Stadt will Halle 116 kaufen.

Viele Diskussionen, hier bei einer Veranstaltung im Sommer des Jahres gibt es noch um die Nutzung der Halle. Mit der Entscheidung des Stadtrates, sie zu kaufen, ist ein wichtiger Schritt getan. Foto Blöchl

Mittel im Doppelhaushalt eingestellt.

Seit längerem gibt es die Diskussion um die zukünftige Nutzung der Halle 116 auf dem ehemaligen Sheridan – Gelände in Pfersee. Zuerst als Kasernengebäude errichtet, diente es In der Nazizeit dann als Unterkunft für Häftlinge des Konzentrationslagers, die in Augsburger Betrieben zur Zwangsarbeit gezwungen waren. Später nutzten sie die amerikanischen Truppen für militärische Zwecke. Eine Initiative unter Führung der VVN, aber auch viele Augsburger Bürgerinne und Bürger unterstützen das Anliegen, in dem relativ gut erhaltenen Gebäude eine Gedenkstätte zu errichten. Auch der Stadtrat hat dazu entsprechende Beschlüsse gefasst, Konzepte zur weiteren Nutzung wurden entwickelt. Nahezu alle Beteiligten sind sich über die Notwendigkeit und Wichtigkeit von Orten der Erinnerungskultur einig, aber bei den Formen und Möglichkeiten der Halle 116 gehen und gingen die Meinungen weit auseinander. So wurde in den letzten Monaten eine intensive Diskussion darüber geführt, ob ein teil des Geländes für Gewerbezwecke umgewidmet wird und nur ein Teil als Erinnerungsstätte umgestaltet werden soll. Diese Diskussion ist nicht entscheiden.
Zumindest klar scheint aber, dass die Stadt selbst das Eigentum an der Halle erwirbt. Sie befindet sich, wie viele Flächen der ehemaligen amerikanischen Truppen, noch im Treuhandbesitz des Bundes. Das ist ein wichtiger Schritt für die weitere Planung. Im Entwurf des Doppelhaushalts 2019/20 wurden auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Grüne die entsprechenden Mittel eingestellt. Verena von Mutius, kulturpolitische Sprecherin sagt dazu: „Mit dem Kauf der Halle 116 durch die Stadt und mit Mitteln für die Konzepterstellung im Doppelhaushalt ist nun der Weg dafür geebnet, dass der Gedenkort umgesetzt werden kann. Die Halle 116 wird damit der Ort, der an die schlimmen Zeiten der NS-Diktatur, und an die lange Nutzung der Amerikaner erinnert. Gleichzeitig soll das Gebäude aber auch ein Ort werden, der zu einem friedlichen und gleichberechtigten Zusammenleben beiträgt“. Noch nicht entscheiden ist aber damit, ob die komplette Fläche als Gemeinbedarfsfläche mit kultureller und sozialer Nutzung planungsrechtlich ausgewiesen wird. Diese Entscheidung wird der Stadtrat später treffen.
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