Hier entsteht jetzt der neue Medizincampus

Auf diesem Gelände soll der Augsburger Medizincampus entstehen. Im Hintergrund ist das Uniklinikum zu sehen. Die Bauarbeiten beginnen voraussichtlich 2020. Foto: Yaren Kaskaya

Rund 1500 Studierende und 100 Professoren sollen zukünftig an der neuen Medizinischen Fakultät in Augsburg lernen und lehren. Um so vielen Studenten Platz zu bieten, muss ein neuer Medizincampus errichtet werden. Doch nicht im Univiertel: Jetzt haben die vorbereitenden Maßnahmen für die Neubauten in der Nähe des Uniklinikums begonnen, die eines Tages den zweiten Campus der Universität Augsburg bilden sollen.

Auf einer Fläche von rund 13,5 Hektar zwischen dem Universitätsklinikum und der Virchowstraße in Stadtbergen soll der Campus entstehen, auf dem die meisten Gebäude der Medizinischen Fakultät untergebracht werden. Geplant sind dort neben den Forschungs- und Lehrgebäuden unter anderem eine eigene Bibliothek, eine Mensa und eine Kindertagesstätte. Außerdem sieht der städtebauliche Entwurf Läden, Lokale sowie Wohngebäude für Studenten vor. Diese Gebäude sollen sich um einen zentralen Hauptplatz gruppieren, auch ein Konzept zur Grünordnung wird erstellt.

Die ersten beiden Bauten sollen bis 2023/24 fertiggestellt werden. Sie beinhalten ein Lehrgebäude mit Hörsälen und Seminarräumen, in dem auch die Medizinische Bibliothek und die Fakultätsverwaltung untergebracht werden, sowie ein Forschungsgebäude für das Institut für Theoretische Medizin mit Laboren, Praktikumsräumen und einem Post-Mortem-Bereich mit der Anatomie.

Bis die Neubauten bezogen werden können, nutzt die Medizinische Fakultät die ehemalige Kinderklinik in direkter Nähe zum Uniklinikum sowie Forschungsflächen im Sigma-Park Der Studiengang Humanmedizin startet mit etwa 80 Studienanfängern pro Jahrgang, die schließlich auf über 200 erhöht werden sollen. Die Endausbaustufe, in der über 1500 angehende Mediziner an der Universität Augsburg studieren werden, erreicht man in zehn Jahren.

Medizincampus: Baubeginn ist 2020

Dem Bebauungsplan für das Gelände des zukünftigen Medizincampus stimmte der Stadtrat bereits im September 2016 zu. Das neue Quartier soll in einem Zeitraum von mehreren Jahren oder Jahrzehnten realisiert werden. Im April 2018 wurde der Architektenwettbewerb für die ersten beiden Neubauten entschieden. Seither schreiten die Planungen laut Staatlichem Bauamt zügig voran. "Als erster sichtbarer Schritt muss nun das Baufeld freigemacht und hergerichtet werden", erklärt ein Sprecher. Am 1. Februar beginnen die Rodungsarbeiten. Gehölze und einzelne Bäume südlich der Straßenbahnhaltestelle Universitätsklinikum werden entfernt.


Um diesen Eingriff in die Natur gutzumachen, wurde bereits im Dezember 2018 mit dem Bau notwendiger Ausgleichsflächen westlich des Klinikums entlang der Steppacher Straße begonnen. Dort wird auf 6,5 Hektar eine ehemalige Ackerfläche bepflanzt, unter anderem mit Hecken, einer Salbeiwiese, Einzelbäumen und Eichenwäldchen. Außerdem werden Eidechsenhabitate geschaffen und Kleingewässer angelegt.

Im nächsten Schritt müssen ergänzend zu den bereits 2018 großflächig erfolgten archäologischen Untersuchungen die gerodeten Bereiche auf Kampfmittel untersucht werden. Außerdem stehen auch dort archäologische Sondierungen an. Parallel plant der Preisträger des Architekturwettbewerbs, die BHBVT-Gesellschaft von Architekten aus Berlin, die ersten beiden Gebäude. Das Hörsaalgebäude samt Bibliothek wird eine Nutzungsfläche von rund 6400 Quadratmeter haben, das Forschungsgebäude der Theoretischen Medizin 8600.

Wenn der Landtag dem Haushalt zustimmt, ist 2020 Baubeginn. Die Verkehrserschließung des Campus soll größtenteils über die Virchowstraße erfolgen. Ergänzend dazu ist entlang der Südgrenze des Planungsgebiets eine Stichstraße geplant. Stellflächen sind auf dem derzeitigen Mitarbeiterparkplatz westlich der Virchowstraße sowie auf den südöstlichen Erweiterungsflächen vorgesehen. Der Campus selbst soll weitgehend autofrei bleiben, deshalb gilt das besondere Augenmerk der Infrastruktur für Fußgänger und Radfahrer. Angedacht ist auch eine eigene Straßenbahnhaltestelle.
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