Zweimal Gold und einmal Bronze im vorolympischen Test in Tokio

Hannes Aigner (Foto: Rebekka Anton)
Zweimal Gold und einmal Bronze im vorolympischen Test in Tokio

Der erste Test des Olympia-Wildwasserkanals in Tokio lief für die bisherigen drei deutschen Kanuslalom-Olympiaboote sehr gut. Die beiden Kajakfahrer Ricarda Funk aus Bad Kreuznach und Hannes Aigner aus Augsburg konnten beim vorolympischen Wettkampf am letzten Wochenende im Oktober jeweils Rang eins belegen. Ebenfalls einen Podiumsplatz mit Bronze gab es für die Weltmeisterin Andrea Herzog aus Leipzig im Canadier-Einer. Für den vierten deutschen Teilnehmer, C1-Fahrer Franz Anton aus Leipzig, lief es weniger gut. Er konnte sich leider nicht für die Endrunde qualifizieren. Als Gewinner der nationalen Olympia-Qualifikation in seiner Disziplin durfte er mit nach Japan fliegen. Für ihn, so sagte er, steht derzeit aber erst einmal die EM in London nächstes Jahr im Vordergrund. Denn dort haben die Canadier-Männer die letzte Chance, sich einen Platz für die Olympischen Spiele 2020 zu sichern.

Mitte Oktober, gerade einmal zwei Wochen nach den Weltmeisterschaften in Spanien, waren die Deutschen zum ersten Training für knapp drei Wochen nach Japan geflogen. Bereits eine Woche vor dem vorolympischen Test fand ein inoffizieller, internationaler Wettkampf statt, bei dem Funk und Aigner jeweils auf Rang drei landeten, Herzog wurde Vierte. Entsprechend zufrieden und mit einem guten Gefühl kehrten die drei Deutschen zurück. 

Wie ist der Kurs in Tokio?
Der Kurs in Tokio ist anders als in Rio oder auch London, habe aber eine ähnliche Bauform – so beschreiben ihn die Athleten. Ricarda Funk sagte: „Man hört schon, dass die Briten und auch die Brasilianer versuchen wollen, den Kanal irgendwie nachzubauen. Komplett geht es nicht, aber man versucht, ein paar technische Besonderheiten nachzustellen. Es wäre natürlich cool, wenn man das auch irgendwie in Leipzig schaffen könnte.“ Doch dieser Wunsch bleibt wohl ein Traum. "Theoretisch würde es hilfsmäßig an einigen Passagen funktionieren. Grundsätzlich ist aber die U-Form des Kanals in Leipzig eine komplett andere als in Tokio - von daher ist es eher nicht möglich", schätzt Christian Käding, Wissenschaftler und Kanuslalom-Experte am Institut für Angewandte Trainingswissenschaft (IAT) in Leipzig ein. Hannes Aigner meinte: „Der Kanal in Tokio ist eine minimal kleinere Version der beiden anderen Strecken. Er ist sehr schmal und eng. Ich komme mit der Strecke ganz gut zurecht. Aber die anderen Athleten werden natürlich jetzt auch hier viel trainieren.“ Der Kanal, so sagte er, sei nicht besonders wuchtig, aber sehr eigenartig und anspruchsvoll.“ Als Eigenheit nennt Andrea Herzog beispielsweise das häufige Hin- und Herschieben des Wassers. „Das muss man auf jeden Fall sehr oft trainieren“, betont die 19-Jährige, „um sich daran zu gewöhnen.“
Text: Uta Büttner
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