SENSIBLES THEMA

Augsburg: Universität Augsburg | Die Amnesty-Hochschulgruppe Augsburg blickt auf zwei erfolgreiche Aktionstage zum Thema weibliche Genitalverstümmelung mit interessanten Teilnehmern zurück. Den Höhepunkt bildete der spannende Vortrag »Bildung statt Beschneidung«. Die Gynäkologin Eiman Tahir und die Dolmetscherin, Aktivistin und Autorin Fadumo Korn, die selbst betroffen ist, setzen sich mit dem Verein Nala gegen weibliche Genitalverstümmelung ein und berichteten eindrücklich über ihre Erfahrungen. Als sie Hintergründe, Folgen und die medizinische Behandlung von Frauen nach der Genitalverstümmelung erklärten, mussten ein paar Teilnehmer in Schock den Raum verlassen, kamen jedoch wieder zurück. Neben der begleitenden Ausstellung zur weiblichen Genitalverstümmelung haben wir an der bundesweiten Vorleseaktion »Wüstenblume muss nicht sein – die Kisii, das WISSEN und der WANDEL« teilgenommen und zeigten den Film »Wüstenblume« von Waris Dirie. Unterstützung erhielten wir dabei auch von unserer Twinning-Gruppe in Ghana, die uns von einem Vortrag in einer Schule u. a. zu »My body my rights« berichtete, um das Thema jungen Menschen nahezubringen. Ziel unserer Aktionen war es, Aufmerksamkeit und Wissen über dieses sehr sensible Thema zu vermitteln. Denn weibliche Genitalverstümmelung verletzt sowohl zivile und politische als auch soziale und kulturelle Menschenrechte von Frauen, wie das Recht auf physische Unversehrtheit, das Recht auf Leben und Gesundheit, aber auch das Recht auf Bildung und Selbstbestimmung der Frauen. In Deutschland wurde – auch mit Unterstützung von Amnesty – bereits ein Fortschritt erzielt: Im neuen Zuwanderungsgesetz ist nun geschlechtsspezifische und nichtstaatliche Verfolgung als Fluchtgrund anerkannt – dies war eine zentrale Forderung von Amnesty. Doch es gibt noch viel zutun. Das neue Gesetz bietet Mädchen und Frauen keinen systematisch besseren Schutz in Deutschland vor Beschneidung. Weltweit gibt es Schätzungen zufolge etwa 200 Millionen beschnittene Mädchen und Frauen. Jedes Jahr erleiden etwa drei Millionen Mädchen, meist unter 15 Jahren, eine Genitalverstümmelung. In Deutschland sind Schätzungen zufolge etwa20.000 Frauen und Mädchen betroffen. Es gibt aktuell keine internationalen Menschenrechtsstandards, in denen die Beschneidungspraxis an männlichen Kindern verurteilt wird. Auch Amnesty arbeitet nicht ausreichend zu der Thematik, das hat wohl mit unserer Arbeitsweise und fehlendem Research zutun, ist jedoch kein Rechtfertigungsgrund für die möglichen Folgen.
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