Für Olympia gewappnet: Augsburg hat jetzt eine bundesweit einzigartige Kletteranlage

Mit der neu gebauten Halle ist das Kletterzentrum für Wettbewerbe auf internationalem Niveau gerüstet. Foto: Patrick Bruckner

Das einzige Landesleistungszentrum im Bereich Klettern ist nun in Augsburg eröffnet worden. In der neuen Halle können Spitzen- und Breitensport nebeneinander betrieben werden.

Ein Jahr lang mussten sich die Kletter-Begeisterten gedulden. So lange dauerten die Bauarbeiten des neuen „DAV Kletterzentrum Augsburg, Landesleistungszentrum Bayern“, wie der vollständige Name der neuen Halle lautet. Das mehr als fünf Millionen Euro teure Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Alpenvereins (DAV), der Stadt Augsburg und des bayerischen Innenministeriums wurde am Sonntag mit rund 200 Gästen offiziell eröffnet.

Einzige Anlage bundesweit, auf der alle olympischen Kletterdisziplinen trainiert werden können.

„Heute beginnt ein neues Kapitel des Klettersports“, verkündete Ulrich Kühnl von der DAV Sektion Augsburg. Denn in dieser Kletterhalle können sowohl Spitzen- als auch Breitensportler trainieren. „Hoffentlich wird es hier dann nicht zu kommerziell und die Gemeinschaftsatmosphäre geht durch das neue Publikum verloren“, äußerten einige Gäste, die nicht ganz so euphorisch wie der DAV-Vertreter waren, ihre Bedenken.
In Zukunft werden nämlich viele neue Sportler im Kletterzentrum aktiv sein, da das Landesleistungszentrum bundesweit die einzige Anlage ist, auf der alle drei Disziplinen des Wettkampfkletterns, Lead-, Bouldern und Speed-, trainiert werden können.

Bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020 wird Klettern erstmals olympisch sein. Insgesamt werden je 20 Herren und Damen an den Start gehen und um den Sieg kämpfen. Deutschland möchte mit mindestens drei Athleten vertreten sein. Deren neuer Trainingsort heißt nun also Augsburg. „Wir haben hier das beste Trainingsgelände geschaffen, um für Olympia zu trainieren“, erklärte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. „Wir in Bayern wollen auch in anderen Nicht-Wintersportarten international erfolgreich sein.“
Ermöglichen soll das eine der höchsten Kletterwände Deutschlands. Die Athleten können 18 Meter hoch klettern mit bis zu zehn Metern Überhang. Viele der Sportbegeisterten, die zur Eröffnungsfeier gekommen sind, „können es kaum erwarten da bald selbst zu klettern“.

„Das Sportland Bayern weiterentwickeln, heißt die Sportstadt Augsburg weiterentwickeln."

Für den DAV sei es als Umweltverband wichtig, dass der Neubau zum Vorbild in Sachen Energieeffizienz und Nachhaltigkeit wird. Dieses Vorhaben werde von den Lechwerken (LEW) mit einer nachhaltigen Strom- und Wärmeversorgung unterstützt. Die Lechwerke haben eine Wärmepumpe als Wärmeerzeugungsanlage ins Kletterzentrum eingebaut.
Die Vizepräsidentin des DAV, Burgi Beste, widmete sich den Bedenken einiger Zuschauer, dass durch den Mischsport-Betrieb die gemeinschaftliche Atmosphäre beeinträchtigt werden könnten. Aus ihrer Sicht sei dies keineswegs der Fall. Die Kombination von Leistungs- und Breitensport auf fast 4400 Quadratmetern Kletterfläche biete einzigartige Möglichkeiten, von denen beide Seiten nur profitieren könnten.
Auch Herrmann bereue die Investition von 2,5 Millionen Euro der Staatsregierung Bayern nicht. Er gab einen positiven Ausblick in die Zukunft: „Das Sportland Bayern weiterentwickeln, heißt die Sportstadt Augsburg weiterentwickeln. Und als nächstes steht der Eiskanal an.“
Am 14. und 15. Juli findet die Deutsche Meisterschaft im Kletterzentrum Augsburg statt.
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