FC Augsburg tanzt Frankfurt aus

Dank des Tores von Ja-Cheol Koo ging der FCA mit 1-0 in Führung. (Foto: Alexander Heinle)
Augsburg: WWK Arena |

Allen Unruhen unter der Woche zum Trotz knallte der FC Augsburg die zweitbeste Defensive und zweitbeste Auswärtsmannschaft der Liga, Eintracht Frankfurt, mit 3-0 weg. Dank zweier Pirouetten-Tore auf dem Bierdeckel von Ja-Cheol Koo und Michael Gregoritsch und einer Bundesligatorpremiere durch Marco Richter sprang die Mannschaft von Manuel Baum auf den 7. Platz. Mit bereits elf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz, verabschiedet sich Augsburg wohl endgültig aus dem Abstiegskampf.
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Vor dem Spiel

Vier Änderungen in der Startelf gab es beim FCA: Framberger, Danso, Heller und Moravek starten statt Opare, der verletzten Gouweleeuw und Finnbogason sowie den gelb-gesperrten Khedira. Überraschend war die Nichtberücksichtigung von Sergio Cordova, als Ersatz für den Verletzten Toptorjäger Finnbogason.

Für Unruhe sorgte unter der Woche die Personalie Daniel Opare. Der Verteidiger wurde nicht nur aus dem Kader für die heutige Partie gestrichen, er soll sich gleich einen neuen Verein suchen. Vor der Partie äußerte sich Augsburgs Manager Stefan Reuter zur Causa Opare: "Daniel Opare hat uns bewusst und trotz der Konfrontation mit Fakten wiederholt belogen. Des Weiteren hat er mehrfach gegen den Verhaltenskodex innerhalb der Mannschaft verstoßen." Opare hatte unter anderem ohne Kenntnis des FC Augsburg mit Schalke 04 verhandelt, ein Treffen mit dessen Manager Christian Heidel wurde publik.

Fahrlässige Augsburger in Halbzeit eins

In der Halbzeit lag Frankfurt in allen Statistiken vorne – mehr gewonnene Zweikämpfe (51,64 Prozent), mehr Ballbesitz (57,34 Prozent), bessere Passquote (80,85 Prozent zu 69,74 Prozent) und mehr Flanken 7 zu 4. Die spielbestimmende Mannschaft in der ersten Halbzeit war jedoch ganz klar der FCA. Die 1-0 Führung, aus der 20 Minute durch Ja-Cheol Koo, war nicht nur völlig verdient, sie hätte deutlich höher ausfallen müssen. Einen Freistoß der Augsburger aus dem linken Halbfeld bekamen die Frankfurter nicht richtig geklärt. Die Kugel sprang von Boateng zu Koo, der Falette mit einer Körpertäuschung aussteigen ließ und per Drehung den Ball an den Innenpfosten des langen Ecks setzte.

Aber die neu formierte Augsburger Offensive ging fahrlässig mit den Chancen um: Die Torchancen wurden am Ende durch Fouls, Unvermögen und Hradecky, Frankfurts Keeper: Zuerst brachte Falette den durchgestarteten Heller an der Strafraumgrenze durch einen Schubser zu Fall (26. Minute). Dann verpasste in der 32. Minute nach Max-Flanke vom linken Flügel zuerst Gregoritsch den Ball im Frankfurter Strafraumzentrum, bevor der hereinsprintende Caiuby den Ball freistehend vor Hradecky nur ans Außennetz stolperte. Kurz vor der Halbzeit scheiterte Gregoritsch nach Zuspiel von Heller im Frankfurter Strafraumzentrum an Hradecky.

Souveräne Augsburger

Die zwote Halbzeit begann, wie die Erste endete. Marcel Heller scheiterte in der 51. Minute nach Flanke von Caiuby freistehend an Hradecky. Besser machte es der zweite Tänzer im Augsburger Kader, Michael Gregoritsch - Freistoß für den FCA aus dem linken Halbfeld: Max serviert in den Strafraum, Frankfurt bekam erneut den Ball nicht weg. Baier eroberte die Kugel, flankte auf Caiuby. Der bediente Gregoritsch, der die Kugel wie ein Balletttänzer aus der Luft pflückte und mit seinem Schuss aus der Drehung Hradecky keine Chance ließ.

