Zurückgelassenes Schlauchboot löst Großeinsatz am Hochablass aus

Am Hochablass hat ein zurückgelassenes Schlauchboot am Sonntag einen Großeinsatz ausgelöst. (Foto: Marianne Stenglein)

Sechs Schnelleinsatztruppen der Wasserrettung, ein Rettungshubschrauber, ein Polizeihubschrauber, ein Rettungswagen und Einsatzkräfte der Polizei und Feuerwehr waren am Sonntag in den frühen Morgenstunden am Hochablass im Einsatz. Der Grund: Ein Schlauchboot, das vermutlich ein Badegast zurückgelassen hatte.

Gegen 6 Uhr wurden die ehrenamtlichen Helfer der Wasserwacht Augsburg unsanft geweckt. Polizeibeamte hatten ein Schlauchboot unterhalb des Hochablasses im Lech gefunden. Da zu diesem Zeitpunkt nicht klar war, ob es sich lediglich um ein vergessenes oder gar ein gekentertes Boot handelte, forderte der Einsatzleiter der Wasserwacht weitere Wasserrettungskräfte an.

In relativer Nähe zum Boot hatten die Polizeibeamten ein unbeaufsichtigt brennendes Lagerfeuer entdeckt. Es schien darum möglich, dass Personen mit dem Schlauchboot vom Lagerfeuerplatz auf den Lech gefahren und dort gekentert waren.

Die Einsatzkräfte der Wasserwacht suchten den Bereich um den Hochablass und die Flussstrecke bis zum Hochzoller Wehr akribisch ab. Zusätzlich suchten zwei Hubschrauber den Verlauf des Lechs nach Norden und Süden ab. Gegen 7.15 Uhr erfuhren die Rettungskräfte, dass das Schlauchboot bereits seit dem Vortag an dieser Stelle lag.

Nachdem sich auch sonst keine Erkenntnisse ergaben, die auf eine lebensbedrohliche Lage einer vermeintlichen Bootsbesatzung schließen ließen, stellten die Einsatzkräfte die Suche ein. Die Polizei vermutet, dass das Schlauchboot beschädigt war und deshalb von den Besitzern am Lech zurückgelassen und schließlich zum Hochablass getrieben wurde.

„Wir bitten die Badenden, ihre Schwimmutensilien und Kleidungsstücke nach dem Badebesuch auch wieder mitzunehmen", sagte Marco Greiner, Pressesprecher der Wasserwacht Augsburg, im Anschluss an den Einsatz.

"Leider lösen zurückgelassene Schlauchboote, vergessene Kleidungsstücke oder ähnliches immer wieder Wasserrettungseinsätze aus. Passanten die, wie in diesem Fall, ein herrenloses Boot, bemerken, machen sich zurecht Sorgen und alarmieren folgerichtig die Notrufnummer 112. Dennoch setzen sich die Retter oftmals grundlos einem Risiko aus, nur weil aus Unachtsamkeit etwas am oder im Wasser vergessen wurde.“ (pm)
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