Schwabenkanute Bruno Emerich befuhr mit dem Kajak bei der TID 2018 die Donau von Ingolstadt bis zum Schwarzen Meer

Bruno Emerich mit Rückenwind (Foto: Michael Wallner)
 
Bruno Emerich gleich im Schwarzen Meer (Foto: Michael Wallner)
 
dies sind die 15 Teilnehmer welche die gesamte TID mitgefahren sind (Foto: Michael Wallner)
Ein rühriges Völkchen sind sie schon die Kanu Schwaben,
immer für eine Überraschung gut!

Nicht nur dem Leistungssport wie Kanuslalom, Wildwasser Rennsport, Boatercross, Rafting, Wildwasser Extreme Kayak haben sie sich verschrieben, nein, Schwabenkanuten aus der Breitensportgruppe sind immer irgendwo unterwegs zu finden.

So nahm der Schwabenkanute Bruno Emerich diesen Sommer über 11 Wochen an der TID teil, der internationalen Padddelwanderfahrt auf der Donau von Ingolstadt zum Schwarzen Meer.

Während der Tour hatte er tagesaktuell Freunde und Bekannte mit unzähligen Videoschnipseln über seine Erlebnisse informiert. Daraus hat er nun einen unterhaltsames filmisches Potpourri zusammengestellt.

Dieser Film und weitere Informationen werden gezeigt im Bootshaus der Kanu Schwaben im Anschluss zum Wanderfahrertreffen. Interessierte Schwaben Mitglieder sind herzlich willkommen am 14.12.2018.

Die Donau, einer der größten Ströme der Welt, durchfließt Europa von West nach Ost und verbindet zehn Länder miteinander. Auf diesem Strom wird seit 1956 die längste Kanu- und Ruderwanderfahrt der Welt, die Tour International Danubien (TID) veranstaltet. Dabei handelt es sich um eine Kanuwanderfahrt mit Gepäck. Die heutige Strecke beginnt Ende Juni in Ingolstadt, führt über die weiteren organisierenden Länder Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien bis nach Rumänien und endet in der ersten September Woche nach 2516 Kilometern in Sfantu Gheorge (Rumänien) am Schwarzen Meer.
Die politische Bedeutung der TID ist groß. Ihre wichtigste Zielsetzung wurde seit Anbeginn wie folgt formuliert: Gegenseitiges Kennenlernen der Kulturen anderer Staatsbürger mit allen ihren politischen, weltanschaulichen, religiösen oder sonstigen Unterschieden. Es sollten Freundschaften geknüpft, die Solidarität zwischen den Wassersportfreunden und Bürgern unterschiedlicher Länder gestärkt und damit Freundschaft und Frieden zwischen den Völkern insbesondere der Donauländer gefördert werden.
Da Berufstätige eher nicht die erforderliche Zeitspanne freimachen können, besteht die Möglichkeit an der TID abschnittsweise und über mehrere Jahre verteilt, teilzunehmen. In diesem Jahr 2018 haben 15 Personen die Gesamtstrecke gefahren. Die TID hat ein gewisses Suchtpotential: viele Wiederholungstäter haben schon vor der Jahrhundertwende teilgenommen.

Weitere Details zur TID finden sich hier (bereits mit Zeitplan für 2019):
www.tour-international-danubien.org/index.php

2555 km in 77 Tagen im Kajak von Augsburg zum Schwarzen Meer
Eine Entwicklungs-Reise
von Bruno Emerich
Alles ist (oder wird) gut!

Mit diesem Grundgedanken wollte ich mich auf die Reise zu Erfüllung eines Lebenstraums machen: die Donau hinunterpaddeln bis ins Schwarze Meer.Elf Wochen lang (fast) täglich 30-60 km paddeln, bei Sonne, Regen und Sturm.

Was bewegt jemanden dazu? Man könnte mit Bergsteigern sagen: Weil er/der Berg, sie/die Donau da ist.
Da gibt es jedoch noch anderes: Einen Sommer lang sich wie einst Tom Sawyer und Huckleberry Finn auf dem großen Strom herumtreiben; Wind, Sonne, Regen intensiv spüren; Menschen der eigenen und fremden Kulturen kennen lernen; die eigenen Leistungsgrenzen erspüren; dem inneren Schweinehund begegnen und vielleicht noch anderes mehr.
So meldete mich im Februar dieses Jahres bei der deutschen TID-Organisation (TID = Tour International Danubien) und startete schließlich am 23. Juni in Ingolstadt mit geschätzten anderen 100 Kanuten und Ruderern. Die Teilnehmer kamen aus allen acht auf der Donau zu durchfahrenden Ländern, jedoch auch aus der Schweiz, Schweden, Italien, Irland, Australien, Tschechien und sollten sich im Verlauf der Wochen noch häufig verändern.

Bald war ich den Rhythmus der TID eingetaucht und fühlte, dass dies ewig so weitergehen könnte: Aufstehen um sechs, frühstücken (Müsli) und packen für eine Abreise zwischen 7.30 und (Nach-)Mittag, und dann einen Sommertag (manchmal bis 10 Stunden) Erlebnisse mit mir selbst, anderen Menschen und Natur, Zeltplatz finden und ankommen, Zelt aufbauen und einrichten, Abendessen, Gespräche, trinken und zu guter Letzt in den Schlafsack sinken (oder bei Hitze darauf) und Schlafen (oder auch nicht, bei gegebener Musik, siehe unten).

Auf dem Fluss und später dem Strom konnte ich vielfältige Natur und Umwelt erfahren: Das Glockenläuten in der Staustrecke von Straubing, der wunderbare Regen und das Gewitter bei der Durchfahrt durch Passau, der Rücken- und der Gegenwind, die mich meine Lebendigkeit spüren ließen, die Weite und die Ruhe vieler Teilstrecken, das schnelle Strömen der Donau, jedoch auch das zähe Fliesen vor Stauwerken, der unglaubliche Flug der Pelikan- und Kormoranschwärme und vieles mehr.

Beklemmende Eindrücke wie Zerstörungen aus dem Krieg in Kroatien und Serbien, verlassene Industriegebäude und nicht erfüllte Hoffnungen bei zugemauerten Hotelanlagen gehörten jedoch leider auch dazu.

Mehr oder wenig kleine/ große Widrigkeiten des Lebens waren zu akzeptieren, wie z.B. Zeltplätze an speziellen Stellen wie im Stadtpark, schwierige Uferbeschaffenheiten beim Ein- und Aussetzen oder Musik des Balkans in hoher Lautstärke bis in die Nacht- und Morgenstunden.

Am Ende fast jeden Fahrtentags wurden wir mit vor Ort gekochten, lokalen Gerichten verpflegt und immer wieder erfreuten uns unsere Gastgeber mit folkloristischen und musikalischen Darbietungen.

Obwohl lange in mir war, dass es ewig so weitergehen könnte, war beim Hinauspaddeln aufs Schwarze Meer am 5. September die Euphorie auch mit dem Gefühl verbunden, dass es jetzt zu Ende gehen darf und gleichzeitig auch gut ist.
Tags darauf ging es mit Bus und Kajakanhänger über Nacht in 26 Stunden zurück nach Deutschland/ Passau wo mich meine Liebste freudestrahlend in Empfang nahm.
.
Resümee:
> Es war phantastisch.
> Wiederholungen sind vermutlich zu erwarten (jedoch auf Teilstrecken)
> „Alles ist (oder wird) gut!“ war die richtige Einstellung für die Überraschungen diese Reise in unbekanntes Terrain.

Bruno Emerich, erster KSA Teilnehmer der gesamten Strecke der TID
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