Fos/Bos Augsburg wird für 75 Millionen Euro saniert

(Foto: Sagarika Mehta/ Kiano Löhr)
 
Demonstration der Schüler für eine Sanierung der Fachoberschule Augsburg. (Foto: Laura Bongardt)

Plötzlich geht alles doch ganz schnell. Die Stadt hat am Freitag bekannt gegeben, dass das marode Schulzentrum am Alten Postweg umfangreich renoviert wird.

Das Dach leckt, Wände schimmeln, es ist eng und die Toiletten reichen vorne und hinten nicht für die größte Schule der Stadt: Der Komplex, der Fach- und Berufsoberschule sowie die Reischlesche Wirtschaftsschule beherbergt, ist mehr als nur in die Jahre gekommen – er ist in teils katastrophalem Zustand. Viele der insgesamt rund 2800 Schüler sind deshalb am Freitag auf die Straße gegangen. Sie fordern mehr Geld für ihre und andere Schulen.

Die Stadt hat nun überraschend schnell reagiert. „Zum Erhalt der Bausubstanz sowie für einen geordneten Schulbetrieb sind größere bauliche Eingriffe nötig“, schreibt die Stadt in einer Pressemitteilung. Das habe sich herausgestellt, als man in den vergangenen Jahren den Brandschutz sanierte.

Ein neues Raumkonzept für die Fos/Bos ist fast fertig

Anfang 2016 verschlechterte sich der allgemeine Bauzustand der Fos/Bos erheblich, weiß auch die Stadt. „Bereits im Sommer 2016 gab es deshalb ein Gespräch zwischen der Schul- und Bauverwaltung mit dem Ergebnis, dass die Generalsanierung des gesamten Schulkomplexes eine sinnvolle Maßnahme sei“, heißt es weiter. Daraufhin habe man damit begonnen, die Rundumerneuerung zu planen. Im September vergangenen Jahres sei der Förderantrag eingereicht worden.

Im November machte sich auch Oberbürgermeister Kurt Gribl ein Bild von den Zuständen. Fünf Tage später habe es ein Spitzengespräch mit Bürgermeisterin Eva Weber, Bildungsreferent Hermann Köhler, Baureferent Gerd Merkle und dem Regierungspräsident von Schwaben, Karl Michael Scheufele, stattgefunden, in dem die Teilnehmer eine Förderung einer Gesamtsanierung festlegten. In einem Workshop mit Lehrern wurde im Anschluss ein Raumprogramm entwickelt, das den Anforderungen an einen zeitgemäßen Unterricht entspricht. Dieses neue Raumkonzept wird in Kürze bei der Regierung von Schwaben zur Prüfung eingereicht.

Kosten für die Sanierung am Alten Postweg: 75 Millionen Euro

„Nach dem bisherigen Vorentwurf liegen die Gesamtkosten bei mindestens 75 Millionen Euro, ohne Turnhalle und Außenanlagen. Dies bedingt jedoch, dass die erforderlichen Haushaltsmittel bereitgestellt werden können“, wird Baureferent Gerd Merkle in der Mitteilung zitiert. Ein Baustart für die Generalsanierung könnte im Jahr 2020 erfolgen. Bis dahin werden die Brandschutzmaßnahmen fortgesetzt. „Der aktuelle planerische Stand wird dem Stadtrat in der April-Sitzung zum Beschluss vorgelegt“, lässt die Stadt wissen.
Stellen auf dem Dach, vor allem im Bereich der Lichtkuppeln, werden fürs Erste provisorisch abgedichtet. Seit mehreren Monaten arbeite die Bauverwaltung an der technischen Lösung für Notdächer und ermittelt die Kosten. Mit über 20 Metern Spannweite werden diese an drei Stellen auf die bestehenden Dächer aufgebaut, um weiteren Wassereintritt zu verhindern. Zudem wird ein Interim-Klassentrakt mit zwölf Räumen an der Schule errichtet. (lib)
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