Anita kommt zur Roy Black-Gala in der Singoldhalle

Als Zehnjährige sang Anita im Duett mit Roy Black "Schön ist es, auf der Welt zu sein". Foto: Peter Stöbich

Darauf haben viele Fans jahrelang gewartet: Zur Roy Black-Gala wird heuer Anita Hegerland nach Bobingen kommen, die als Zehnjährige im Duett mit dem Schlagersänger den Hit "Schön ist es, auf der Welt zu sein" gelandet hatte. Die Veranstaltung des städtischen Kulturamts findet am 12. Oktober um 19.30 Uhr in der Singoldhalle statt.

Durch das Lied war die Norwegerin dem deutschsprachigen Publikum 1971 bekannt geworden. Sie sang es mit Roy Black auch im Film "Wenn mein Schätzchen auf die Pauke haut"; im Jahr darauf veröffentlichten beide den Titel "Verliebt und froh und heiter", der jedoch nicht an den Erfolg des Vorgängers anknüpfen konnte. An der Seite des Bobinger Stars wirkte Hegerland auch in der Filmkomödie "Alter Kahn und junge Liebe" mit, in den Jahren danach gab es noch vereinzelte musikalische Duette.

1985 hatte sie bei Mike Oldfield auf der Single "Pictures in the Dark" an der Seite von Aled Jones und Barry Palmer einen Gastauftritt. Zum 40-jährigen Jubiläum von "Schön ist es, auf der Welt zu sein" nahm sie mit Chris Boltendahl und den Musikern der Band Grave Digger eine neue Heavy-Metal-Version auf.

In der Singoldhalle wird sie den Abend gemeinsam mit Moderator Kay Dörfel und Günter Ortmann, dem ehemaligen Bandleader von Roy Black, gestalten.

Auch 28 Jahre nach seinem Tod ist der Sänger und Schauspieler unvergessen. Außer seinem Grab im Ortsteil Straßberg erinnert auch ein Legendenschild an Gerhard Höllerich, wie er mit bürgerlichem Namen hieß. "Oft heißt es, dass er ein Egozentriker und todunglücklich gewesen sei, weil er statt deutscher Schnulzen lieber Rock'n'Roll gesungen hätte", sagt Ortmann. "Aber wer viele Millionen Platten verkauft und Dutzende von Auszeichnungen bekommen hat wie Bravo-Ottos, goldene Schallplatten und Stimmgabeln, der kann mit seinem Job ganz zufrieden sein." Wie in jedem anderen Beruf habe es auch für Black Höhen und Tiefen gegeben. Seine Karriere ist mit Oscar-Preisträger Christoph Waltz in der Hauptrolle sogar verfilmt worden. Die Filme mit Roy Black, der sich nach dem amerikanischen Sänger Roy Orbison benannte, laufen auch heute immer wieder erfolgreich auf verschiedenen Fernsehsendern und zeigen, dass der Künstler aus Bobingen unvergessen ist. Mit ihm starb im Oktober 1991 einer der großen Stars im deutschen Schlagergeschäft.

Er wurde am 25. Januar 1943 im Hause seiner Großeltern in Straßberg geboren und verbrachte dort seine Kindheit bis zum 15. Lebensjahr. Im Wirtshaus "Reichsadler" trat regelmäßig ein Maurergeselle auf; dieser brachte Gerd das Gitarrespielen bei und sie sangen abends am Lagerfeuer oder im Wirtshaus. 1958 zog die Familie Höllerich nach Göggingen. Sein erster offizieller Auftritt war 1963 in der Bar Karly's Affenstall. Am 14. September 1963 gründeten Gerd, Dieter Schwedes, Dieter Sirch, Helmut Exenberger, Peter Schwedes und Günther Ortmann in Gerds Partykeller die Band "Roy Black and the Cannons".

Seine letzten Hits hatte der Sänger 1972 mit "Eine Rose schenk ich dir" und "Mein Herz ist bei mir". Die Alben, die bis 1974 auf dem Markt kamen, fanden keinen Absatz mehr. Der Künstler musste erleben, dass er nicht mehr der gefeierte Star war, und litt zunehmend unter persönlichen Problemen. Am 9. Oktober 1991 starb er in seiner Fischerhütte im bayerischen Heldenstein.

(Von Peter Stöbich)
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