Kommentar zum Hallenbad-Streit in Augsburg: Die 50 Meter müssen sein

Die Forderung der Vereine nach einem 50-Meter-Hallenbecken beschäftigt den Augsburger Stadtrat. (Foto: Symbolbild / Wavebreak Media Ltd. 123rf.com)
Wer sich ernsthaft mit den Argumenten der Schwimmsportvereine auseinandersetzt, kann nur zu einem Ergebnis kommen: Augsburg, ja ganz Schwaben braucht das 50-Meter-Hallenbecken. Da darf dem Stadtrat auch nicht die Parteizugehörigkeit einzelner Mitglieder der Vereine im Wege stehen. Und: Es darf nicht die Schulsanierung gegen das Schwimmbecken aufgerechnet werden.

Wer so argumentiert, verkennt, dass es schlicht überlebensnotwendig sein kann, schwimmen zu können – wie der tragische Tod eines Buben nach einem Badeunfall in Thierhaupten diesen Sommer gezeigt hat.

Das müssen sich auch die Befürworter eines Familienbads klar machen. „In einem Spaßbad kann man das Schwimmen nicht lernen. In einem Spaßbad kann man aber ertrinken“, hat Bernd Zitzelsberger sehr treffend bemerkt.

Der Stadtrat täte gut daran, diese Notwendigkeit grundsätzlich einzuräumen und mit einem entsprechenden Beschluss zu fixieren. Die konkrete Umsetzung wird sich ohnehin noch länger hinziehen. Der Wunsch der Vereine, dass die Schwimmhalle 2024 fertig sein soll, wird sich vermutlich nicht verwirklichen lassen. Aber sie haben zumindest eine konkrete Perspektive verdient.

So viel sollte die viele ehrenamtliche Vereinsarbeit wert sein – besonders die Leistung der Wasserwacht und der DLRG, deren Mitglieder in den Sommermonaten die Seen der Region für alle Badenden und Schwimmer sicherer machen.

Um nicht zuletzt ihnen vernünftige Ausbildungsmöglichkeiten zu bieten, sollte die Stadt die Investition auf sich nehmen und damit diese 50 Meter große Lücke in den Augsburger Sportstätten schließen.
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