Neue Tiefgarage für Augsburg: Planungen für Parkhaus an der Kongresshalle beginnen

Unter der Gögginger Straße vor der Kongresshalle soll eine neue Tiefgarage entstehen. (Foto: Laura Türk)

Am Kongress am Park soll nun auf jeden Fall eine neue Tiefgarage entstehen. Einem entsprechenden Antrag stimmte der Stadtrat am Donnerstag zu. Es wird unabhängig von dem Parkhaus an der Kongresshalle selbst gebaut, über das die Stadt seit Jahren mit den Eigentümern diskutiert.

"Für mich ist bis heute nicht sicher, was im Bereich des alten Parkhauses entsteht und wann", sagte dazu OB Kurt Gribl. Da die Stadt keinen Einfluss darauf habe, wann und ob in diesem Bereich wieder Parkmöglichkeiten entstehen, will sie nun mit der Planung einer eigenen Alternative unter der Gögginger Straße beginnen. Vorerst sollen die Realisierungsmöglichkeiten und die Kosten untersucht sowie mögliche Investoren gesucht werden. Die Stadt schließt aber auch nicht aus, dass sie die Tiefgarage selbst betreiben wird. 

Kritisch zeigten sich im Stadtrat die Grünen, die gegen den Vorschlag stimmten. Ein neues Parkhaus erzeuge nur mehr Verkehr, und außerdem würde in 50 Jahren der Individualverkehr sowieso stark zurückgehen. Dem hielt Rudolf Holzapfel von Pro Augsburg entgegen. Das Argument, dass Tiefgaragen für mehr Verkehr sorgten, sei durch nichts zu belegen. Vielmehr sei es durch sie möglich, den Verkehr an bestimmte Orte zu lenken.

Auch die SPD-Fraktion steht hinter dem Projekt, Stadtrat Alexander Süßmair (parteilos) betonte, dass eine Tiefgarage speziell an dieser Stelle sehr sinnvoll sei. "Ich denke man braucht für ein Kongresszentrum in irgendeiner Art Stellplätze", sagte er. Auch, da im umliegenden Antonsviertel kaum genug Stellplätze für die Anwohner vorhanden sind, und dieses Problem durch die Besucher der Kongresshalle noch verschärft wird. Süßmair forderte allerdings, dass die Stadt das Parkhaus selbst betreibt "und dort das Geld verdient".

Die Tiefgarage unter der Gögginger Straße soll voraussichtlich einen direkten Zugang zum Kongress am Park haben und mindestens 360 Stellplätze auf zwei Stockwerken bieten. Diese sollen auch durch benachbarte Anlieger sowie die Gäste der Hotelanlage genutzt werden können.

In der Planungsphase sollen nun vorerst die technischen Voraussetzungen einer Garage unter der Gögginger Straße geprüft und die Kosten berechnet werden. Auch verschiedene Varianten, zum Beispiel eine barrierefreie Anbindung vom Kongress am Park oder ein Zugang zum Hotel Dorint, werden untersucht. Zudem soll die Planung alle gängigen Standards in Ausstattung und Betrieb berücksichtigen. Für diesen ersten Schritt rechnet die Stadt mit Kosten von rund einer Million Euro.

Die Idee, die tariffreie Zone um eine Haltestelle zum Kongress am Park zu erweitern, "wäre sachdienlich und sollte geprüft werden", meint Kurt Gribl noch immer. Dann wäre das Parkhaus für Pendler attraktiv, und ein Teil des Verkehrs könne aus der Innenstadt heraus gehalten werden.

Für andere, weiter außerhalb liegende, Park & Ride Plätze sei dies aber nicht möglich, da dann das ganze Tarifsystem nicht mehr funktioniere. "Die tariffreie Zone muss man als Versuch der Attraktivitätssteigerung der Innenstadt sehen, nicht als Beginn eines komplett tariffreien Bereichs", so Gribl.
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