Aquamarin in Bobingen: Zusammenarbeit von Schwimmbädern im südlichen Landkreis wird erwogen

Das Hallenbad Aquamarin könnte durch ein Familienbad für den ganzen südlichen Landkreis ersetzt werden.

Wann in Bobingen mit dem Abriss des Hallenbads Aquamarin und dem anschließenden Neubau eines Schwimmbades begonnen wird, steht noch nicht fest.

Die große Mehrheit des Stadtrats hat für den Bau eines Familienbads gestimmt, in dem sich alle Generationen auf ihre Art im Wasser bewegen können, sowohl Kinder und Nichtschwimmer als auch Sport- und Langsamschwimmer. Und es soll ein Ganzjahresbad werden, also ein Hallenbad, das auch im Sommer genutzt wird, bei schlechtem Wetter geschlossen, bei schönem Wetter mit großflächiger Öffnung zum Freibad hin. Die Investitionskosten belaufen sich nach einer Kalkulation vom Herbst 2018 auf 18,75 Millionen Euro. Um die Unterhaltskosten langfristig im Rahmen zu halten, werden von der Stadtverwaltung augenblicklich die Möglichkeiten einer Bäder-Kooperation mit den Nachbarkommunen im südlichen Landkreis ausgelotet, wie Bürgermeister Bernd Müller in einem Gespräch mit unserer Zeitung berichtete. Welche Form die Zusammenarbeit annehmen soll, kann erst im übernächsten Schritt entschieden werden. Die Möglichkeiten reichen von relativ losen Verträgen über einen Zweckverband bis zu einem Regionalunternehmen ähnlich dem der Wertachkliniken.
So sieht die Situation in den Nachbarstädten aus: In Königsbrunn gibt es ein Hallenbad im Gymnasium, das an zwei Abenden pro Woche von der Öffentlichkeit genutzt werden kann. Die Königstherme, die dort von einem privaten Investor gebaut und jahrzehntelang betrieben wurde, ist inzwischen fast vollständig abgerissen. Ob ein neues Schwimmbad gebaut werden soll, wurde noch nicht im Stadtrat diskutiert, da momentan andere große Bauprojekte in Planung sind. Schwabmünchen hat ein Frei-, aber kein Hallenbad. Die dortigen Vereine trainieren in den Hallenbädern von Untermeitingen und Lagerlechfeld. Aktuell wird ein Hallenbad, das in erster Linie dem Schwimmunterricht der Schulen dienen soll, auf dem Gelände der Leonhard-Wagner-Schule geplant. In Untermeitingen gibt es ein Hallen-, aber kein Freibad.
Der Vorteil für die Mitglieder des Bäderverbunds läge in der Kosteneinsparung durch Schwerpunktsetzung. Wenn ein Hallenbad die Anzahl der Stunden mit öffentlichem Schwimmen verringert, spart dies Kosten für Aufsichtspersonal, denn beim Schul- und Vereinsschwimmen führen Lehrer und Übungsleiter Aufsicht. So könnte sich das eine Schwimmbad auf das Training von Vereinen oder Organisationen wie Polizei, Feuerwehr oder Wasserwacht spezialisieren, ein anderes auf den Badebetrieb für die Allgemeinheit. In einer Bäderkooperation könnte es eine Streifen- oder Jahreskarte für alle Bäder geben, so dass man damit zum Sportschwimmen das eine, mit der Familie das andere Bad besuchen kann. Die Einwohner der Verbund-Städte könnten alle Bäder zu geringeren Preisen nutzen als Besucher von außerhalb. Im Gegenzug werden die Unterhaltskosten auf die Kommunen aufgeteilt. Landrat Martin Sailer hat sich positiv zu der Idee geäußert, wie Müller berichtet. Nun wollen die Kommunen eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben, damit auf der Grundlage von berechneten Zahlen entschieden werden kann.
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