, sondern lasst uns mit dem Fahrrad dorthin fahren oder zu Fuß gehen. Dafür gab’s Sonderbeifall von den Zuhörern. Alle Arbeitsgruppen schlugen vor, den Verkauf des Produktes „Die gute Schokolade“ zu fördern, denn dieses bereits mehrfach ausgezeichnete Produkt verspricht, dass für jeweils fünf verkaufte Tafeln ein Baum gepflanzt wird. Auf jeder Tafel ist vermerkt: 20 % für neue Bäume, 18 % für das Klima, 17 % für den Weg zu dir, 21 % für fairen Handel, 10 % für die Zukunft und 14 % für Milch aus der Region. Der Genuss jeder Tafel fair und klimafreundlich hergestellter Plant-for-the-Planet-Schokolade soll dem Käufer einen Genuss ohne Reue nahelegen.
Bleibt noch anzumerken, dass als Ergebnis der eintägigen Veranstaltung die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler eine Urkunde als neue Botschafter für Klimagerechtigkeit überreicht bekamen.
Derartige Veranstaltungen sind vorbildlich. Sie sind ein Paradebeispiel dafür, dass Kinder den Erwachsenen und hier vor allem gewissen Politikern den Weg weisen, wie ohne Wenn und Aber der Kampf gegen den Klimawandel erfolgreich geführt werden kann.
                                                                                                                            Manfred Link
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