Rückenwind für FW-Vorschlag und neue Ideen für den ÖPNV im Augsburger Süden

Auch die Freien Wähler selbst haben sich Fachleute ins Boot geholt. Konkret arbeiten Landtagsabgeordneter Johann Häusler und FW-Fraktionsvorsitzender Dr. Mehring (Foto) mit dem Dachverband der Bürgerinitiativen Mobilität e.V. (BueMobil) bezüglich der Ideen zugunsten einer nachdrücklichen Verbesserung der Verkehrssituation im Bereich südlicher Landkreis Augsburg/Stadt Augsburg/Landkreis Aichach-Friedberg zusammen. (Foto: Freie Wähler)

Mit ihrem Vorschlag, eine Bahnspange von Bobingen über Königsbrunn nach Mering zu errichten, haben die Freien Wähler um den Landtagsabgeordneten Johann Häusler und Kreistagsfraktionschef Dr. Fabian Mehring frischen Wind in die Debatte über den drohenden Verkehrskollaps im Süden von Augsburg gebracht.

FW geht es um einen Brückenschlag


Davon betroffen ist auch die zerfahrene Debatte über die umstrittene Osttangente. Geht es nach den Freien Wählern, soll durch ihren Vorschlag ein Brückenschlag zwischen den Bahntrassen nach München und ins Allgäu erfolgen, wodurch Königsbrunn als größte Landkreisstadt endlich ans Bahnnetz angebunden werden könnte.

FW haben sich Fachleute ins Boot geholt

Mit einer fachlichen Prüfung dieser Initiative befasst sich nach Auskunft des stellvertretenden Behördenleiters Stefan Scheckinger zwischenzeitlich nicht nur das Staatliche Bauamt in Augsburg. Auch die Freien Wähler selbst haben sich Fachleute ins Boot geholt. Konkret arbeiten Häusler und Dr. Mehring mit dem Dachverband der Bürgerinitiativen Mobilität e.V. (BueMobil) zusammen. Das Bündnis hat den FW-Politikern zwischenzeitlich einen renommierten Bahnexperten zur Seite gestellt hat, der Freistaat und Bundesregierung bereits bei mehreren vergleichbaren Projekten beraten hat und als bundesweit anerkannter Experte gilt. Kürzlich besprachen sich Freie Wähler, die Spitze von BueMobil und der Sachverständige nun im Augsburger Landratsamt.

Kurzfristig realisierbare Sofortmaßnahme wäre möglich

Neben einer fachlichen Bestätigung dafür, dass eine Quervernetzung der Bahnlinien südlich von Augsburg technisch möglich und verkehrspolitisch sinnvoll wäre, brachte die Zusammenkunft zwei zusätzliche Ideen zu Tage. Darunter eine kurzfristig realisierbare Sofortmaßnahme, die erhebliche Verbesserungen für Pendler aus dem Landkreissüden nach München bringen könnte. So ergaben technische Berechnungen, dass über die bereits bestehende Bahntrasse nach Kaufering eine Direktverbindung von Bobingen nach München etabliert werden könnte, ohne die Pendler zunächst rückwärts nach Augsburg zu befördern. „Dabei könnte eine Fahrtzeit von deutlich unter einer Stunde erreicht werden. Weil der Freistaat ohnehin den Ausbau der Bestandsstrecke über Geltendorf plant, wäre dies auch verkehrspolitisch stimmig“, freut sich FW-Kreistagsfraktionschef Dr. Fabian Mehring.

Brückenschlag zwischen Bobingen, Königsbrunn und Mering

Jenseits der Relation nach München, bringt der konsultierte Eisenbahningenieur zudem eine Variante zum gewünschten Brückenschlag zwischen Bobingen, Königsbrunn und Mering ins Spiel: Da Königsbrunn ohnehin an das Augsburger Straßenbahnnetz angeschlossen werden soll, besteht die Zukunftsvision in einer Weiterführung dieser Straßenbahnlinie nach Bobingen und Mering. Auf Basis einer fiktiven Trassenführung kommt der Fachmann dabei – eingedenk aller Haltestellen – auf eine Fahrtzeit von unter sieben Minuten zwischen dem Bobinger Bahnhof und dem Omnibusbahnhof in Mitten von Königsbrunn, wobei außerorts mit 70 Stundenkilometern gefahren werden könnte. „Dabei würde im Vorbeigehen auch eine bessere Anbindung des gesamten Landkreissüdens an Uni, Messe und das Stadtgebiet von Augsburg möglich“, zeigt Landtagsabgeordneter Häusler sich angetan.

Idee einer vorläufigen Schnellbuslinie

Mittelfristig könnte die Tram dann auch von Königsbrunn nach Mering führen und damit die Funktion der gewünschten Querverbindung zu den Münchner Netzen erfüllen. „Die Fahrtzeit eingedenk eines möglichen Zwischenhalts im Naherholungsgebiet an der Lechstaustufe betrüge zwischen Bobingen und Mering etwa eine Viertelstunde und wäre freilich deutlich attraktiver, als auf der überlasteten B17 im Stau zu stehen“, rechnet Mehring vor. Für sofort realisierbar und dringend angezeigt, halten die Verantwortlichen von BueMobil indes die von Dr. Mehring ins Spiel gebrachte Idee einer vorläufigen Schnellbuslinie zwischen Bobingen und Mering, die später durch Schienenverkehr ersetzt werden soll. „Man hat sich unter den Experten eher gewundert, dass es so etwas nicht schon längst gibt“, berichtet Häusler dazu. Bezüglich einer schnellstmöglichen Umsetzung erneuert Mehring im Zuge dessen seine Forderung nach einer Aufwertung der bestehenden Buslinie 100 zu einem eng vertakteten Schnellbus.

FW kämpfen um politische Mehrheit für ihre Vision


Mit diesem fachwissenschaftlichen Rückendwind wollen die Freien Wähler nach der Sommerpause nun umso energischer für eine nachhaltige Verbesserungen der Verkehrsbeziehungen im südlichen Landkreis kämpfen. „Jetzt wissen wir das wir mit unseren Ideen richtig liegen. Nun gilt es dafür zu kämpfen, politische Mehrheiten für unsere Visionen zu gewinnen“, zeigt sich Fraktionschef Dr. Mehring entschlossen. Für den Herbst ist ferner eine Verkehrskonferenz für den Landkreissüden vorgesehen, die von BueMobil und Entscheidungsträgern der Deutschen Bahn fachlich begleitet werden soll.(pm)
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