Große Tiere brauchen Platz: Grundstein für das neue Elefantenhaus ist gelegt

Die betagten Elefanten im Augsburger Zoo bekommen ein neues Zuhause. (Foto: Archiv)
 
Der Grundstein für das neue Elefantenhaus im Zoo ist gelegt: Architekt Frank Kristen (von links), Zoodirektorin Barbara Jantschke, Herbert Mainka, der Vorsitzende des Freundeskreises für den Zoo, und Bürgermeisterin Eva Weber bestückten ihn mit Elefantenhaaren, Fotos, Geld und Plänen.
Den Elefanten, die künftig den Augsburger Zoo bewohnen werden, soll es richtig gut gehen. Und Targa und Burma, die beiden betagten asiatischen Elefantendamen, die derzeit hier beheimatet sind, sollen die extra große neue Anlage noch erleben können – am besten, ohne dass eine der beiden Zeit alleine verbringen muss. Deshalb drückten die Verantwortlichen aufs Tempo bei Planung, Beschaffung der Mittel und nun auch beim Baubeginn. „Wir konnten gar keinen offiziellen Spatenstich ankündigen, weil die Baugrube so schnell ausgehoben war“, freut sich Zoodirektorin Barbara Jantschke.
Dafür erfolgte nun am Donnerstag die Grundsteinlegung für den Neubau, den Jantschke „mit der nötigen Sturheit durchgeboxt hat“, wie es der Vorsitzende des Freundeskreises, Herbert Mainka, formulierte. Die Finanzierung war und ist ein hartes Stück Arbeit für den Zoo, aber auch für die Stadt Augsburg, die sich mit zwei Millionen Euro an den Kosten beteiligen wird. Dafür musste der Zoo seine ursprünglichen Planungen nach unten korrigieren. Der Freundeskreis und zahlreiche private Initiativen, die beispielsweise Holzelefanten verkauft haben, die City-Galerie mit einigen Aktionsveranstaltungen und Schulen mit Spendenläufen haben dazu beigetragen, dass man nun auf dem Weg zur besseren Elefanten-Haltung ist. Mit der Finanzierung ist man laut Mainka im Zeitplan, obwohl insgesamt sechs Millionen Euro gebraucht werden.
Gebaut wird ein neues Elefantenhaus für vier Kühe und Jungtiere sowie für einen Elefantenbullen, für den das alte Gebäude renoviert werden soll. Innen und außen wird es Badebecken geben und die Tiere werden auch nachts nicht mehr auf Asphalt stehen müssen, sondern bekommen einen tiefen Sandboden im Laufstall, der sich für die Haltung von Dickhäutern bereits bewährt hat.
Der weitläufige Außenbereich, 7000 Quadratmeter groß, kommt einer naturnahen Haltung nahe. Die größte Veränderung aber wird die Umstellung auf eine sogenannte „geschützte Haltung“ sein, bei der die Elefanten keinen unmittelbaren Kontakt mehr zu ihren Pflegern haben werden. Das dient einerseits der Sicherheit der Menschen – vor einigen Jahren mussten die afrikanischen Elefanten aus Augsburg ausziehen, nach einem schweren Unfall mit einem Pfleger. Zum anderen können die Herdentiere eine natürliche Rangordnung und eine Gruppengemeinschaft finden, wie es ihrer Art entspricht.
Architekt Frank Kirsten, der schon einige andere Projekte im Augsburger Zoo umgesetzt hat, wie beispielsweise die Biber- und Otteranlage, das Katta-Gehege und den Umbau des Giraffenhauses, erläuterte an Modell und Plänen die Ideen für die Elefanten. Das Gebäude soll in natürlichen Farben, ohne viele Ecken und Kanten und mit einem grünen Dach gestaltet werden – ein Haus für Tiere eben. Anregungen dafür gibt es neben einigen Zoos in der Schweiz auch in Erfurt. Die Besucher werden auf den bestehenden Wegen direkt am neuen Außenbereich vorbeigehen. Der besteht aus dem alten Bison-Gelände und zwei angrenzenden Gehegen. Die Dimension wird erst so richtig erkennbar, seit alte Ställe, Hecken und Zäune verschwunden sind.
Bürgermeisterin Eva Weber, die während der Grundsteinlegung die Stadt vertrat, ist überzeugt, dass Elefanten für einen Zoo sehr wichtig sind. Der Tierpark wiederum ist wichtig für Augsburg und dient auch der Umweltbildung nach dem Motto, nur was man kennt, will man auch schützen. Sie selbst und sicher auch viele der zahlreichen Besucher würden sich über Augsburger Elefantenbabys freuen, doch das wird noch einige Jahre dauern.
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