Uniklinik könnte laut Studie 6500 Jobs für die Region Augsburg bringen

Mit dem Aufbau der Medizinischen Fakultät und dem Ausbau des Klinikums Augsburg zum Universitätsklinikum werde sich nicht nur die medizinische Versorgung verbessern, sondern es würden sich auch vielfältige positive soziökonomische Impulse für den Wirtschaftsraum Augsburg einstellen. Das prognostiziert eine Studie, die am Mittwoch vorgestellt wurde. (Foto: © NICKL & PARTNER ARCHITEKTEN AG)

Das Klinikum Augsburg soll zum Universitätsklinikum mit Medizinischer Fakultät werden. Das wird "den Wirtschaftsstandort Region Augsburg positiv verändern", so das Ergebnis einer Studie, die am Mittwoch vorgestellt wurde. Es werden Arbeitsplätze im Gesundheitsbereich, im Dienstleistungssektor, der Baubranche und anderen Wirtschaftszweigen entstehen.

"Es ist damit zu rechnen, dass die Wertschöpfung um knapp 400 Millionen jährlich zunehmen wird", heißt es in der Studie „Wirtschaftsraum Augsburg A³ - Auswirkungen der Entwicklung der Universitätsklinik Augsburg und des Aufbaus der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg“. In Auftrag gegeben hat die Untersuchung der regionale Wirtschaftsbeirat, bestehend aus Vertretern der Stadt Augsburg, der Landkreise Augsburg und Aichach-Friedberg, der Handwerkskammer für Schwaben und der Industrie- und Handelskammer Schwaben.

Heinz Liebert, Stellvertreter des Landrats, Landkreis Augsburg, resümierte: „Bereits jetzt ist das Gesundheitswesen mit rund 20.000 Beschäftigten ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Wirtschaftsraum Augsburg. Der Wandel des Klinikum Augsburg zu einem Universitätsklinikum bietet der gesamten Region Augsburg erstmals die Möglichkeit, sich sowohl national als auch international als Standort der Gesundheitswirtschaft zu positionieren." Dieses Standing würde die Gewinnung von Fachkräften erleichtern und auch die Entscheidung für Neuansiedlungen von Unternehmen aus dem medizinischen Sektor positiv beeinflussen.

Diese Chancen sieht auch Ulrich Wagner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer für Schwaben: „Die Region profitiert durch einen Zuwachs an hochqualifizierten Arbeitsplätzen." Dabei gehe es nicht nur um zusätzliche Beschäftigte im Universitätsklinikum, sondern mindestens genauso um Ansiedlungen im IT- und High Tech-Sektor. Während der Bauphase könne das schwäbische Handwerk mit zusätzlichen Aufträgen rechnen.

Das Plus an Arbeitskräften führe unweigerlich auch zu einer zusätzlichen Wohnungsnachfrage. Eva Weber, Zweite Bürgermeisterin der Stadt Augsburg, verwies auf die "Offensive Wohnraum Augsburg“. Sie sieht die Stadt gut gerüstet.

Beschäftigung könnte um 6.530 Personen zunehmen

Mit dem Ausbau des Klinikums Augsburg und dem Aufbau der Medizinischen Fakultät werde es zu einer steigenden Zahl von Unternehmensgründungen, insbesondere im Hightech-Bereich kommen. Voraussetzung ist aber die Bereitstellung von adäquaten Gewerbeflächen. „Für die Kommunen im Wirtschaftsraum wird es darum gehen, bereits vorhandene Flächen in räumlicher Nähe zur Uniklinik zu entwickeln, sodass sie verkehrlich sehr gut erreichbar sind, eine leistungsfähige Breitbandinfrastruktur aufweisen und attraktiv gestaltet sind“, sagte Landrat Klaus Metzger, Landkreis Aichach-Friedberg.

Insgesamt "könnte die Beschäftigung im Wirtschaftsraum Augsburg um 6.530 Personen und die Wertschöpfung um 399 Millionen Euro zunehmen", heißt es in der Studie. (pm/jaf)
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