Wie aus einer Taube eine Katze wurde…

Andrea Andexinger hat "Taubi" verletzt aufgefunden und zur Tierarztpraxis von Dr. Sandra Langner nach Hochzoll gebracht. Nach der Versorgung des gebrochenen Flügels kümmert sie sich liebevoll um das Tier, damit es hoffentlich bald wieder in die Freiheit entlassen werden kann.
Als Letzte hetzte Andrea Andexinger an einem Freitagabend kurz vor Praxisschluss bei Tierärztin Dr. Sandra Langner in die Praxis in Hochzoll-Süd – mit einem nicht ganz alltäglichen Patienten, einer Taube. Sie hatte das blutende Tier, das offenbar von jemandem angefahren worden war, in der Nähe von Schloss Scherneck gefunden und kurzerhand in den Beifahrer-Fußraum ihres Autos gesetzt. Dr. Sandra Langner, Mitgründerin des Tierschutzvereins Friedberg-Hochzoll, kümmert sich immer wieder auch um Wildtiere und röntgte den Vogel sofort, um den Verdacht „gebrochener Flügel“ zu bestätigen. Die Taube hatte Glück im Unglück, denn die Jungtaube war „gut im Futter“, der Bruch war glatt und konnte unter Narkose versorgt und geschient werden. Währenddessen kam die Tierärztin mit Andrea Andexinger ins Gespräch und erfuhr, dass diese erst vor kurzem ihre Katze verloren hatte. Da traf es sich ausgezeichnet, dass Dr. Sandra Langner gerade eine Vermittlungskatze parat hatte, die in der Obhut des Tierschutzvereins gleich einen Raum weiter untergebracht war. Streunerkatze Minou hinterließ einen guten ersten Eindruck und so holte die Taubenfinderin „Taubi“ und ihre neue Katze am nächsten Tag ab. Seitdem wird der Wildvogel von Andrea Andexinger gesund gepflegt. Dabei trifft es sich gut, dass die Pflegemama Ergotherapeutin ist, denn die Taube muss täglich vorsichtig „Trockenflugübungen“ mit dem verletzten Flügel machen. Sie kommt außerdem regelmäßig zur Tierarztpraxis, um den Verband wechseln zu lassen. Wildtiere behandelt Dr. Langner gegen Spende bzw. Erstattung der Unkosten. Alles in allem kostet eine Behandlung wie die von „Taubi“ zwischen 120 und 150 Euro. „Viele Menschen kommen, wenn sie ein Wildtier finden, und denken, wir behalten das dann auch und kümmern uns bis zur Auswilderung darum. Ich appelliere aber an die Menschen, das Tier nach der Behandlung durch uns bis zu dem Zeitpunkt, an dem es wieder in die Freiheit entlassen werden kann, auch zu pflegen, wenn dies aus medizinischer Sicht machbar ist. Diese Verantwortung übernehmen leider viele Finder nicht, dabei kann so eine vorübergehende Tierpflegestelle auch eine sehr bereichernde Erfahrung für den Finder sein.“ Dr. Langner hatte vor kurzem eine ganze Schar Entenküken und ein Fuchsbaby bei sich aufgenommen und gepflegt – trotz vieler eigener Haustiere. „Umso schöner, dass es auch Menschen wie Andrea Andexinger gibt, für die es selbstverständlich war, sich auch weiterhin um die Taube zu kümmern.“ Wenn alles gut geht, kann die Taube ca. drei Wochen nach ihrem Unfall wieder in die Freiheit entlassen werden. Solange ist Andrea Andexinger froh, dass sie eine Zwei-Zimmer-Wohnung hat – in einem wohnt die Taube, im anderen die Katze.
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