Zehn Jahre Supply-Center

Nancy Unger (links) und Suzan Denizli kümmern sich im Friseursalon Edelschnitt um das Haupt(haar) ihrer Kunden. (Foto: Dieter Paulke)
 
Der InterMarkt präsentiert eine große Auswahl Osteuropäischer Spezialitäten. (Foto: Dieter Paulke)

Aus dem ehemaligen Heeresverpflegungshauptamt der Wehrmacht entwickelte sich während der Besatzungszeit der Amerikaner ein Quartermaster und PX Supply Center. Nach dem Abzug der Amerikaner dauerte es bis 2007 bis daraus ein Nahversorgungszentrum für die Anwohner entstanden ist.

 
Vor dem Zweiten Weltkrieg entstand zwischen der damaligen Somme-Kaserne (später Reese Barracks) und dem Westfriedhof ein Heeresverpflegungshauptamt für den südbayerischen Raum. Ergänzend dazu errichtete die Wehrmacht dort sieben Reichstypenspeicher und eine Heeresbäckerei. Diese gewaltigen Lagergebäude konnten entlang der durchgehenden Laderampen mit Eisenbahnzügen angefahren werden. Lager dieser Bauart wurden in ganz Deutschland erstellt. Hinzu kamen unterirdische Treibstofflager und mehrere Kohlelager. Der Gleisanschluß der Augsburger Lokalbahn führte entlang der heutigen Bürgermeister-Ackermann-Straße bis zur Wertach und von dort aus nach Pfersee Süd und Göggingen.

Nach Kriegsende nutzten die US-Truppen das 12,5 ha große Areal als Armeedepot im gleichen Sinne weiter. 1955 entstand nach dem Bau der Wohngebiete Centerville, Cramerton und Sullivan Heights die Commissary am westlichen Rand des Areals. Diese sollte den steigenden Bedarf inzwischen zugezogenen amerikanischen Familien nach Lebensmitteln decken. Weitere Konsumgüter wurde im Supply Center und ab 1977 aus dem erweiterten PX Shopping Center verkauft. Hier gab es für die Amerikaner zollfreie heimatliche Waren jeglicher Art. Den Augsburgern blieb es jedoch versagt, dort einzukaufen. Besondere Waren, die zur Weiterveräußerung an Unberechtigte geeignet erschienen (Zigaretten, Spirituosen), waren personenbezogen limitiert. Als ergänzende Einrichtungen befanden sich dort auch ein Stars & Stripes Book Store, eine Tierarztpraxis, eine Bank, ein Uniformladen mit Änderungsschneiderei sowie an der östlichen Zufahrt zum Areal ein Fast Food Restaurant, das auch Deutsche mit US-Dollars besuchen konnten. Das Main PX war von den Parkplätzen an der Bürgermeister-Ackermann-Straße erreichbar und gestaltete sich zu einer lebhaften, amerikanischen Lebensader an der Westgrenze Augsburgs. Im Main PX und Commissary arbeiteten Augsburger und Amerikaner lange Jahre Seite an Seite.

Das moderne Supply-Center

Ursprünglich wollte Investor Bernhard Spielberger auf dem ehemaligen Trümmergrundstück auf dem bereits die Amerikaner in den PX-Gebäuden einkaufen ein Einkaufszentrum und 100 Wohnungen errichten. Nachdem die Pläne des Investors abgelehnt wurden, mussten die Bewohner links- und rechts der Bürgermeister-Ackermann-Straße lange auf eine fußläufig erreichbare Möglichkeit für den Einkauf der Dinge des täglichen Bedarfs warten. Erst im Oktober 2007 wurde das Supply-Center in der Luther-King Straße mit einem Familienfest eröffnet.

Wer dem Stress der großen Shoppingcenter und der Innenstadt entfliehen möchte, ohne deswegen von einem Ort zum nächsten fahren zu müssen, sondern stattdessen lieber in entspannter Atmosphäre die Dinge des täglichen Bedarfs einkaufen möchte, der ist im Augsburger Supply-Center in der Luther-King-Straße gut aufgehoben. Anwohner und Auswärtige schätzen das Outlet für seinen vielfältigen Branchenmix. Neben der Luther King-Apotheke, dem InterMarkt für osteuropäische Spezialitäten, dem Friseursalon Edelschnitt finden Kunden dort Discounter, eine Bäckerei, ein Café, einen Blumenladen und weitere fachkundige Dienstleiter. Ärzte, Heilpraktiker oder Versicherungsmakler sind nur einige Beispiele. Zusätzlich zu Alltagsartikeln findet man in der Einkaufsmeile auch kleine Besonderheiten fürs Osterfest. Egal, ob österliche Deko, originelle Geschenke oder süßes Naschwerk – in den kleinen Geschäften sind die fachkundigen Mitarbeiter stets nah am Kunden und beraten gerne.

Ein weiteres Plus ist die verkehrsgünstige Lage. Direkt an der Bürgermeister-Ackermann-Straße gelegen, bietet es etliche kostenfreie Parkplätze direktvor den Geschäften. Die so eingesparte Zeit, kann im Anschluss an den Einkauf bei einer gemütlichen Tasse Kaffee sinnvoll genutzt werden.
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