Damit auch ohne Gundremmingen Strom fließt: Neue Anlage im Oberottmarshauser Umspannwerk

Das Umspannwerk in Oberottmarshausen wird künftig die Energieversorgung für die gesamte Region gewährleisten. Fotos: Patrick Bruckner

Die Umspannanlage Oberottmarshausen verteilt als Energieknotenpunkt den Strom im südlichen Landkreis Augsburg. Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion nahm dort am vergangenen Dienstag einen "Rotierenden Phasenschieber" in Betrieb, der in Zukunft für die regionale Spannungshaltung im Stromnetz eingesetzt wird.

Hoher Besuch in der beschaulichen 1800-Seelen-Gemeinde: Neben dem Bürgermeister des Nachbarorts Wehringen, Manfred Nerlinger, und Landrat Martin Sailer waren Klaus Kleinekorte, technischer Geschäftsführer von Amprion, Ministerialdirigentin Ulrike Wolf des Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Energie und Technologie, und Ralf Christian, CEO Division Energy Management der Siemens AG Erlangen zu Gast in Oberottmarshausen bei Bürgermeister Gerhard Mößner im ortsansässigen Umspannwerk.

Die 1962 erbaute Umspannanlage ist die größte ihrer Art in Schwaben. Sie ist ein bedeutender Knotenpunkt im Übertragungsnetz von Amprion, verbindet es mit dem regionalen Verteilnetz der Lechwerke und sichert die Stromversorgung in Oberottmarshausen, Wehringen, Bobingen, Königsbrunn und Großaitingen. Der Rotierende Phasenschieber ist eine Maschine, die Blindleistung bereitstellt. Diese ist für die Spannungshaltung im Stromnetz unerlässlich. Sie wurde vor allem von Generatoren in Kernkraftwerken wie in Gundremmingen bereitgestellt. Da diese nach und nach vom Netz gehen, errichtet Amprion an Knotenpunkten des Stromnetzes Blindleistungskompensationsanlagen wie den Rotierenden Phasenschieber in Oberottmarshausen. Die Anlage soll die Stromversorgung in Schwaben gewährleisten, wenn das Kraftwerk in Gundremmingen endgültig abgeschaltet wird. Kleinekorte erläutert die Bedeutung der Blindleistungseinspeisung für den Netzbetrieb: "Der Rotierende Phasenschieber ist in der Lage, flexibel die Spannung im Netz anzuheben oder abzusenken. Wir können somit auch in Zukunft die Spannung in unserem Übertragungsnetz und den unterlagerten Verteilnetzen genau regeln und ein stabiles Netz garantieren".

Die Teile des über 500 Tonnen schweren Phasenschiebers wurden per Schiff, Zug und Lastwagen von Mühlheim nach Oberottmarshausen befördert. Es ist nach der Anlage im Kernkraftwerk Biblis der zweite rotierende Phasenschieber, den Amprion in Deutschland verbaut, aber "in Größe und Luftkühlung ist dieser Phasenschieber in Oberottmarshausen eine Weltneuheit", gibt Christian bekannt.

Insgesamt investierte Amprion in Ausbau und Modernisierung der Anlage rund 65 Millionen Euro. Die Umspannanlage wird gleichzeitig verstärkt und an die neuen Anforderungen des Netzes angepasst. Dabei wird sie von 220 Kilovolt Schritt für Schritt im laufenden Betrieb auf 380 Kilovolt umgestellt. Die Arbeiten in Oberottmarshausen haben im Oktober 2015 begonnen und wurden nun, sogar zehn Monate früher als geplant, beendet.
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