Kein Streik am Klinikum: 98 Prozent der Pflegekräfte stimmen Vereinbarung mit Vorstand zu

Mehrfach hatten die Pflegekräfte des Klinikums im vergangenen Jahr gestreikt. Sie forderten vom Vorstand Entlastung. (Foto: Janina Funk)

98 Prozent der Verdi-Mitglieder am Klinikum Augsburg haben sich dafür ausgesprochen, das Verhandlungsergebnis der Gewerkschaft mit dem Krankenhausvorstand anzunehmen. Auch das Ministerium gibt grünes Licht. Damit hat die seit langem andauernde Auseinandersetzung am Klinikum um die Entlastung der Pflegekräfte nun ein Ende. Die Beschäftigten hatten zuletzt mit unbefristeten Streiks gedroht, sollte das Klinikum ihnen nicht entgegen kommen.

Die Urabstimmung über das Ergebnis der Verhandlungen zum Konflikt um einen Tarifvertrag Entlastung am Klinikum endete am Mittwoch. Zwei Wochen lang waren die Verdi-Mitglieder aufgerufen, über das Ergebnis abzustimmen, das die Gewerkschaft und die Arbeitgeber erzielt hatten. Mit 98 Prozent wurde das Verhandlungsergebnis angenommen. Die zuständigen Ministerien für Finanzen und Wissenschaft in München gaben am Mittwochabend ebenfalls ihr Okay für die Vereinbarung.
„Das Verhandlungsergebnis ist auf große Zustimmung gestoßen; es ist ein Meilenstein für die Entlastung von Beschäftigten in den bayerischen Krankenhäusern“, sagte Verdi-Gewerkschaftssekretär Stefan Jagel. „Im Klinikum Augsburg haben wir 100 neue Stellen durchgesetzt sowie deutliche Verbesserungen in der Ausbildungsqualität und eine Einführung einer Personalregelung die auf das Klinikum Augsburg zugeschnitten ist.“
Die Entlastung müsse jetzt real bei den Pflegekräften im Klinikum ankommen, so Constanze Mach, Vorsitzende des Verdi-Fachbereichs Gesundheit- und Soziales in Augsburg und selbst Pflegekraft am Klinikum. „Der vereinbarte Weg zu einer Personalbemessung wird 18 Monate dauern, da braucht es noch einiges an Geduld. Es ist aber ein entscheidender Schritt für nachhaltig bessere Arbeitsbedingungen und dafür, dass niemand mehr durch ständige Überlastung krank wird.“
Die Beschäftigten des Klinikums hatten bereits im Herbst 2017 zum ersten Mal gestreikt. Mehrere Verhandlungen mit dem Klinikumsvorstand hatten seither aus Sicht der Gewerkschaft nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. Nun endet die lange und teilweise zähe Auseinandersetzung. Eine große Herausforderung werde in den kommenden Monaten die Umsetzung des Ergebnisses sein, so Verdi. Die Unterschrift unter die Vereinbarung ist für Ende dieses Monates geplant.
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