Bayern-Derby in Augsburg: 1.FC Nürnberg erzwingt 2:2 Unentschieden

Alfred Finnbogason bewies einmal mehr, wieso er von Anfang an auf dem Feld stehen sollte. Bereits nach zehn Minuten schob er zur 1:0 Führung gegen Nürnberg ein. (Foto: Alexander Heinle)
 
Die Fans des FC Augsburg in Gedenken an den langjährigen Vereinspräsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Bircks. (Foto: Alexander Heinle)
Augsburg: WWK Arena |

Das Heimspiel des FC Augsburg gegen den 1.FC Nürnberg wurde vom Todesfall von Augsburgs langjährigem Präsidenten und Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Bircks überschattet. Engagiert trat sein Verein vor allem in der ersten Halbzeit auf und ging hoch verdient in Führung. Fahrlässig liegengelassene Chancen gaben den Gästen Aufwind, so dass diese kurz vor Schluss das 2:2 Ausgleichstor erzielen und einen Punkt erzwingen konnten.

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Das Bayern-Derby zwischen Augsburg und Nürnberg in der Fuggerstadt wurde überschattet von der traurigen Nachricht des Todes des Aufsichtsratsvorsitzenden Peter Bircks. Er verstarb am Freitag an den Folgen eines Verkehrsunfalls. Die Mannschaft von Cheftrainer Manuel Baum lief mit Trauerflor auf und gedachte Bircks in einer Trauerminute. "Es ist ein richtiger Schock gewesen", sagte Kapitän Daniel Baier nach dem Spiel. Er kenne Bircks seit zehn Jahren und war in regelmäßigem Austausch mit ihm. "Während der Schweigeminute beschäftigt einen das, aber mit Anpfiff liegt der Fokus voll auf dem Spiel", so Baier.

Personell wechselte Augsburgs Baum im Vergleich zum DFB-Pokalspiel gegen Mainz am Dienstag auf vier Positionen. Für Michael Gregoritsch und André Hahn durften Alfred Finnbogason und Marco Richter von Beginn an ran. Jan Moravek zog sich am Dienstag einen Muskelriss zu. Unklarheit herrscht noch darüber, wie lange er dem FCA fehlen wird. Für ihn stand Baier auf dem Platz. Außerdem war Raphael Framberger nach den 120 Minuten im Pokal noch nicht wieder bei 100 Prozent. Rani Khedira rückte aus der Abwehrreihe auf die Sechserposition und Jonathan Schmid war in ungewohnter Position als Außenverteidiger zu sehen.

In der Anfangsphase des Spiels passierte auf dem Feld nicht viel. Wie aus dem Nichts erhöhte der FCA dann das Tempo, kam über die rechte Seite und mit einem feinen Doppelpass gelang es Jeffrey Gouweleeuw und Jonathan Schmid die gegnerische Abwehrreihe zu durchbrechen. Die scharfe Hereingabe des Franzosen Schmid von der Grundlinie fand Alfred Finnbogason, der frei vor dem Tor stand und aus drei Metern zur 1:0 Führung einnetzte.

FC Augsburg dominiert das Spiel

Das frühe Tor war wie ein Weckruf für die Mannschaft von Trainer Baum. Mit schönen Ballstafetten gelang es den Fuggerstädtern immer wieder gefährlich zu werden und sie bestimmten die Partie zunehmend. In der 34. Minute war es wieder der Isländer Finnbogason, der gar auf 2:0 hätte erhöhen können. Völlig frei aus fünf Metern kam er nach einer Ecke zum Kopfball, den er allerdings völlig verzog. So etwas kannte der Isländer bisher in der Bundesliga nicht. Jeder seiner sechs Torschüsse in der Liga war bis dato durch Erfolg gekrönt. Die Gäste waren also mit einem 0:1 Rückstand zur Halbzeit gut bedient.

Augsburg gab mit 65% Ballbesitz und einer Passgenauigkeit von 85% klar den Takt vor.
Die beste Chance in der ersten Hälfte hatten die Nürnberger, als Adam Zrelák nach einer Flanke von der linken Seite volley aus acht Metern abzog. Dank der disziplinierten Arbeit der Augsburger Abwehr, die ihn sofort bedrängte, konnte er nicht genügend Druck hinter den Ball bringen. So war es ein Leichtes für Augsburgs Torwart Andreas Luthe, den Ball sicher zu packen.

