"Schlicht ein Skandal": Lehrergewerkschaft kritisiert Schulpolitik der Stadt Augsburg

Schule im Eimer: An manchen stellen im Gebäude tropft Regenwasser durch die Decke. Den Zustand der FOS/BOS und die geplante Sanierung anstelle eines Neubaus kritisiert nun die Lehrergewerkschaft scharf. (Foto: Laura Bongardt)

Die Zustände in der FOS/BOS in Augsburg treiben auch die Lehrer der Schule um. Die Entscheidung des Stadtrats, das marode Gebäude komplett zu sanieren, stößt auf harsche Ablehnung der Augsburger Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.

Vor rund 17 Monaten brannte es im Lehrerzimmer der FOS/BOS. Seither "muss das dortige Lehrerkollegium mit einem 'Interimslehrerzimmer' vorlieb nehmen. In diesen Raum regnet es hinein, es ist nicht zu lüften und hat auch keinen Zugang zum Sozialraum der Lehrerinnen und Lehrer. Kurz: Es ist eine Zumutung", kritisiert Tobias Bevc. Der Stadt und den verantwortlichen Stellen sei diese Situation bekannt, sagt der Gewerkschafter. "Nur: Es geschieht nichts."

Das "leidige Thema der Schulsanierung" begleite Augsburg schon seit Jahren. "Nach der Wahl 2014 wurde ein großangelegtes Schulsanierungsprogramm angekündigt. '300 Millionen für Augsburgs Schulen' hieß es, werde man in die Hand nehmen. Knapp vier Jahre später ist offensichtlich: Die 300 Millionen Euro reichen hinten und vorne nicht", moniert Bevc. Auf 15 Jahre – von 2015 bis 2030 – seien 300 Millionen Euro eben auch nur 20 Millionen pro Jahr. "Diese Summe sollte grundsätzlich jährlich zur Sanierung und Pflege der Augsburger Schulen zur Verfügung stehen. Dass dies jahrzehntelang nicht der Fall war, ist schlicht ein Skandal."

"Dass der Geldsegen nicht ausreicht, versinnbildlicht am schönsten die FOS/BOS", sagt Bevc und geht mit der Entscheidung des Stadtrats ins Gericht, das Gebäude zu sanieren statt neu zu bauen. Laut der Gewerkschaft saniert man nun für teures Geld ein Schulgebäude "in dem Wissen, dass es zu klein sein wird, um alle Schüler dort unterzubringen". Die Gewerkschaft lässt wissen: "Sowohl das Lehrerkollegium, die betroffenen Schüler und der Ministerialbeauftragte sind für einen Schulneubau!"
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