Mutiger FC Augsburg kann Bayerns Meisterrekord nicht verhindern

Die Augsburger Offensivreihe rund um Linksaußen Caiuby stach in der Anfangsphase durch ihr starkes Offensivpressing heraus. (Foto: Alexander Heinle)
 
Sergio Cordova erobert den Ball von Jerome Boateng und erzwingt anschließend den Augsburger Führungstreffer. (Foto: Alexander Heinle)
Augsburg: WWK Arena |

Der FC Augsburg verliert trotz mutiger Anfangsphase und zwischenzeitlicher Führung mit 1:4 gegen den FC Bayern München. Während die Meisterschaft damit endgültig entschieden ist, lässt ein Augsburger Leistungsträger seine Zukunft bewusst weiter offen.

Der FC Augsburg begann die Partie überraschend offensiv und setzte die Gäste bereits am eigenen Strafraum mutig unter Druck. Mit mutigem Offensivpressing störte die Offensive Dreierreihe um Caiuby, Michael Gregoritsch sowie Sergio Córdova den Spielaufbau der Münchner derart effektiv, dass sich die Frage hätte stellen müssen, welche Mannschaft hier als Favorit ins Rennen gegangen war.

Córdova erzwingt die verdiente Führung

Spätestens in der 18. Spielminute schienen sämtlicher Vorzeichen der Partie dann auf den Kopf gestellt, als der FC Augsburg die zu diesem Zeitpunkt hoch verdiente Führung erzielte. Nach einem geschicktem Ballgewinn gegen Jerome Boateng scheiterte Córdova zwar an Ulreich, profitierte aber davon, dass der Abwehrversuch des Münchner Schlussmanns von Niklas Süle ins eigene Tor befördert wurde.

Vor allem die hoch stehenden Augsburger Außenverteidiger, die zeitweise eher als Flügelstürmer denn Verteidiger agierten und die harte aber faire Augsburger Zweikampfführung stellten die Bayern regelmäßig vor Probleme. „Unsere Offensivspieler haben vorne alles zugelaufen. Wir hatten in dieser Phase hinten gar nichts mehr zu tun“, lobte Torhüter Marwin Hitz das engagierte Auftreten seiner Vorderleute nach Spielende.

Treffsichere Münchner drehen die Partie

Die Qualität der Münchner zeigte sich dann jedoch in der 32. Spielminute. Mit der ersten Torchance des Spiels erzielten die Gäste den Ausgleich durch Corentin Tolisso und drehten nur sechs Minuten später in Person von James Rodriguez die Partie. „Da hat das Anlaufen einmal nicht geklappt, was gegen eine Mannschaft wie Bayern passieren kann und dann fällt gleich der Ausgleich. Und spätestens der Rückstand war dann ein Rückschlag, den wir so nicht mehr verkraftet haben“, analysierte Hitz.

Der FCA tat sich nun schwer, das Tempo der Anfangsphase weiter mitzugehen und bot den Gästen immer mehr Räume für ihr technisch anspruchsvolles Passspiel in der Offensive. Spätestens mit dem Treffer von Arjen Robben in der 68. Spielminute war der Ausgang der Partie, trotz mutigem Auftritts der Hausherren, dann zu Gunsten des alten und neuen Meisters besiegelt. Das 1:4 durch Sandro Wagner kurz vor Spielende war nur mehr Ergebnisverschönerung. Am Ende feierten die Bayern in Augsburg ihren neuen Meisterrekord von sechs Titeln in Folge.

Hitz lässt Zukunft weiter ungeklärt

Während die Frage nach der Meisterschaft am Samstag in Augsburg auch rechnerisch endgültig geklärt ist, bleibt eine andere weiter offen. Nämlich die nach der Zukunft von Torhüter Marwin Hitz. Der Vertrag des Schweizers läuft aus, eine Verlängerung ist über die Saison hinaus ist bisher nicht in Sicht.

Der 30-Jährige kam 2013 aus Wolfsburg an den Lech und etablierte sich schnell als sicherer Rückhalt im Augsburger Kasten. Ob der Leistungsträger zwischen den Pfosten allerdings auch in der kommenden Saison zwischen den Pfosten der WWK-Arena stehen wird, darf aktuell bezweifelt werden. Fünf Spieltage vor Saisonende lässt der Nationalspieler seine Zukunft weiter offen: „Ich habe mir keinen Fahrplan für eine Entscheidung gesetzt. Es gibt noch keine Entscheidung, wie es im Sommer weitergeht.“

Bereits im vergangenen Sommer hatte es viele Gerüchte um einen vorzeitigen Abschied aus Augsburg gegeben. Keine leichte Phase, wie Hitz nun zugab: Es waren viele Gerüchte im Umlauf, die nicht gestimmt haben. Das war nicht leicht für mich und meine Familie. Ich lasse mich davon aber nicht unter Druck setzen und habe, denke ich, bisher trotzdem immer meine Leistung gebracht. Es war bisher ein sehr schönes Jahr.“

Ein Hauch von Abschied

Wer dem 30-Jährigen genau zuhört, spürt einen Hauch von Abschied in den Worten des Schweizers. Mit der etatmäßigen Nummer Zwei Andreas Luthe, sowie dem im vergangenen Sommer verpflichteten Fabian Giefer und Eigengewächs Ioannis Gelios stehen noch drei weitere Torhüter beim FCA unter Vertrag. Ob einer von ihnen kommende Saison eine neue Rolle einnehmen darf, bleibt abzuwarten. Hitz Entscheidung kann sich, laut eigener Aussage, jedenfalls noch „bis Mai oder Juni“ ziehen.
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