Nach Wiederanpfiff änderte sich am Spielgeschehen vorerst nicht viel. Augsburg drückte auf ein weiteres Tor, gab dadurch allerdings viel Raum für den Club aus Nürnberg für einen schnellen Gegenstoß.

Augsburg arbeitete viel über die Flügel und versuchte mit gefühlvollen Hereingaben von Schmid oder Marco Richter, ihren Torgaranten Finnbogason in Szene zu setzen. Jener Richter war es, der eine perfekte Flanke in die Strafraummitte schlug und den Isländer mustergültig bediente. Per Kopf verfehlte Finnbogason um Haaresbreite und traf nur das Aluminium.

Im direkten Gegenzug nutzten die Cluberer die ihnen gebotenen Räume und drangen über rechts bis an den Strafraum vor. Eine Flanke wurde zunächst abgewehrt, prallte allerdings vor die Füße von Nürnbergs Alexander Fuchs, der dann aus spitzem Winkel draufhielt und das Spielgerät direkt über Luthes Kopf hinweg zum 1:1-Ausgleichstreffer versenkte.

"Sensationsfreistoß" von Jonathan Schmid

Nun konnten die Zuschauer in der ausverkauften WWK-Arena ein offenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten verfolgen. Die bayerischen Schwaben ließen sich durch den Ausgleich nicht aus dem Konzept bringen und stürmten weiterhin munter nach vorn. Nur fünf Minuten später kam es zu einer Standardsituation. Für Freistöße ist eigentlich Michael Gregoritsch zuständig. Dieser war allerdings nicht auf dem Feld und so war es Schmid, der sich entschlossen das Kunstleder griff und zum Freistoß aus 20 Metern ansetzte.

"Gestern im Abschlusstraining habe ich aus ähnlicher Position einen Freistoß oben rechts ins Eck getroffen", erklärte Schmid. Voller Zuversicht wartete er auf die Freigabe des Unparteiischen. Als der Pfiff ertönte, lief er an und bugsierte den Ball mit einem "Sensationsfreistoß", wie ihn Baum später nannte, über die Mauer ins rechte obere Toreck zur 2:1 Führung. Unhaltbar für Schlussmann Christian Mathenia.

Der 1.FC Nürnberg kämpft sich zurück

Wer glaubte, dass Nürnberg sich dadurch unterkriegen ließ, sollte eines Besseren belehrt werden. Die Halbzeitansprache von Trainer Michael Köllner begann langsam Wirkung zu zeigen. Zunehmend offensiver trat der Club auf und drückte Augsburg gegen Ende des Spiels in die eigene Hälfte. Der FCA beschränkte sich größtenteils nur noch auf die Absicherung und so kamen die Gäste zu vielen Standardsituationen.

Zwei Minuten vor Spielende segelte die mittlerweile fünfte Ecke in den Augsburger Strafraum. Francisco Caiuby verteidigte zu unkonzentriert und so kam es wie es kommen musste, sein Gegenspieler Lukas Mühl köpfte aus sieben Metern den Ball zum 2:2 Ausgleichstreffer ins Tor.

Augsburg hat "nach dem Ausgleich gebettelt"

"Das ist am Ende keine technische Frage mehr, sondern einfach erzwungen, das gibt es nunmal im Fußball. Nürnberg hatte viele Standards und einer geht dann halt auch mal rein", erklärte Augsburgs Luthe nach dem Spiel. Sowohl er als auch Schmid und Baier bemängelten die Konsequenz, mit der die Angriffe in der zweiten Halbzeit zu Ende gespielt wurden.

Der FC Augsburg hätte mit einem Sieg eine perfekte Woche abschließen können. Die Mannschaft verpasste es jedoch, nach der jeweiligen Führung nachzulegen und habe nach dem Ausgleich gebettelt, so Baum. Am Ende konnte sich Nürnberg durch eine kämpferische Leistung in Halbzeit zwei einen Punkt sichern.

Am kommenden Wochenende steht das Auswärtsspiel gegen Hoffenheim auf dem Plan. Dies dürfte angesichts des heutigen 4:1 Triumphs gegen Leverkusen kein einfaches Spiel für Augsburg werden.

Aufstellung des FC Augsburg:
Andreas Luthe - Philipp Max, Martin Hinteregger, Jeffrey Gouweleeuw, Jonathan Schmid - Daniel Baier, Rani Khedira, Caiuby Francisco da Silva, Ja-Cheol Koo, Marco Richter - Alfred Finnbogason

Zuschauer: 30.660 (ausverkauft)
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