Weiterer Schritt auf dem langen Weg zum Medizincampus: Wettbewerb für dritten Neubau abgeschlossen

Den Siegerentwurf reichte ein Münchner Architekturbüro ein. Foto: NOVA Michael Beck Architekten

Für ein weiteres Gebäude des neuen Medizincampus ist nun der Architekturwettbewerb abgeschlossen. Das "Zentrum für Integrierte und Translationale Forschung" (ZeIT) wird das dritte Gebäude sein, das auf dem rund 37.000 Quadratmeter großen Gelände entsteht. Baubeginn soll Anfang 2022 sein.

Der Bau des Medizincampus beginnt voraussichtlich im Frühjahr oder Sommer des kommenden Jahres. Bis 2023 beziehungsweise 2024 sollen die ersten beiden Bestandteile des Geländes bezugsfertig sein - ein Lehr- und ein Forschungsgebäude, deren Architekturwettbewerb bereits im April vergangenen Jahres abgeschlossen wurde. Im Moment werden die Ausführungsplanungen der beiden Gebäude fortgeführt, informiert das Staatliche Bauamt. Im Dezember sollen die Planungen dann dem Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags vorgelegt werden.

Nun stehen auch die Preisträger des dritten Gebäudes fest, das mit einer Nutzfläche von rund 13 500 Quadratmetern das bislang größte Projekt darstellen wird. Es beinhaltet Flächen für die multidisziplinäre und interaktive Zusammenarbeit von biomedizinischer Grundlagenforschung und klinischer Forschung. Ebenfalls vorgesehen sind Flächen für die beiden Forschungsschwerpunkte Environmental Health Sciences und Medical Information Sciences.

Der Freistaat Bayern hatte für die Umsetzung der Baumaßnahme einen nichtoffenen Realisierungswettbewerb ausgelobt. Von den 26 zugelassenen Bewerbern wurden zehn Architekten zum Verfahren eingeladen sowie weitere fünf vorab gesetzte Teilnehmer um Einreichung von Arbeiten gebeten. Ende Oktober begutachtete ein 19-köpfiges Preisgericht, in dem unter anderem Vertreter der Universität und der Stadt Augsburg sowie erfahrene Architekten vertreten waren, die Einreichungen und vergab vier Preise und zwei Anerkennungen.

Den ersten Preis erhielt das Büro "NOVA Michael Beck Architekten" aus München. Auf Platz zwei bis vier folgen die Büros "B+P Reiner Becker" (Berlin), "Bodamer Faber Architekten BDA" (Stuttgart) und "ATP HAID" (Nürnberg). Aktuell nehme das staatliche Bauamt Gespräche mit dem ersten Preisträger des Architekturwettbewerbs auf, erklärt Anna Ruile, Sprecherin der Medizinischen Fakultät. Nur, falls Bauamt und Architekturbüro sich bei den Vertragsverhandlungen nicht einig werden, werden der Reihe nach auch die anderen Preisträger zu Gesprächen eingeladen. Bis Weihnachten soll voraussichtlich entschieden sein, welches Büro mit der Planung beauftragt wird.

Für die restlichen Gebäude des Campus liefen aktuell noch keine Wettbewerbe, so Ruile. Da seien die Pläne noch nicht so weit fortgeschritten. "Das wird ein sehr großer Campus", betont sie. "Da kann man nur eines nach dem anderen machen."

Mit dem Abschluss des Architekturwettbewerbs für das dritte Gebäude sei nun ein weiterer wichtiger Schritt getan, sagt Sabine Doering-Manteuffel, Präsidentin der Universität Augsburg: "Die prämierten Entwürfe sind hervorragende Beispiele moderner Architektur, die unseren Medizincampus immer mehr Gestalt annehmen lassen." In dem neuen Gebäude sollen Erkenntnisse aus der biomedizinischen Grundlagenforschung möglichst schnell in den klinischen Alltag übertragen werden, erklärt die Gründungsdekanin der Medizinischen Fakultät, Martina Kadmon. Besonders wichtig sei es der Fakultät auch gewesen, dass das Zentrum schon durch seine Architektur den Austausch zwischen Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen fördert. Der Siegerentwurf habe ausgezeichnete Ideen geliefert, wie dieser Wunsch nach Begegnung und Austausch verwirklicht werden könne, so Kadmon. In sogenannten Core Facilities sollen außerdem künftig Großgeräte von unterschiedlichen Forschungseinheiten gemeinsam genutzt werden können.

Bis der gesamte Medizincampus fertiggestellt ist, wird es wohl noch über ein Jahrzehnt dauern. Der Freistaat Bayern errichtet in Augsburg seine insgesamt sechste Medizinfakultät, an der eines Tages über 1500 angehende Mediziner studieren sollen. Momentan sind es allerdings erst 84 Studenten, die in einem sanierten Interimsgebäude, der ehemaligen Kinderklinik in der Nähe des Uniklinikums, ihr erstes Semester angehen. (lat)
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