FC Augsburg verliert wildes Heimspielfinale gegen Hertha BSC

André Hahn besorgte mit einem starken Distanzschuss die frühe 1:0 Führung für den FC Augsburg.
 
Auch der Doppelpack von Michael Gregoritsch verhalf dem FCA am Ende nicht zum Sieg, da Hertha in der Nachspielzeit noch einen Foulelfmeter verwandelte.
Augsburg: WWK Arena |

Eigentlich hätte das Heimspielfinale des FC Augsburg gegen Hertha BSC den versöhnenden Abschluss einer durchwachsenen Saison darstellen können. Mit dem bereits sicheren Klassenerhalt im Rücken sollte gegen die Berliner ein abschließender Heimsieg eingefahren werden, um die Fans mit einem guten Gefühl in die Sommerpause zu entlassen. Stattdessen wurde die Partie zum Sinnbild der emotionalen und fußballerischen Achterbahnfahrt der Augsburger Saison.

Vor Beginn der Partie nutzte der Verein die Chance, drei verdienten Spielern noch ein letztes Mal eine angemessene Bühne zu bieten. Jan-Ingwer Callsen-Bracker, Christoph Janker (Vertrag läuft jeweils aus) und Dong-won Ji (Wechselt zum FSV Mainz 05) wurden von den Vereinsverantwortlichen mit Blumen und warmen Worten verabschiedet und hatten die Möglichkeit, sich noch einmal von den Fans in der WWK-Arena feiern zu lassen.

Auf dem Spielfeld selbst gab es dann im Vergleich zum müden 0:0 auf Schalke vier Veränderungen. Reece Oxford, Jan Moravek, Georg Teigl und Marco Richter fanden sich in der Startelf wieder, während Stafylidis, Schieber und Gregoritsch mit der Bank vorliebnehmen mussten. Rani Khedira fiel verletzungsbedingt aus.

Erst Abseitstor, dann Glücksschuss

Nach Anpfiff drückte der FC Augsburg dann auch gleich aufs Gaspedal und versuchte die Gäste überhaupt nicht erst zur Entfaltung kommen zu lassen. Bereits in der dritten Spielminute lag der Ball das erste Mal im Berliner Tor, der vermeintliche Treffer von Teigl fand gleichwohl aufgrund einer Abseitsstellung keine Anerkennung. Angestachelt vom aberkannten Führungstor setzte der FCA die Gäste weiter unter Druck und hatte schließlich in Person von André Hahn Erfolg. Nach einem tollen Sololauf traf der 28-Jährige mit einem satten Schuss aus rund 20 Metern zur verdienten Führung (10.).

Nach dem frühen Treffer verpassten es die Fuggerstädter jedoch, den Druck auf die Hertha aufrecht zu erhalten und konnte kaum noch klare Abschlusssituationen erzwingen. Eine kurze Schrecksekunde gab es zudem, als Schiedsrichter Winkmann den Videoassistenten zu rate zog, nachdem Lazaro im Augsburger Strafraum gefallen war. Nach mehrminütiger Unterbrechung wurde das Spiel jedoch korrekterweise ohne Strafstoß fortgesetzt.

Gregoritsch kontert den Ausgleichstreffer

Zeigte die Hertha schon kurz vor der Pause erhöhte Torgefährlichkeit, ließen sich die Gäste nach der Pause nicht mehr lange bitten, um den zu diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich zu erzielen. Plattenhardt war in der 47. Minute dem unglücklich aussehenden Philipp Max entwischt und ließ Gregor Kobel im Tor des FCA keine Chance.

Der Ärger über den Ausgleich hatte sich noch gar nicht wirklich gelegt, da hatte der FC Augsburg den alten Abstand umgehend schon wieder hergestellt. Nur drei Minuten nach dem Treffer der Berliner war Michael Gregoritsch per Elfmeter erfolgreich, nachdem Teigl im Strafraum klar gefoult worden war. Aus dem Spiel heraus blieben die Gäste jetzt jedoch die dominierende Mannschaft und hatte insbesondere durch Duda aussichtsreiche Abschlussaktionen (59./61.).

FC Augsburg mit Problemen bei Ecken

Letztlich war es dann ein Eckball, der den verdienten, erneuten Ausgleich für die Hertha brachte. Grujic nahm die klaffenden Räume in der Augsburger Deckung dankend an und nickte in der 66. Spielminute freistehend zum 2:2 ein. Doch auch dieses mal hatte der FC Augsburg eine Antwort parat. Erneut war es Michael Gregoritsch, der nur vier Minuten später einen tollen Steilpass von Marco Richter zur dritten Führung des Tages verwandelte.

Die zweite Halbzeit hielt jedoch noch weiteres Spektakel für die Zuschauer bereit. Wie schon beim zweiten Treffer der Berliner war es auch in der 76. Spielminute die Unsortiertheit der Augsburger Hintermannschaft bei einem Eckball, die zum wiederholten Ausgleich durch Kalou führte.

Oxford mit dem unglücklichen Schlusspunkt

Den aus Augsburger Sicht unglücklichen Höhepunkt der wilden Achterbahnfahrt setzte dann Reece Oxford auf. Der junge Innenverteidiger brachte im Strafraum den einlaufenden Köpke mit einem unnötigen Foul zu Boden und verschuldete somit einen Last-Minute-Elfmeter, den Kalou eiskalt zum 3:4 Endstand verwandelte.

Die späte Niederlage trübte die Feierstimmung in der WWK-Arena allerdings nur bedingt. Nach der über weite Strecken durchwachsenen Saison zeigten sich sowohl Fans als auch Mannschaft froh über den erneut geglückten Klassenerhalt und das kommende, neunte Jahr Bundesliga.

Aufstellung des FC Augsburg: Kobel – Max (57. Stafylidis), Oxford, Gouweleeuw, Schmid – Moravek (73. Janker), Baier, Hahn, Koo (43. Gregoritsch), Teigl – Richter

Bank: Luthe (Tor), Danso, Schieber
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