Dritte Heimpleite in Folge: FC Augsburg baut Negativserie gegen Bremen aus

Das erste Bundesligator von Rani Khedira war am Ende zu wenig für den FC Augsburg. (Foto: Klaus Rainer Krieger)
Augsburg: WWK Arena |

Der FC Augsburg verliert beim 1:3 gegen den SV Werder Bremen zum dritten Mal in Folge im eigenen Stadion. Der zwischenzeitliche Anschlusstreffer von Rani Khedira reichte am Ende nicht, um die über weite Strecken der Partie sichtbaren Defizite in der Defensive sowie im Spielaufbau zu kaschieren.

Nach dem überzeugenden Auswärtssieg bei Hannover 96 vertraute Trainer Manuel Baum auch gegen den SV Werder Bremen auf die siegreiche Startelf des letzten Spieltags. Viel mehr hatte das Geschehen auf dem Platz dann allerdings nicht dem starken Auftritt der Vorwoche gemeinsam.

Der FC Augsburg schien gedanklich noch in der Kabine, da schlugen die Gäste in der fünften Spielminute bereits das erste Mal gnadenlos zu. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß setzte sich Ishak Belfodil im Eins-gegen-Eins erst erstaunlich leicht gegen Martin Hinteregger durch und ließ mit seinem platzierten Abschluss ins lange Eck dann auch Schlussmann Marwin Hitz keine Chance. Lediglich der fahrlässigen Bremer Chancenverwertung war es zu verdanken, dass der FCA nicht schon in der Anfangsviertelstunde höher in Rückstand geriet. „Bremen ist richtig gut in das Spiel reingekommen, bei uns hat eigentlich gar nichts gepasst in der ersten Halbzeit.", analysierte Hinteregger die schläfrige Anfangsphase treffend.

Mit einem Pfeifkonzert in die Halbzeitpause

Die Fuggerstädter agierten über weite Strecken der ersten Hälfte nicht nur zu weit weg vom Gegner, sondern vor allem fahrig im eigenen Spielaufbau. Besonders Gojko Kacar, vergangene Woche noch umjubelter Torschütze, präsentierte sich als Schwachstelle in der Hintermannschaft des FCA. Bezeichnend: Der Serbe ignorierte wiederholt die Anweisung Baums, den Spielaufbau über die rechte Seite zu suchen und trug damit Anteil an der Eindimensionalität des Augsburger Angriffsspiels.

Und auch beim zweiten Bremer Treffer, kurz vor dem Pausentee, machte der 31-Jährige keine gute Figur. Von einem schnellen Einwurf ließen sich Kacar und Aushilfsrechtsverteidiger Jonathan Schmid vollkommen überrumpeln und ermöglichten Belfodil den Doppelpack. Das Augsburger Publikum bedeckte den leblosen Auftritt ihrer Mannschaft schon zur Halbzeit mit einem ungewöhnlich deutlichen Pfeifkonzert.

Khediras erstes Bundesligator reicht nicht

Zu Beginn des zweiten Durchgangs zeigte sich der FC Augsburg, auch durch die Hereinnahme von Jan Moravek für Kacar, offensiv engagierter. Die erste Großchance hatten jedoch abermals die Gäste durch einen Lattentreffer von Eggestein.

Die Offensivbemühungen sollten sich aber schon bald auszahlen. Nach einer Ecke in der 63. Spielminute landete der Ball erneut bei Philipp Max, dessen maßgenaue Flanke Rani Khedira mit dem Kopf zum Anschlusstreffer ins lange Eck beförderte. „Nach der Pause haben wir uns etwas besser angepasst. Wir waren dran, hatten die Chancen zum Ausgleich. Mein erstes Bundesligator ist nur ein ganz, ganz schwacher Trost, viel lieber hätte ich heute gepunktet", zeigte sich der Torschütze ob des Resultats enttäuscht.

Rund zehn Minuten später war es Max dann höchstselbst, der den Ausgleich auf dem Fuß hatte, jedoch am Bremer Schlussmann Pavlenka scheiterte. „Da hätten wir vielleicht etwas mehr Spielglück gebraucht“, analysierte der Außenverteidiger im Nachgang der Partie.

Abgebrühter zeigten sich kurz vor Ende dann nochmals die Gäste. Nachdem der FCA in der gesamten Schlussviertelstunde nicht nur einmal Glück bei Bremer Kontern hatte, setzte Max Kruse mit seinem Treffer zum 1:3 in der 82. Spielminute schließlich den verdienten Schlusspunkt der Partie. „Das war ein offener Schlagabtausch. Wir mussten jedoch fast ein bisschen froh sein, nicht schon früher das Tor zu bekommen“, so Max nach Spielende.

Hoffnung auf Rückkehrer Finnbogason und Gouweleeuw

Aufgrund der anstehenden Länderspielpause hat der FC Augsburg keine Möglichkeit, der Formkrise schon in der nächsten Woche entgegenzuwirken. Doch die unfreiwillige Pause könnte sich positiv auf den Saisonendspurt auswirken. Vor allem die erwartete Rückkehr von Topstürmer Alfred Finnbogason dürfte der zuletzt eher zahnlosen Offensive neue Impulse verleihen. Zudem scheint auch eine rechtzeitige Genesung von Jeffrey Gouweleeuw bis zum Auswärtsspiel in Leverkusen möglich. Der in den vergangenen Wochen schmerzlich vermisste Innenverteidiger stieg kürzlich wieder ins Einzeltraining ein und könnte schon in zwei Wochen wieder eine Option im Abwehrzentrum sein.

Die Aufstellung des FC Augsburg: Hitz – Schmid, Kacar (46. Moravek), Hinteregger, Max – Baier, Khedira, Richter (79. Cordova), Koo, Caiuby – Gregoritsch

Ersatzbank: Luthe (Tor), Janker, Jakob, Heller, Parker
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