Kommentar zur Werner-Egk-Debatte: Ein Nazi-Mitläufer taugt nicht als Namensgeber

Die Schulgemeinschaft der Werner-Egk-Grundschule hat sich für einen neuen Namen entschieden. Die Stadträte im Bildungsausschuss verwehrten jedoch am Montag zunächst einmal ihre Zustimmung. (Foto: Johanna Schokrowski)
Die Antwort ist einfach: Ein Nazi-Mitläufer taugt nicht als Namensgeber. Einer, der sich derart in den Dienst des NS-Regimes stellte, ist kein menschliches Vorbild. Einer, der ein Nazi-Festspiel vertonte und die Musik für einen Hitlerjugend-Film schrieb, ist nicht als Namenspate für eine Grundschule geeignet.

Einer, der im NS-Staat zu den wichtigsten Komponisten zählte, muss kritisch betrachtet werden. Letzteres hat die Kommission für Erinnerungskultur ausgiebig getan. Ihrer Empfehlung, die Werner-Egk-Schule umzubenennen, folgt auch die Grundschule selbst.

Die Schulgemeinschaft hat sich für einen neuen Namen entschieden, doch die Stadträte im Bildungsausschuss haben zunächst ihre Zustimmung verwehrt. Wenig nachvollziehbar, denn der Sachverhalt ist eindeutig.

Zudem ist das Argument „Beratungsbedarf“ ein schwaches, denn Zeit, um sich mit Werner Egk und der Umbenennung auseinanderzusetzen, gab es genug – schließlich begann die Debatte über den Schulnamen bereits vor Monaten.

Auch kein guter Namensgeber für einen öffentlichen Platz

Hintergrund ist wohl der Vorstoß einiger Oberhauser, die im Gegenzug den nahe der Schule gelegenen Bischof-von-Zollern-Platz in Werner-Egk-Platz umbenannt haben wollen.
Doch ist ein Nazi-Mitläufer ein geeigneter Namensgeber für einen öffentlichen Platz? Die Antwort ist vielleicht nicht ganz so einfach wie bei einer Grundschule. Dennoch – Erklär-Tafel hin oder her – einer wie Werner Egk sollte nirgends erste Wahl als Namensgeber sein.
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