Umzug der Superlative: Auf dem Gaswerk-Gelände läuft alles nach Plan

Weit gediehen: In das historische Ofenhaus und den neuen Anbau ziehen das Theater und Künstler ein. (Foto: swa/ Thomas Hosemann)
 
Das Parkhaus nimmt Form an: Die einzelnen Beton-Fertigteile werden mit einem Kran an die entsprechende Stelle gesetzt. (Foto: swa/ Thomas Hosemann)

In dem ehemaligen Ofenhaus auf dem Gaswerkgelände in Oberhausen laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Bereits Mitte Juni sollen die Werkstätten des Theaters einziehen, in sieben Wochen soll das Parkhaus fertig sein, von dem bislang nur der Auf- und Abfahrtsturm stehen, Anfang 2019 soll das Theater hier eine neue Heimat finden, während das Große Haus am Kennedy Platz saniert wird. Man liege gut im Zeitplan, heißt es von den Stadtwerken. Fest steht nun auch, wer die Gastronomie im Ofenhaus übernehmen wird.

Mit einem riesigen Kran werden zur Zeit Betonwände von Schwertransportern abgeladen. Ein siebenstöckiges Parkhaus mit insgesamt 365 Parkplätzen soll aus diesen entstehen. „Momentan sieht es etwas rudimentär aus, aber bereits in sieben Wochen wird die Konstruktion stehen“, kündigt Projektleiterin Tatjana Kocher von den Stadtwerken an. Der Umbau des Ofenhauses, der daran anschließende Neubau und das Parkhaus kosten rund 23 Millionen Euro. Die Arbeiten haben vor etwa drei Jahren begonnen, bis zum Ende des Jahres soll alles fertig sein.
So herrschen auch im ehemaligen Ofenhaus und seinem sechsstöckigen Anbau derzeit Betriebsamkeit und Baulärm. Beide tragen noch Gerüst, im historischen Gebäude fehlen die Fenster, doch im Inneren hat sich in den vergangenen Monaten viel getan. „Im Neubau fehlen eigentlich nur noch die Fußböden“, erklärt Kocher. Schon in wenigen Wochen sollen die Werkstätten des Theaters einziehen. Die Schreinerei und Schlosserei, die im Erdgeschoss untergebracht werden, hätten hier zwar etwas weniger Platz als bislang, doch dafür seien die Werkstätten moderner, sagt Architektin Kocher. Die zweieinhalb mal vier Meter großen Teile für die Bühnenbilder können nun mit einem Lastenaufzug in den Malersaal im vierten Stock transportiert werden, wo sich auch die Probebühne für das Schauspiel und Ballett befindet. Anschließend geht es für die Bühnenbilder mit dem Aufzug wieder zurück in die erste Etage, in der es einen Durchgang zur Bühne im Ofenhaus gibt.
In den oberen Geschossen des Neubaus sind außerdem die anderen Werkstätten wie etwa für Näher und Kascheure untergebracht. Eine Ausnahme bildet nur der dritte Stock. Hier sind 28 Räume für Künstler aus dem Kulturpark West entstanden. Die Ateliers werden für rund fünf Euro pro Quadratmeter vermietet. Die Stadt will auf dem Gelände – im Sozialgebäude und den östlichen Werkstätten – auf insgesamt 5000 Quadratmetern 120 Künstlerparteien eine neue Heimat bieten. In weiteren Ausbaustufen sollen auch Gewerbeeinheiten für Unternehmen und Start-Ups entstehen.
Das historische Ofenhaus selbst wurde im Inneren mit einer Wand längs getrennt. In der östlichen Hälfte wurden drei Stockwerke eingezogen. Im Erdgeschoss soll die Küche für die Gastronomie untergebracht werden, im ersten Stock die Bühne mit einer Tribüne für 220 Zuschauer, in der zweiten und dritten Etage die Technik und Lüftung. Im Dachgeschoss findet sich der Ballettsaal.
Der westliche Gebäudeteil mit seiner 19 Meter hohen Decke wurde offen gelassen. Hier wollen Tobias Emminger und Hanna Knop die Gastronomie betreiben. Die beiden haben in Augsburg bereits eine Marketing-Agentur und ein Event-und Catering-Unternehmen.
Im Ofenhaus wollen sie „internationale Cross-over-Küche“ anbieten. Neben einem klassischen Restaurant soll es ein Bistro und einen Bar- und Loungebereich geben, in dem sich auch die Zuschauer des Theaters während der Pausen aufhalten können. Geplant ist im Sommer zudem ein Biergarten. Eröffnen soll die Gastronomie pünktlich zur Premiere des Theaters auf dem Gaswerk-Areal im Januar. „Wir freuen uns“, sagt Hanna Knop. „Wir sehen viel Potenzial in dem Viertel, das hier entstehen soll.“
Denn auf dem Gelände soll nicht einfach eine Übergangslösung für das Theater entstehen. Die Stadtwerke wollen ein „Zentrum für Künstler, Theater, Kultur- und Kreativwirtschaft“ schaffen, das auch Anwohnern und Besuchern offenstehen soll.
1
Einem Autor gefällt das:
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.