„Die schlimmste Niederlage“: FC Augsburg verliert Schwabenderby

Geknickte Augsburger: Nach acht ungeschlagenen Schwabenderbys gegen den VfB Stuttgart verlor der FCA zuhause mit 0:1. (Foto: Alexander Heinle)
Augsburg: WWK Arena |

Der FC Augsburg verliert nach acht ungeschlagenen Aufeinandertreffen das Schwabenderby gegen den VfB Stuttgart verdient mit 0:1. Ein Treffer von Michael Gregoritsch zum möglichen Ausgleich wurde nach Videobeweis annulliert.   Bilderalerie zum Spiel

Noch bevor die Partie des FC Augsburg gegen den VfB Stuttgart überhaupt angepfiffen werden konnte, wurden in der WWK Arena bereits Höchstleistungen erbracht. Einer Vielzahl an Helfern war es zu verdanken, dass das Schwabenderby nach den Schneefällen des Wochenendes überhaupt stattfinden konnte. Gemeinsam hatten die Freiwilligen Rasen, Ränge und Stadionumlauf vom Schnee befreit und so für bundesligataugliche Bedingungen gesorgt.

Gomez per Abstauber zum Führungstreffer

Nicht ganz so beeindruckend wie das Engagement der Fans beim Schnee schippen gestaltete sich dann das Aufeinandertreffen zwischen dem FC Augsburg und VfB Stuttgart auf dem Platz. Der FCA war zu Spielbeginn zwar die aktivere der beiden Mannschaften, konnte sich aber ebenso wie die Gäste keine klaren Torchancen erspielen.
Und so war es schließlich auch keine Überraschung, dass das erste und einzige Tor der Partie aus einer Standardsituation entstand. Nachdem ein Freistoß des Ex-Augsburgers Erik Thommy in der Mauer hängen blieb, staubte Nationalstürmer Mario Gomez in der 28. Spielminute eiskalt zur Führung der Gäste ab.

Dem Spiel der Hausherren mangelte es unterdessen vor allem an Kreativität in der Offensive. Die ideenlosigkeit im Spielaufbau sorgte letztlich dafür, dass nahezu jeder Angriff über die linke Seite von Philipp Max lief, der teilweise zwanghaft von seinen Mitspielern versucht wurde in Szene zu setzen. Häufig übersahen die Augsburger dabei besser postierte Anspielstationen und machten es den Gästen nicht allzu schwer.

Videobeweis verhindert Ausgleich durch Gregoritsch

Und doch hätte es beinahe zum Ausgleich für die bayerischen Schwaben gereicht. Einen Schuss von Ja-Cheol Koo konnte Schlussmann Zieler nur vor die Füße von Michael Gregoritsch abprallen lassen, der sauber zum vermeintlichen Ausgleich abstaubte. Die Freude währte jedoch nur kurz. Nach Rücksprache mit dem Videoassistenten nahm Schiedsrichter Tobias Stieler den Treffer berechtigterweise wegen einer Abseitsstellung zurück und sorgte damit für Ernüchterung auf den Rängen. „Für solche Situationen haben wir den Videobeweis. Ich bin ein Fan der Technik und die Entscheidung war korrekt. Das muss man akzeptieren“, zeigte sich auch Gregoritsch nach Schlusspfiff mit der Entscheidung einverstanden.

Nicht ganz so glücklich war die Entscheidung Stielers, das laufende Spiel wegen der Bewertung eines Zweikampfs zwischen Martin Hinteregger und Gomez im Augsburger Strafraum zu unterbrechen. Letztlich blieb der Unparteiische zwar bei seinem Urteil, keinen Elfmeter zu pfeifen, der Zeitpunkt des Videobeweises sorgte allerdings für Verwirrung. „Es war schon komisch, dass er das Spiel einfach unterbrochen hat. Uns Spielern wurde die Anwendung anders erklärt. In der Situation waren beide Mannschaften etwas verwirrt“, gab Kapitän Daniel Baier nach Schlusspfiff zu.

Kopflos gegen die Wand

Erst durch die Einwechslungen von Jan Moravek und Sergio Cordova im zweiten Durchgang fand der FC Augsburg zu mehr Struktur im Spielaufbau. Vor allem Moravek übernahm umgehend das Kommando im Augsburger Mittelfeld und trug zu mehr Ordnung im Aufbauspiel bei. "Jan ist unser technisch stärkster Spieler", lobte auch Innenverteidiger Martin Hinteregger den Auftritt des Tschechen.

Der FCA wurde in der Folge immer aktiver und übernahm die Spielkontrolle, ohne sich dabei jedoch klare Tormöglichkeiten zu erspielen. Zeitgleich hatten die Männer von Trainer Manuel Baum, der wegen Meckerns auf die Tribüne verbannt wurde, Glück, dass die Stuttgarter ihre Konterchancen durch Daniel Ginczek und Gomez nicht verwerteten.

Am Ende warf der FCA nochmal alles nach vorne, rannte dabei aber „kopflos gegen die Wand“, wie Baier im Nachhinein zugab. Die treffendste Einschätzung zur Partie kam aber von Hinteregger. „Das war die schlimmste Niederlage der Saison. So wie wir aufgetreten sind, haben wir verdient verloren. Stuttgart war heute nicht unschlagbar gut“, zeigte sich der Österreicher nach Spielende sichtlich unzufrieden mit dem Ausgang der Partie.
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