Zwei auf einen Streich

Bild (v.l.n.r.): Angelika Kienberger, Michael Daum und Landrat Martin Sailer im Atelier in Emersacker.
Landrat Martin Sailer besucht Künstlerehepaar in Emersacker

Eine kleine Premiere konnte jüngst die Veranstaltungsreihe „Landrat trifft Kultur“ feiern: bei seinem Besuch begegnete Landrat Martin Sailer bei den Eheleuten Angelika Kienberger und Michael Daum im Künstlerhaus Emersacker dieses Mal gleich zwei namhaften Kulturschaffenden aus der Region.

Gemeinsam mit Bürgermeister Michael Müller, Kreisheimatpflegerin Claudia Ried und Liv Reinacher (Landratsamt Augsburg) erhielt der Landrat einen unmittelbaren Eindruck davon, wie sich künstlerisches Schaffen, Ausstellen, Leben und Wohnen in einem ehemaligen Bauernanwesen am Rande von Emersacker auf ideale Weise verbinden lassen. Denn neben einem Wohnbereich bietet das etwa 220 Jahre alte Gebäude den Künstlern nicht nur Platz für ihre kreative Tätigkeit, sondern auch – und das ist landkreisweit vermutlich einzigartig – für Ausstellungen, die regelmäßig in der hauseigenen Galerie präsentiert werden.

Der in München aufgewachsene Michael Daum hat sich den Landkreis Augsburg schon als Jugendlicher mit dem Fahrrad erschlossen und war von Anfang an so von der Landschaft, den alten Bauernhäusern und Scheunen fasziniert, dass sich viele dieser Motive in seinem späteren Werk wiederfinden. „Wir verstehen uns inzwischen als Künstler der Region für die Region“, erläutert Daum das Selbstverständnis des Ehepaars. Dementsprechend bringen sich beide seit mehreren Jahren nicht nur aktiv im „Kultoursommer“, sondern auch im Helferkreis und Gemeinderat ein.

Bürgermeister Müller freut sich über die Bereicherung des gemeindlichen Lebens durch das Ehepaar: „Das Künstlerhaus ist aus Emersacker nicht mehr wegzudenken und gibt immer wieder wichtige Impulse für das dörfliche Zusammenleben.“ Neben den impressionistisch beeinflussten Werken Daums zeigte sich Landrat Martin Sailer auch von den Arbeiten Angelika Kienbergers äußerst beeindruckt. Sämtliche Skulpturen der gelernten Holzbildhauerin mit österreichischen Wurzeln sind bis heute vom Material Holz geprägt. „Und auch wenn ich einen anderen Werkstoff verwende, sind meine Figuren trotzdem immer vom Holz beeinflusst. Sie haben alle etwas Blockhaftes und sind prinzipiell aus einem Stück gefertigt“, erklärt die Künstlerin. Damit ihre Arbeiten dennoch das für sie charakteristische, filigrane Erscheinungsbild erhalten, verzichtet die Künstlerin während des Entstehungsprozesses auf technische Hilfsmittel wie beispielsweise eine Motorsäge. Stattdessen klöpfelt sie alle Skulpturen ausschließlich mit der Hand. Neben dem Menschen stehen Tiere und dabei insbesondere Katzen im Zentrum ihres Wirkens. Häufig verschmelzen dabei mehrere Figuren miteinander und bilden eine gemeinsame Neue.

Wie vielfältig erfahrbar ihre Kunst ist, verdeutlichte Kienberger ihren Gästen zum Abschluss des Besuchs. Beeinflusst von ihrer Arbeit mit Blinden und Sehbehinderten bot die Bildhauerin Landrat Sailer die Gelegenheit, eine ihrer Skulpturen mit geschlossenen Augen zu ertasten. Für Sailer, der sich schon seit seinen Jugendjahren für Kunst begeistert, eröffnete diese Herangehensweise einen neuen, gänzlich unbekannten Ansatz für die Auseinandersetzung mit den Werken seiner Gastgeberin. Denn in Ausstellungen ist es normalerweise ausdrücklich untersagt, die Exponate zu berühren. „Ich würde mir wünschen, dass möglichst viele Menschen die Galerie von Frau Kienberger und Herrn Daum besuchen, um sich auf den unterschiedlichsten Ebenen von der dortigen Kunst inspirieren zu lassen,“ resümierte Sailer am Ende seiner Begegnung mit dem Künstlerehepaar aus Emersacker.
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