Bürger gegen Baumfällungen: 80 Menschen sprechen sich bei Bürgerversammlung gegen weitere Fällungen am Herrenbach aus

Die Bäume am Herrenbach stehen teilweise sehr nahe am Ufer - und könnten dadurch die Befestigung beschädigen. (Foto: Katharina Schwarzott)

Über 80 Teilnehmer haben, laut Informationen der Baumallianz Augsburg, am vergangenen Montag in einer Bürgerversammlung im Herrenbach ihre Empörung gegen die Baumfällungen in ihrem Stadtteil zum Ausdruck gebracht. Die Verantwortlichen der Stadt seien bis heute den Nachweis schuldig geblieben, dass die „Gefahr im Verzug“ wirklich begründet war, betonte der Verein, der nach seiner Gründung vor einem Monat die „vollständige Transparenz“ der Stadt gefordert hatte.

Die Behauptung der städtischen Vertreter, sich für den Hochwasserschutz einzusetzen, seien „nur ein Ablenkungsmanöver für deren eigenes Versagen“, schrieb die Baumallianz Augsburg in einer Pressemitteilung. Jahrzehntelang hätten sich die Verantwortlichen nicht um die nötige Ertüchtigung der Kanalrinne und der Schließanlagen gekümmert. „Wir als betroffene Bürger treten für einen konsequenten Hochwasserschutz ein“, machte der Verein noch einmal deutlich. Dazu gehöre vor allem die Modernisierung der Schließanlagen, um möglichst schnell Einfluss auf den Wasserstand nehmen zu können, zum Beispiel durch Ablassen des Kanals.

Diesem Bedürfnis sei die Stadt weder in der Vergangenheit noch in der Gegenwart gerecht geworden, sondern hätte stattdessen in einer „überfallartigen Aktion“ zahlreiche Bäume am Herrenbach gefällt, kritisierte die Baumallianz. Als „unverantwortlich“ bezeichnete ein Bürger den Einsatz schweren Geräts bei den Baumfällungen, das die Kanalrinne aus Beton beschädigt habe. Die Bürgerversammlung forderte die Stadt deshalb auf, aus Sicherheitsgründen den Zustand der Herrenbachrinne zu überprüfen.

Die Bäume hätten für das Lebensgefühl der Menschen im Stadtteil eine große Bedeutung. Entsprechend groß war die Empörung der Anwohner, als plötzlich zahlreiche Bäume aus Gründen des Hochwasserschutzes gefällt werden mussten. Die Bürger warfen den Verantwortlichen vor, mögliche Alternativen für die Baumfällungen erst gar nicht ausreichend geprüft zu haben. Mit gezielten Falschinformationen und Panikmache hätten sie stattdessen versucht, die Bürger zu verunsichern.

Die Bürgerversammlung prangerte die gesamte Vorgehensweise von Bürgermeister Kurt Gribl und den Referenten Gerd Merkle und Reiner Erben an. Zwar behaupte die Stadt, dass die Bürger an dem Prozess beteiligt wären, dies habe aber keine Substanz und täusche nur darüber hinweg, dass die Entscheidungen eigentlich schon getroffen wurden.
Die Teilnehmer der Bürgerversammlung machten deutlich: Sie wollen weitere „willkürliche Baumfällungen“ nicht hinnehmen, sondern für den Erhalt der Bäume im Stadtteil kämpfen. (pm)
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