Ein Masterplan für den Friedhof

Für ihre Friedhöfe hat die Stadt Bobingen heuer 477.000 Euro in den Haushalt eingestellt. Foto: Stöbich
Bobingen : Bobingen | Die Anlage soll attraktiver gestaltet werden

Peter Stöbich
Bobingen. Die attraktivere Gestaltung des Friedhofs an der Maria Hilf-Straße läßt sich die Stadt Bobingen einiges kosten. Im Frühjahr will sie mit den Arbeiten zur Verlegung des Wirtschaftshofes beginnen und auf der Westseite der Aussegnungshalle einen Klostergarten anlegen. Außerdem sind in den Friedhöfen Reinhartshausen und Straßberg Sanierungen der Grotte beziehungweise der Friedhofskapelle vorgesehen. Diese und weitere Maßnahmen schlagen im städtischen Haushalt mit insgesamt 477.000 Euro zu Buch.
In der rund 35.000 Quadratmeter großen Anlage in Bobingen müssen im Laufe des Jahres der Vorplatz der Aussegnungshalle und das sogenannte Kolumbarium saniert werden. "Denn es ist wie die Urnenwände in Straßberg und Reinhartshausen dem Wetter ausgesetzt und teilweise verschattet", erläutert Hauptamts-Leiter Thomas Ludwig. "Der Schmuck auf den Balkonen der einzelnen Grabstätten trägt ein Übriges dazu bei, dass die Wände saniert werden müssen."
Auch in Bobingen geht der Trend immer stärker zur Urnenbeisetzung, wie die Zahlen der Friedhofsverwaltung zeigen. Ein Grund dafür ist unter anderem, dass Angehörige oft weit entfernt wohnen und sich nicht um die aufwendige Pflege von Erdgräbern kümmern können oder wollen.
Für den Bobinger Friedhof gibt es einen sogenannten Masterplan, der in den nächsten Jahren eine Verbindung zwischen Tradition und Moderne schaffen soll. Vorgesehen ist eine schrittweise Harmonisierung des Gesamtbildes, um die Aufenthaltsqualität zu verbessern und den Bürgern für die höheren Gebühren seit Mitte 2017 einen Mehrwert zu bieten.
Die Planer unterscheiden in ihrem Konzept zwischen der historisch gewachsenen Kernzone rund um die Aussegnungshalle und einem sogenannten Friedpark – einem naturbelassenen Teil, der die Besucher auch zum Verweilen einladen soll. Ein erster konkreter Schritt ist kommendes Frühjahr die Verlegung des Betriebs- oder Wirtschaftsgebäudes an den Rand des Friedhofs an der südlichen Fraunhofer Straße.
Die mit den Rasenpflegearbeiten beauftragte Firma Pfeiffer Garten-Art hat vergangenes Jahr in Abstimmung mit der Friedhofsverwaltung 13 Mähgänge durchgeführt und die Rasenflächen entsprechend dem vorhandenen Budget aufgefüllt beziehungsweise neu angelegt. Auch wurden sämtliche Flächen einmal gedüngt.
Die Verwaltung sei mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden gewesen, sagt Ludwig, räumt auf Nachfrage aber ein: " Im Gegensatz dazu gab es eine Vielzahl von Nutzungsberechtigten, die mit der Art und Weise sowie auch der Häufigkeit der Mähvorgänge nicht einverstanden waren." Er gehe jedoch davon aus, dass dies eine Momentaufnahme sei und sich im Laufe der Zeit einspielen werde.
Auch die einheitliche Gestaltung der Rasenflächen, über die sich viele Bürger geärgert hatten (wir berichtete), schreitet voran. Die Verwaltung wird nach Ablauf der Übergangsfrist die Fälle, die noch nicht der Friedhofssatzung entsprechen, dem zuständigen Ausschuss vorlegen.
Durch eine Satzungsänderung war zum Juli vergangenen Jahres die Unterhaltsgebühr für den Bobinger Friedhof auf 70 Euro erhöht worden; die Änderungsbescheide verschickte die Stadt Anfang Oktober an die Nutzungsberechtigten. Daraufhin gingen bei der Friedhofsverwaltung zahlreiche und massive Beschwerden über die beschlossene Höhe ein.
Ludwig: "Die Mitarbeiterinnen der Friedhofsverwaltung waren deshalb über mehrere Wochen personell mit der Bearbeitung der Beschwerden sowohl zeitlich als auch psychisch sehr stark belastet." Sie versuchten in zeitaufwendigen Gesprächen und schriftlichen Antworten, die Gründe für die Erhöhung nochmals zu erläutern.
Dies konnte aber nicht alle Beschwerdeführer überzeugen, so dass zunächst 19 schriftlich Widerspruch einlegten. Nach nochmaliger schriftlicher Erläuterung zogen 13 ihre Einwände wieder zurück, sechs waren dazu nicht bereit. "Diese Widersprüche haben wir dem Landratsamt Augsburg weitergeleitet", sagt Ludwig; eine Entscheidung der Widerspruchsbehörde steht allerdings noch aus.
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