Nach Brand in Gögginger Wohnheim: Studenten helfen sich

Die Spuren des Wohnungsbrands im Studentenwohnheim in der Römerstädter Straße sind noch deutlich zu sehen. Gutachter besichtigen das gesperrte Gebäude. Wann es wieder bewohnbar ist, ist unklar. Foto: Patrick Bruckner

Das Studentenwohnheim an der Römerstädter Straße ist nach einem Wohnungsbrand vorerst unbewohnbar. Wie lange es dauern wird, bis die Studenten wieder in ihre Wohnung können ist nicht bekannt, Gutachter besichtigen das Gebäude noch. Betroffene sind vorübergehend bei Freunden und Kommilitonen untergekommen.

Vor dem Gebäude stehen Klappstühle, Sofas, sonstige Möbel und sogar eine Gitarre. Die Eingänge sind mit Absperrbändern versperrt und ein leichter Brandgeruch liegt noch immer in der Luft.
Nach einem Brand in einem Studentenwohnheim an der Römerstädter Straße in Göggingen am vorvergangenen Samstag ist das Gebäude derzeit unbewohnbar. Als am Samstagabend gegen 21.20 Uhr der Notruf bei der Feuerwehr einging, befanden sich nur rund 50 Menschen im Gebäude. Gemeldet sind 256 Mieter.

Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand ein Zimmer im dritten Stock bereits in Vollbrand. Zwei Bewohner mussten über eine Drehleiter gerettet werden. Insgesamt wurden vier Personen leicht verletzt - sie erlitten eine Rauchgasvergiftung. Die Bewohnerin des brennenden Zimmers wurde vorsorglich zur Behandlung ins Zentralklinikum gebracht. Die Studentin steht nach Angaben der Polizei im Fokus der Ermittlungen.

Ob der Frau fahrlässiges oder gar vorsätzliches Handeln vorgeworfen werden muss, bedürfe weiterer Ermittlungen, heißt es im Bericht der Polizei. Bei der Begutachtung des Gebäudes stellte die Feuerwehr fest, dass sich Schmierruß in sämtlichen Gängen und auf allen Stockwerken befindet. Da Schmierruß gesundheitsgefährdend ist, wurde das komplette Gebäude bis auf weiteres gesperrt.

Betroffene kommen bei Kommilitonen unter

Circa 50 Leute brachte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus diesem Grund vorübergehend anderweitig unter. Eine Studentin des gegenüberliegenden Wohnheims war zwar zum Zeitpunkt des Brands nicht vor Ort aber sie berichtet, dass einige der Studenten des betroffenen Wohnheims nun bei Freunden und Kommilitonen in dem ihrigen untergekommen seien. Auch habe sie mitbekommen, dass Studenten in Begleitung das gesperrte Gebäude betreten dürfen, um ein paar Dinge oder Kleidung zu holen.

Wann eine Rückkehr der Studenten in ihr Wohnheim möglich ist, ist unklar, denn Gutachter besichtigen das Gebäude erst. Für die Entfernung des Schmierrußes ist eine professionelle Reinigung erforderlich.

Durch den schnellen Einsatz der Berufsfeuerwehr und der freiwilligen Feuerwehr Göggingen konnte eine weitere Ausbreitung des Feuers verhindert werden. Denn wie die Feuerwehr berichtet, drohte das Feuer auch auf die darüber liegende Wohnung überzugreifen.

Durch den Brand und die anschließenden Löscharbeiten wurden mehrere umliegende Zimmer in Mitleidenschaft gezogen. Die Schadenssumme beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf rund 100 000 Euro, berichtet die Polizei.

Wie sich Personen im Brandfall verhalten sollten

Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) gibt Tipps zur Gefahrenvorbeugung und zum richtigen Handeln im Notfall. "Wichtig ist, möglichst die Ruhe zu bewahren. Hier hilft, sich bereits vorher über den Fluchtweg und die Bedienung des Feuerlöschers zu informieren", rät Ziebs. Zudem empfiehlt er im Notfall, die Flucht- und Rettungswege freihalten und einprägen. Rauchwarnmelder sollten regelmäßig überprüft und betriebsbereit gehalten werden. Fehlende oder defekte feuerwehrtechnische Einrichtungen umgehend der Hausverwaltung melden. Brand- und Rauchschutztüren sollten keinesfalls blockiert werden, Sperrmüll oder andere brennbare Gegenstände sollten nicht im Bereich der Fassade gelagert werden. Anfahrtswege und Bewegungsflächen für die Feuerwehr seien jederzeit freizuhalten, so Ziebs.

Sollte ein Feuer ausbrechen, gelte es, Ruhe zu bewahren und das Gebäude über die ausgewiesenen Flucht- und Rettungswege zu verlassen und dabei niemals den Aufzug zu benutzen. Umgehend den Notruf 112 wählen, eigene Löschversuche sollten nur dann unternommen werden, wenn sie gefahrlos möglich sind.

Ziebs ergänzt, dass Personen auf dem Rettungsweg niemals durch Feuer und Rauch flüchten sollten und sich zur Not am Fenster oder Balkon bemerkbar machen und in jedem Fall die Anweisungen der Feuerwehr befolgen sollten.
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