Neue Residenz für Dickhäuter: Die Arbeiten für das Elefantenhaus im Zoo haben begonnen

Die Arbeiten haben begonnen: Auf rund 7000 Quadratmetern sollen die Elefanten im Augsburger Zoo ein neues Heim bekommen. Foto: Katharina Schwarzott

Augsburg - 1 497 976 Euro lautet der aktuelle Stand des Budget-Zählers für das neue Elefantenhaus im Augsburger Tierpark. Für Zoo-Direktorin Barbara Jantschke ein durchaus zufriedenstellendes Zwischenergebnis auf dem Weg zu den sechs Millionen Euro, die für die Anlage benötigt werden. Im Februar hat der Tierpark mit dem Abriss der alten Ställe begonnen, die Grundsteinlegung ist für April geplant.

Zurzeit leben im Augsburger Zoo nur die beiden betagten Elefantenkühe Targa und Burma. Mit ihren 62 Jahren gehört Targa gar zu den ältesten Zooelefanten weltweit. Im vergangenen Jahr bangte der Tierpark um das Leben der alten Elefantendame. "Targa hatte Verstopfung", berichtet Thomas Lipp, Zoologe und Kurator. Man habe ihren Gesundheitszustand aber nun wieder im Griff. Sie bekomme spezielles Futter, damit so etwas nicht noch einmal passiert.

Denn sollten die beiden Elefanten sterben, dürfte der Zoo derzeit keine neuen Dickhäuter nach Augsburg holen. Dafür muss zunächst ein neues Zuhause für die Tiere her. Die aktuelle Anlage ist wie die beiden verbleibenden Elefantenkühe in die Jahre gekommen und erfüllt die Anforderungen der Haltungsvorschriften nicht mehr.

Die Geschichte um das neue Elefanten-Gehege für den Zoo dauert bereits einige Jahre an. Bereits 2012 hat Direktorin Barbara Jantschke den Aufsichtsrat über die Notwendigkeit einer neuen Anlage informiert. Seither scheiterte das Bauprojekt immer wieder an der Finanzierung. Zunächst war ein Neubau für acht Millionen Euro geplant, der durch die EU gefördert werden sollte.

Als feststand, dass aus dieser Richtung keine Förderung zu erwarten war, stellte Jantschke der Stadt Augsburg eine abgespeckte Variante für sechs Millionen Euro vor: 500 000 Euro will der Zoo selbst stemmen, 1,5 Millionen erhofft sich die Direktorin aus Spenden, zwei Millionen sollen über ein Darlehen finanziert werden. Die fehlenden zwei Millionen Euro sollen von der Stadt kommen. Dazu hat der Stadtrat bereits im November 2016 sein Okay gegeben.

Nun haben die Arbeiten für das neue Gehege begonnen. In einem Bautagebuch hält der Freundeskreis des Zoo im Internet Interessierte über den Fortgang der Arbeiten auf dem Laufenden. "Der Abriss der alten Ställe und die Rodung sind abgeschlossen, die Baugrube ist ausgehoben. Jetzt ist vorstellbar, wie groß die neue Elefantenanlage werden wird", heißt es dort. Das neue Gehege soll rund 7000 Quadratmeter umfassen und neben viel Auslauf für die Tiere auch einen Badeteich umfassen. Der Zähler auf der Internetseite gibt an, wie viel Geld bislang für die Anlage eingegangen ist. Welchen Anteil genau Spenden an den aktuell rund 1,5 Millionen Euro ausmachen, kann Jantschke nicht sagen. "Woher das Geld kommt, ist mir egal. Hauptsache es ist da."

Dass der Zähler von den erforderlichen sechs Millionen Euro noch ein gutes Stück entfernt ist, sieht man im Zoo gelassen. Und auch die Frage, ob es trotz der aktuell steigenden Baupreise aufgrund des Immobilienbooms überhaupt bei sechs Millionen Euro bleibt. "Wir sind optimistisch", sagt Lipp. "Der Rohbau ist bereits fix und liegt genau in den geschätzten Kosten." Bis zum Herbst solle der Rohbau stehen, insgesamt seien 18 Monate Bauzeit angedacht, berichtet Lipp. Verzögerungen seien allerdings witterungsbedingt immer möglich.

Wie auch Jantschke ist der Zoologe "sehr zufrieden" mit der Spendenbereitschaft für seine Dickhäuter. "Wir machen immer wieder Aktionen, um den Augsburgern das Elefantenhaus in Erinnerung zu rufen", erzählt er. "Dann kommt immer mehr rein."

Am 12. April will der Tierpark die Grundsteinlegung feiern. "Mit einem kleinen Festakt begehen wir diesen wichtigen Meilenstein in unserem Leuchtturmprojekt", freut sich Jantschke. (
Von Kristin Deibl)
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