Bobingen: Fußballturnier auf wenigen Quadratmetern

So geht Fußballspielen mitten in der Stadt.

Beim „Streetwork Action Day“ auf dem Bobinger Rathausplatz gab es viel Unterhaltung für Jugendliche.

Am Nachmittag des vergangenen Samstags gehörte der Rathausplatz den Jugendlichen der Stadt. Auf einer kleinen Bühne vor dem Rathaus wurde ab 15 Uhr Live-Musik geboten, eine Torwand, ein Basketball-Korb für ein Streetball-Turnier und andere Attraktionen waren aufgebaut. Viele knallrote T-Shirts leuchteten heraus, sie waren das Kennzeichen der Streetworker des Kreisjugendrings Augsburg-Land, des Stadtjugendrings Augsburg und des Sozialpädagogischen Instituts Augsburg (sia), die die Veranstaltung gemeinsam auf die Beine gestellt hatten. Um ihre Arbeit bekannter zu machen, organisieren sie jedes Jahr an einem anderen Ort in ihrem Einsatzgebiet eine solche Veranstaltung. Die Besucher saßen auf Parkbänken und an Tischgarnituren, das Jugendzentrum Bobingen hatte für Verpflegung gesorgt. Über dem Platz lag der Geruch von frischer Farbe. Er kam aus der Ecke mit aufgespannten Pappdeckeln, auf denen Versuche mit dem Sprühen von Graffitis unternommen wurden, unter der Anleitung des Art Designers Patrick Bastian. Er zeigte den Jugendlichen, wie sie ihre teilweise sehr genauen Vorstellungen mit der Spraydose verwirklichen konnten.
Der meiste Andrang herrschte beim Mini-Street-Soccer-Court, einer Art rundem Käfig mit zwei gegenüber liegenden winzigen Fußballtoren. Im Liga-System spielten fünf Mannschaften zu je zwei Spielern gegeneinander, wobei es auch auf das Erringen von Fairness-Punkten ankam. Auf die Sieger warteten ein Pokal und Kinokarten. Gute Stimmung herrschte beim Reissack-Werfen, wo Uta Gottschalk, eine Mitarbeiterin des sia, spontan Lollies, die sie immer dabei hat, als Siegprämie auslobte. Gottschalk hatte außerdem mehrere sogenannte Rauschbrillen mitgebracht. Wer sie aufsetzt, sieht die Umgebung wie in einem Rauschzustand. Eine der Brillen zeigte die Sicht bei 1,3 Promille, eine andere bei 0,8 Promille in der Nacht, eine dritte bei einem Ecstasy-Rausch. Die Umgebung wirkt mit dieser Brille recht bunt und Hindernisse werden mal hier, mal da wahrgenommen. Wenn Jugendliche die Brillen in nüchternem Zustand aufsetzen, haben sie viel Spaß bei dem Versuch, damit einen Eierlauf durch einen kurzen Slalomparcours zu meistern. Gleichzeitig verstehen sie schnell, weshalb im Rausch ganz leicht Unfälle passieren. Gottschalk berichtete von mehreren guten Gesprächen, die sie am Nachmittag mit Erwachsenen geführt habe. Sie hat vor über 18 Jahren als Streetworkerin angefangen und sagt: „Wir können viel Gutes bewirken, vor allem vorbeugend, und sind Ansprechpartner für junge Menschen außerhalb ihrer Familien. Die Arbeit macht mir Spaß und sie ist sinnvoll und wichtig!“
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