Stadt will Bürgerhaus mit Zuschüssen umbauen.

Augsburg: Bürgerhaus Pfersee | Das Bürgerhaus Pfersee, im Eigentum der Stadt aber von der Arbeiterwohlfahrt betrieben, ist zweifelsohne eine wichtige Institution im Stadtteil und darüber hinaus. Viele Vereine und Organisationen haben hier ihre Heimat gefunden, Es ist ein wirkliches Zentrum bürgerschaftlichen Engagements. Unterschiedlichste Kurse werden angeboten, es gibt spezielle Angebot auch für Migranten. Viele Veranstaltungen wie z.B. die Afrikatage oder auch das Pferseer Parkfest hängen mit dem Haus zusammen. Aber bei aller Beliebtheit leidet das haus seit langem an einem Geburtsfehler. Bei der Gründung 1989 dachte anscheinend niemand an die heute überall geforderte Barrierefreiheit. Beim Bau 1989 war sie einfach nicht berücksichtigt worden, damit werden Gruppen aus dem Haus ausgeschlossen. Der Anspruch „ ein offenes Haus für Alle“ zu sein, lässt sich momentan nicht verwirklichen. Rollstuhlfahrer, Mütter mit Kinderwägen schaffen es praktisch nicht oder nur schwer in das Haus, weil es überall Treppen, aber keine Zugangsrampen oder gar einen Aufzug gibt.


Ministerinnenbesuch mit Folgen.

Im Herbst 2016 war die damalige Baumeisterin Barbara Hendricks zu Besuch und informierte auch über Fördermöglichkeiten zur Modernisierung der Einrichtung. Erste Planungen zum Umbau bzw. Erstellung eines Erweiterungsbaus mit einer Kindertagesstätte scheiterten, weil es in der Bevölkerung und auch der Bürgeraktion Pfersee massive Widerstände gegen eine damit verbundene Reduzierung der Freiflächen des angrenzenden Schlösslepark gekommen wäre. Nun gibt es eine neue Planung, die Stadt hat die entsprechenden Zuschussanträge gestellt, erste Grobplanungen wurden erarbeitet. Insgesamt 1,4 Millionen Fördermittel aus dem Programm „Soziale Integration im Quartier“ sollen fließen. Die Stadt müsste ca. 10 % Eigenmittel aufbringen. Die AWO kann sich unter bestimmten Bedingungen auch eine angemessene Eigenbeteiligung vorstellen. Nun soll es eine kleine Lösung geben, die Kita soll an einer anderen Stelle im Stadtteil entstehen. Auf der Fläche zwischen Bürgerhaus und dem angrenzenden Jugendhaus Linie 3 soll ein Erweiterungsbau entstehen, über den dann auch das Bürgerhaus barrierefrei zugänglich wäre. insgesamt 450 qm zusätzliche Fläche auf zwei Ebenen sollen entstehen. Zusätzlich zum barrierefreien Zugang ist auch ein Aufzug eingeplant, der dann auch das bestehende Gebäude erschließen wird.

Zu den bisherigen Arbeitsschwerpunkten des Hauses soll dann ein zusätzliches Angebot vor allem für Familien kommen. Eine Erziehungsberatungs-stelle könnte eingerichtet werden. Auch ein weiterer Familienstützpunkt – Pfersee hatte bisher keine derartige Einrichtung – soll installiert werden. dazu eine Großtagespflege für bis zu 10 Kinder. Sozialreferent Dr. Stefan Kiefer betont bei einem Gespräch, dass das „gerade das Angebot für Familien im wachsenden Stadtteil Pfersee erheblich verbessert werden wird“. Bis Ende Januar müssen die Planungen und das Konzept beim Ministerium eingereicht werden, die Arbeiterwohlfahrt arbeitet dabei „eng mit dem Jugendamt zusammen“ wie AWO – Geschäftsführer Werner Weishaupt betont. Die Anträge und Konzepte müssen bis Ende Januar beim Bund eingereicht werden. Ob es dann noch 2019 zum Baubeginn kommt sieht zumindest Weishaupt etwas skeptisch. Er geht von Anfang 2020 aus, will aber dem Bauherr Stadt hier die Führung überlassen.

Seitens der Bürgeraktion, die das erste Vorhaben scharf kritisiert hatte, gibt es keine offizielle Stellungnahme. Jens E. Wunderwald, einer der Aktiven der Bürgervereinigung schreibt auf seiner Facebookseite: Jetzt locken Millionenzuschüsse vom Bund und wie ein Springteufelchen gibt es neue Pläne, hier ein Bürogebäude und eine Tagesmütterzentrum zu bauen. Die Gegenargumente von letztem Jahr gelten im Wesentlichen weiter.“ Man kann nur hoffen, dass möglichst früh das Gespräch über die Planungen gesucht wird, um neue Konflikte zu vermeiden.
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