Planungen für den Hochzoller Hochablass: Fischtreppe erst 2019

Der Kiosk ist verwaist, ebenso wie...
 
...die Stelle, an der die Fischtreppe geplant war.

Die Planung der Fischtreppe am Hochablass geht in die dritte Runde. Nachdem die Stadtwerke Augsburg Ende 2013 das neue Wasserkraftwerk gebaut hatten, hätte eigentlich zeitnah auch die Fischtreppe erneuert werden sollen.

Die jahrzehntealte bestehende Treppe nahe der Floßgasse wurde von den Fischen nicht angenommen. Geplant war ursprünglich eine naturnahe Gestaltung mit Natursteinen, die rund 500.000 Euro gekostet hätte. Da an dieser Stelle allerdings ein großer Höhenunterschied von 7,5 Metern auf einer geringen Länge zu überbrücken ist, gestaltete sich die Planung schwierig.

Planungen sind in der dritten Runde

Die Treppe hätte sowohl für Fische wie die kleine Mühlkoppe als auch den langen Huchen geeignet sein müssen. Auch muss die Planung das Lechwasser und das Kuhseewasser trennen, da die Fische sonst verwirrt werden. Zuletzt ist es auch wichtig, die Strömung entsprechend zu lenken, damit die Fische den „Einstieg“ in die Treppe schaffen.
Im zweiten Schritt entschied man sich für eine Umsetzung mit 72 Betonbecken, was nicht überall auf Zustimmung stieß, wohl aber für die Fische die bessere Lösung gewesen wäre. Diese Variante hätte ca. 3 bis 3,5 Millionen Euro gekostet und hätte unter dem östlichsten Wehrfeld hindurchgeführt. Doch sie wird ebenfalls nicht umgesetzt.
Da sich bei genauerer Untersuchung das Wehr statisch für diese Lösung als nicht stabil genug erwies und es jede Menge weiterer Planungsunsicherheiten gibt, die die Kosten weiter in die Höhe treiben könnten, ging der Prozess nun in die dritte Runde.

Aktuelle Planung "in jeder Hinsicht die beste"

Jürgen Fergg, Pressesprecher von den Stadtwerken, ist darüber sehr froh: „Auch wenn es jetzt nochmal länger dauert, finden wir, dass die jetzige Lösung in jeder Hinsicht die beste ist: für die Fische, optisch, baulich und nicht zuletzt auch finanziell.“
Die neue Planung sieht vor, die Becken nicht am Kuhsee, sondern unterhalb des Wehres beginnen zu lassen, so dass nicht in die der Statik Wehranlage eingegriffen werden muss. Der Kuhsee-Überlauf kann dann so bleiben, wie er ist und der obere Teil kann attraktiver gestaltet werden. Dazu müsste das Ost-Ufer auf ca. 50 Meter neu angelegt werden, indem die bisherige Mauer abgebrochen wird. Ein kleiner Bach oberhalb des Hochablass soll aus dem Lech ausgeleitet werden und die Fischtreppe speisen.

Gesamtkosten sinken, es wird finanziell rentabel

Im Moment sieht es noch sehr nach „verlassener Baustelle“ aus. Das soll aber nicht bis zum eigentlich Baubeginn so bleiben, sondern für die Übergangszeit zumindest ordentlich aufgeräumt werden. Wie viel die Stadtwerke durch die neue Planung sparen, ist noch nicht sicher, aber man werde deutlich unter den bisher kalkulierten 3 Millionen liegen. Damit werden auch die Gesamtkosten für das Kraftwerk, dessen Errichtung bereits mit 12,9 Millionen Euro zwei Millionen Euro über der Planung lag, wieder geringer.

Mit dem Wasserkraftwerk wird der Jahresverbrauch an Strom von 4000 Haushalten gedeckt. Damit regenerative Stromquellen für Betreiber wie die swa rentabel bleiben, dürfen die Investitionskosten nicht unkalkulierbar hoch werden, wie es hier beinahe passiert wäre. Zurzeit laufen noch Gespräche mit Ämtern und lokalen Initiativen aus Hochzoll. Wenn das Planungs- und Genehmigungsverfahren schnell geht, kann 2019 mit dem Bau begonnen werden. Mit der Fertigstellung ist dann Ende 2019 zu rechnen.

Neuer Fußgängerweg und Frage nach Kiosk sind Aufgabe der Stadt

Jetzt ist aber zunächst noch die Stadt mit dem 145 Meter langen Fußgängersteg dran. Dieser sowie ein Hauptwehr werden Ende August erneuert. Dafür wird der Übergang für vier Monate gesperrt. Ausweichmöglichkeiten bestehen über die Hochzoller Lechbrücke oder für Radfahrer und Fußgänger über das südliche Kuhseeufer.
Auch in Sachen Kiosk am Hochablass ist die Stadt am Zug. Der bisherige Pächter hatte vor einigen Jahren aus Altersgründen aufgehört. Die Stadt will in Zukunft mehr Kontrolle über die Kioske, die auf städtischem Grund stehen, haben. Umweltreferent Reiner Erben (Grüne) rechnet nicht mit einer Lösung in dieser Saison. Man sei aber in Gesprächen, so dass es ab 2018 mit etwas Glück wieder einen Biergarten an dieser Stelle geben wird.
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