Videobeweis am Retrospieltag rettet FC Augsburg einen Punkt

Yussuf Poulsen von RB Leipzig (links) und FC Augsburg-Kapitän Daniel Baier redeten auf den Schiedsrichter Tobias Welz ein. Es handelte sich um die strittige Situation in der zehnten Spielminute. (Foto: Alexander Heinle)

Nach der Länderspielpause empfing der FC Augsburg vor heimischer Kulisse in der WWK Arena bei ausverkauftem Haus Rasenballsport Leipzig, die am vergangenen Spieltag mit ihrem 6:0 Sieg ein Ausrufezeichen gegen den 1. FC Nürnberg gesetzt haben. Der Aufreger des von Zweikämpfen und Fehlpässen geprägten Spiels war ein ungewöhnlich langer Videobeweis im ersten Spielabschnitt. Das Spiel, das eher einem Kampf entsprach, endete 0:0 Unentschieden.

Die Bilder des Retrospieltags

Im Vergleich zum Spiel gegen Borussia Dortmund gab es auf Augsburger Seite nur eine Änderung. Jonathan Schmid ersetzte Raphael Framberger. Bei Leipzig fehlte der Schwede Emil Forsberg wegen Leistenproblemen. „Es ist kein struktureller Schaden“, so Rangnick auf der Pressekonferenz vor der Partie gegen Augsburg.

Für eine beeindruckende Kulisse sorgten die Anhänger des FCA mit einer Choreographie unmittelbar vor Spielbeginn, als das ganze Stadion Schals hochhielt und dem ersten Spiel des FC Alemannia vor exakt 111 Jahren gedachte. Pünktlich zum Anpfiff riss dann der Himmel auf und die Sonne kam heraus. In der zweiten Spielminute hatte dann auch schon der FCA, in weiß-schwarzen Retrotrikots, über links die erste Chance durch Caiuby. Nach einem Befreiungsschlag der Leipziger kam der Ball über Jean-Kévin Augustin zu Timo Werner, der nach einer Berührung mit dem Augsburger Verteidiger Jeffrey Gouweleeuw im Strafraum zu Fall kam.  Schiedsrichter Tobias Welz entschied sofort auf Foulelfmeter.

Videobeweis dauert knapp fünf Minuten

Ironischerweise kam es dann in der zehnten Spielminute am Retrospieltag zu einem Videobeweis. Welz fühlte sich nach über drei Minuten, in denen er sich die Szene ansah, in seiner Entscheidung bestätigt und bekräftigte seine Elfmeterentscheidung. Die Augsburger Spieler protestierten auf dem Feld beim Unparteiischen, der weiterhin mit den Video-Assistenten in Köln in Verbindung stand. Diese gaben ihm dann den Hinweis, dass der Strafraumszene eine Abseitsposition vorausgegangen war. Der Leipziger Augustin stand bei dem langen Befreiungsschlag der Leipziger im Abseits.
Nach einer Spielunterbrechung von viereinhalb Minuten ging es dann mit Freistoß für die Augsburger weiter. Starteten beide Mannschaften munter und dynamisch in die Partie, wirkten sie nach dieser Pause verunsichert und prägten das Spiel durch Fehlpässe und viele kleine Nicklichkeiten im Mittelfeld.

"Haben uns gegenseitig das Spiel zerstört"

Die Sachsen waren jedoch die Mannschaft mit den besseren Torchancen. Mit einem satten Schuss von Kevin Kampl in der 22. Spielminute und einem Schuss von Marcel Halstenberg in der 42. Minute sowie einer feinen Hacke von Augustin nur eine Minute später, die Schlussmann Andreas Luthe allerdings parieren konnte.
Die Zuschauer, die darauf hofften, dass die Partie nach dem Seitenwechsel besser in Fahrt kommt und es klare Torchancen und Torraumszenen gibt, wurden enttäuscht. Das Spiel war von vielen hohen Bällen in die Spitzen geprägt, da beide Mannschaften früh ins Pressing gingen und dem Gegner keinen Raum im Mittelfeld gaben. Michael Gregoritsch erklärte nach dem Spiel, dass es ein Wunder sei, keine Nackenschmerzen bekommen zu haben, denn der Ball wurde immer nur hoch über das Mittelfeld hinweg gespielt.
Eine gute Chance hatte der FC Augsburg nach einem Freistoß von Philipp Max in der 55. Spielminute. Die Hereingabe konnte Alfred Finnbogason allerdings nicht verwerten. Beide Mannschaften standen defensiv gut und ließen wenig zu. André Hahn sagte in diesem Zusammenhang „wir haben uns gegenseitig das Spiel zerstört“.

Glück für die Augsburger

Ein Highlight in der zweiten Halbzeit war der Freistoß von Halstenberg in der 61. Minute, als er den Ball ins rechte obere Eck zirkelte und Luthe sich lang machen musste, das Leder aber abwehren konnte. Obwohl Leipzig leicht überlegen war, lag nicht zwingend ein Treffer in der Luft. Der Ball verweilte nie recht lange in den eigenen Reihen. Die beste Möglichkeit, das Spiel für sich zu entscheiden, hatte RB Leipzig in der 91. Spielminute, als nach einem Freistoß der Kapitän Willi Orban frei vor dem Augsburger Tor an den Ball kommt, ihn aber nicht unter Kontrolle bekommt und knapp rechts am Tor vorbeilenkt.

So trennten sich die Mannschaften mit 0:0 Unentschieden. Beide Trainer können mit diesem Punkt gut leben, erklärten sie auf der Pressekonferenz nach dem Spiel. Aufreger war nach diesem Kampf lediglich die Szene aus der zehnten Minute, als der Schiedsrichter das Spiel für fast fünf Minuten unterbrochen hatte. Manuel Baum musste dann doch zugeben, dass der Videoassistent am Retrospieltag seiner Mannschaft einen Punkt bescherte.

Aufstellung: Luthe, Gouweleeuw, Khedira, Baier, Gregoritsch, Schmid, Finnbogason, Hahn, Caiuby, Max, Hinteregger

Zuschauerzahl: 28.703
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