Bald blüht es wieder in der ganzen Stadt

Für ein schmuckes Stadtbild sorgen Tanja Proksch und ihre Helfer. Fotos: Stöbich
Bobingen : Bobingen | Gärtner pflanzen in Bobingen tausende von Blumen

Peter Stöbich
Bobingen. Wegen des frühen Ostertermins hat es nicht mehr rechtzeitig zu den Feiertagen mit der bunten Blütenpracht geklappt, "aber wenn ein paar Tage die Sonne rauskommt, wird es in Bobingen bald überall blühen und sprießen", verspricht Tanja Proksch. Mit ihrem Team ist die Vorarbeiterin beim städtischen Bauhof seit Mitte März wochenlang unterwegs, um das Ortsbild zu verschönern.
Zuvor hatte sie ihr Schneeräumfahrzeug abgerüstet und hofft nun, dass sie nach Ostern nicht noch zum sogenannten Handdienst ausrücken, also kehren und streuen, muss. "Höchste Zeit, dass es endlich richtig Frühling und wärmer wird", meint eine ältere Passantin, als Proksch mit ihren Kollegen Simone Pohl und Bory Cissé gerade ein Beet am Kirchplatz bepflanzt.
Nicht nur am Rathausplatz oder im Schlösslepark ist der Gärtner-Trupp unterwegs, sondern im ganzen Stadtgebiet einschließlich Siedlung und Straßberg, Reinhartshausen und Waldberg. 70 große Betontröge, 3000 Blumen wie Stiefmütterchen oder Vergißmeinnicht, 4000 Zwiebeln wie Osterglocken oder Tulpen - diese eindrucksvollen Zahlen machen anschaulich, wieviel Arbeit die Verschönerung des Stadtbildes bedeutet. Und mit dem Pflanzen allein ist es nicht getan, außerdem muss gegossen, gejätet und geschnitten werden, zum Beispiel auch bei den städtischen Gräbern im Friedhof.
Die Pflanzen kommen heuer nicht aus Bobingen, sondern werden von einer Gärtnerei aus Großaitingen im Bauhof angeliefert. "Das wird jedes Jahr neu ausgeschrieben", berichtet Proksch. Sie hat im Botanischen Garten in Augsburg Zierpflanzengärtnerin gelernt hat und ist seit 25 Jahren beim Bauhof beschäftigt. „Egal, wie das Wetter ist, das ist definitiv mein Traumberuf!“, sagt sie.
Sei es bei kühlen Schauern im April, den Eisheiligen im Mai oder sommerlichen Temperaturen im Juli, sie kann sich kaum eine schönere Arbeit vorstellen: "Im Außendienst sind wir viel an der frischen Luft, man kann kreativ sein und der Job ist sehr abwechslungsreich.“ Sogar ein ausgerissenes Schaf musste sie schon einfangen und vorübergehend im Hundezwinger unterbringen.
Immer wieder experimentieren die Gärtner mit neuen Farben und Formen und wenn das Ergebnis sichtbar wird, freuen sich die Bobinger über die schönen Muster und das frische Grün. Angesichts der aufwendigen Arbeit ärgert sich Proksch, dass nicht alle Bürger die Mühe zu schätzen wissen und immer wieder Pflanztröge beschädigt und Blumen herausgerissen werden.
"Nach dem langen Winter braucht der Mensch jetzt fröhliche Frühlingsfarben", weiß sie. Auch ihr heimischer Garten mit Rosen, Stauden und Obstbäumen wird von vielen Passanten bewundert, die meist gar nicht wissen, wer tagaus, tagein bei jedem Wetter für ein schönes Stadtbild sorgt.
Auch für das Mauergrün am Pfarrheim, den Schmuck fürs Volksfest, das Mähen von Schlössle- und Singoldpark sind die Stadtgärtner zuständig sowie für die Dekoration bei größeren Feiern und Empfängen, zum Beispiel in der Singoldhalle. Dienstbeginn im Bauhof ist für Tanja Proksch um 6.55 Uhr, aber während des Winterdienstes muss sie manchmal schon einige Stunden früher aufstehen, wenn nachts um vier ihr Chef anruft. Aber nicht nur aus beruflichen Gründen ist sie eine Frühaufsteherin: "Weil ich vier Hunde habe, heißt es um fünf Uhr: Raus aus den Federn!"
Wer sich für eine Berufsausbildung zum Friedhofs-, Landschafts- oder Staudengärtner interessiert, hat viele Möglichkeiten im Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenbau. „Voraussetzungen sind körperliche Fitness und Flexibilität sowie ein gutes Verständnis für Farben und Formen“, erläutert Tanja Proksch, “aber auch Interesse an Lebensvorgängen in der Natur, Kreativität und Teamfähigkeit sind wichtig."
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