In der Folge konzentrierten sich die Fuggerstädter darauf, den Frankfurter Spielaufbau zu stören und mit Kontern die Entscheidung zu erzwingen. Einen solchen vollendete Marco Richter. Der nach Balleroberung ein paar Schritte mit Ball machte und aus 18 Metern abzog - unten rechts schlug die Kugel ein. Es war das erste Liga Tor des 20-Jährigen.
Defensive überzeugte

Nur drei Torchancen ließ der FCA gegen die formstarken Frankfurter zu. Erste Abfangstation war Daniel Baier, der als Staubsauger vor der Abwehr 83 Prozent seiner Zweikämpfe gewann. Ebenso stark war Martin Hinteregger der als Abwehrchef nicht nur seinem jungen Landsmann, Kevin Danso, Halt gab, sondern in seinem 50. Bundesligaspiel für den FCA auch den Frankfurter Stürmern die Lust am Fußballspielen nahm.

Martin Hinteregger: 50. Bundesliga Spiel beim FCA für Mr Zuverlässig

Bereits sein 50. Bundesligaspiel für den FC Augsburg machte Martin Hinteregger – Mr Zuverlässig. In dieser Saison stand Hinteregger gegen die Frankfurter Eintracht bereits zum 17. Mal in der Startelf. Er verpasste bisher nur vier Spiele aufgrund einer Operation am Knöchel und wurde nach seinem Comeback zur Halbzeit ausgewechselt. Ansonsten verpasste er keine Minute. Er überzeugt durch ein gutes Stellungsspiel, welches ihm ermöglicht viele Zweikämpfe sauber zu führen – vor dem Spiel gegen Frankfurt ist er als zentraler Abwehrspieler öfters selbst gefoult worden, als das er Foul gespielt hätte (8 vs 7). Beleg dafür ist, dass er diese Saison auch erst eine gelbe Karte kassierte. Mit seiner guten Zweikampfquote von 60 Prozent und seiner Passquote von 80 Prozent trägt er maßgeblich dazu bei, dass Augsburg erst 26 Tore kassierte. In diesen 50 Einsätzen erzielte Hinteregger drei Tore für den FCA, gegen Gladbach, Leipzig und Köln. Unvergessen sein kraftvolles Solo gegen RB Leipzig in der vergangenen Saison. Mit seiner Leidenschaft reist er seine Teamkollegen regelmäßig mit.

Hinteregger begann mit dem Fußballspielen wenige Tage vor seinem siebten Geburtstag im Jahre 1999 im Nachwuchs der SGA Sirnitz in der Kärntner Gemeinde Albeck im Bezirk Feldkirchen. Dort durchlief er verschiedene Jugendspielklassen und war unter anderem unter seinem Vater Franz Hinteregger, der als Nachwuchsleiter bei der SGA Sirnitz tätig ist, in den Jugendmannschaften des Vereins aktiv. Hinteregger war einer der Spieler, die es über die Landesausbildungszentren bis in die Kärntner Landesauswahl schafften.
Im Juli 2006 wurde der junge Verteidiger zum Kooperationsverein FC Red Bull Salzburg abgegeben. Die ersten Einsätze bei den Profis des FC Red Bull Salzburg absolvierte Hinteregger in der Saison 2010/11 unter dem Trainer Huub Stevens. Sein Debüt in der österreichischen Bundesliga gab er am 16. Oktober 2010 im Meisterschaftsspiel gegen den Kapfenberger SV. Bereits fünf Tage später absolvierte er auch sein Europa-Cup-Debüt im Spiel gegen Juventus Turin. In der Saison 2013/14 wurde Hinteregger zum Abwehrchef. 2014 holte er mit der Mannschaft seinen zweiten Titel in der österreichischen Bundesliga.

Das Kapitel Deutsche Bundesliga begann für Hinteregger im Januar 2016, als er bis Saisonende an Borussia Mönchengladbach verliehen wurde; die Borussia nutzte damals die Kaufoption nicht.

Zur Saison 2016/17 kehrte Hinteregger zunächst nach Salzburg zurück und wechselte im August 2016 zum FC Augsburg. Sein erstes Spiel für den FC Augsburg bestritt er am 11. September 2016 beim 2:1-Sieg im Auswärtsspiel gegen Werder Bremen. Am 17. Dezember, dem 15. Spieltag der Saison 2016/17, erzielte er beim 1:0-Sieg gegen seinen ehemaligen Verein Borussia Mönchengladbach mit dem Siegtreffer sein erstes Tor in der Bundesliga.
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