Bobingen: Bald kein Chlor mehr im Trinkwasser - Abkochgebot tritt erneut in Kraft

Bald wieder ohne Chlor: das Bobinger Wasser.



Spätestens an Weihnachten wird das Bobinger Wasser wieder chlor- und keimfrei sein




Seit dem 22. Juni wird dem Bobinger Trinkwasser Chlor zugesetzt. Am 2. Dezember um 18 Uhr wird die Chlorung beendet, ab diesem Zeitpunkt gilt noch einmal ein Abkochgebot im Stadtgebiet Bobingen, Bobingen Siedlung und im Stadtteil Straßberg, voraussichtlich für zwei Wochen. Das bedeutet, dass Wasser, das für Speisen und Getränke, für die Mundhygiene oder zum Reinigen von Wunden verwendet wird, einmal sprudelnd aufkochen muss. Die Stadtteile Waldberg, Kreuzanger, Reinhartshausen und Burgwalden sind nicht betroffen, da sie mit Wasser aus den Stauden versorgt werden. Darüber informierten Stadt und Stadtwerke Bobingen bei einem Pressegespräch am Dienstag. Jeder betroffene Haushalt wird zwischen 29. November und 1. Dezember einen orangefarbenen Zettel mit genaueren Informationen zum Abkochgebot im Briefkasten finden.

Die Chlorung war notwendig geworden, nachdem am 14. Juni diesen Jahres bei einer routinemäßig entnommenen Wasserprobe ein Keim gefunden worden war. Ein einzelner Keim bedeute keine Gefährdung, wie der Werkleiter der Stadtwerke Bernhard Langert erklärte. Es bestehe aber die Möglichkeit, dass der Keim zu einer größeren Keimbesiedlung im Leitungsnetz, das in Bobingen immerhin rund 115 Kilometer lang ist, gehört. Deshalb wurde die Bevölkerung umgehend aufgefordert, das Wasser abzukochen.
Bürgermeister Bernd Müller führte aus, dass nicht mit letzter Sicherheit festgestellt werden konnte, woher die Keime kamen. Vieles deute darauf hin, dass die Ursache im dritten der vier Brunnen im Bobinger Wald zu suchen ist. Hier wurden in den Proben mehrere Keime gefunden, in den Proben der anderen Brunnen keine. Daher wurde der dritte Brunnen im Juni sofort vom Netz genommen. Da jedoch auch andere Ursachen in Frage kamen und auch, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich Keime bereits im Netz verbreitet hatten, ordnete das Gesundheitsamt trotzdem den Zusatz von keimtötendem Chlor an.
Anschließend arbeiteten die Stadtwerke gemeinsam mit dem Gesundheitsamt und einem spezialisierten Ingenieurbüro eine Liste von möglichen Schwachstellen im Wassersystem aus. Alle diese Stellen wurden seither ertüchtigt. Auf der Liste standen Ventile und Pumpen und sogar Teile der Vegetation im Bobinger Wald. Am 27. November kam das Gesundheitsamt nach Bobingen, um bei einer Begehung zu prüfen, ob die Liste komplett und korrekt abgearbeitet wurde. Da dies der Fall war, konnte die Genehmigung zur Beendigung der Chlorung erteilt werden.

Nach Beendigung der Chlorung kann es zu einer kurzfristigen Verkeimung kommen

Nach dem Ende der Chlorung muss noch einmal abgekocht werden, weil es direkt nach der Chlorung für einige Tage zu einer kurzfristigen Verkeimung kommen könne, so Müller. Wann das gechlorte Wasser komplett abgeflossen sein wird, kann nicht exakt vorher gesagt werden, da dies vom Wasserverbrauch abhängig ist. Daher kann das Abkochgebot auch länger als zwei Wochen dauern, wird aber ganz sicher noch vor Weihnachten aufgehoben werden, versprach Müller. Wenn kein Chlor mehr im Wasser ist, müssen täglich an verschiedenen Stellen drei Proben genommen werden. Wenn in diesen Proben an drei Tagen nacheinander kein Keim enthalten ist, kann das Abkochgebot aufgehoben werden. Die Haushalte werden darüber in den Medien informiert.
Großverbraucher wie Altenheime oder das Krankenhaus haben mit dem Abkochgebot kein Problem, versicherte Bürgermeister Müller, da diese über Filtersysteme verfügen, die sowohl Chlor als auch Keime aus dem Wasser herausfiltern. Abschließend zerstreute Müller Befürchtungen, dass der Wasserpreis wegen der Kosten für Chlorung und Ertüchtigung steigen könne. Chlor sei billig und die Kosten für Modernisierungen seien bereits eingepreist. Der Bobinger Wasserpreis werde daher auch in Zukunft unter dem bayerischen Durchschnitt liegen.
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.