Enttäuschung nach der Messe

Bobingen : Bobingen | Kritische Stimmen zur Bobinger Lewa

Peter Stöbich
Bobingen. Ernüchterung herrscht bei den Verantwortlichen nach der Lech-Wertach-Ausstellung (Lewa), die vergangenes Wochenende rund um die Bobinger Singoldhalle stattfand (wir berichteten). Die entäuschenden Besucherzahlen sind für Messeleiter Robert Dölle Anlaß zu einer baldigen Manöverkritik mit dem Verein Lech-Wertach-Interkommunal sowie den Gewerbeverbänden aus Königsbrunn, Bobingen und Schwabmünchen.
"Wir werden uns zusammensetzen und diskutieren, wie es weitergeht", sagt er auf Anfrage unserer Zeitung. Turnusmäßig wäre kommendes Jahr Schwabmünchen an der Reihe mit der Gewerbeschau, die in den Jahren 2015 und 2017 ausgesetzt worden war.
Hatte man vor vier Jahren bei der Ausstellung in Schwabmünchen noch 15.000 Besucher gezählt, so liegt Dölles optimistische Schätzung für die jüngste Lewa zwischen 8000 und 10.000. "Der Freitag war eine Katastrophe, der Samstag ging so und am Sonntag war endlich mehr los", stellt Hubert Berger aus Lagerlechfeld fest. Mit seinem Fahrradgeschäft hatte er einen Stand im Freigelände zwischen den beiden Hallen und bekam von vielen Kollegen Kritik zu hören, zum Beispiel an fehlenden Hinweisschildern oder Lautsprecher-Informationen. Auch eine größere Gastronomie mit Sitzgelegenheiten wurde vermißt.
"Das Gelände rund um die Singoldhalle ist halt nicht als Messegelände konstruiert“, rechtfertigt sich Dölle. Einige Aussteller wie eine Bobinger Gärtnerei wollen sich zur mangelhaften Organisation lieber nicht äußern: "Da sag ich jetzt nichts", hieß es auf Anfrage unserer Zeitung mehrmals.
Auch Robert Menhofer als Chef des Bobinger Gewerbeverbands zeigt sich mit einem Fazit sehr zurückhaltend und bestätigt lediglich, dass man sich über mehr Besucher gefreut hätte. Für das geringe Interesse gibt es nach Ansicht von Bürgermeister Bernd Müller mehrere Gründe: "Bei so sonnigem Frühlingswetter waren viele Leute lieber anderso unterwegs, zum Beispiel im Biergarten, auf dem Berg oder bei einer Gartenschau."
Außerdem sei eine Ausstellung im Jahresturnus, sei es nun Boga, Köma oder Lewa, zuviel für die Besucher, die aus einer Fülle von Freizeitangeboten wählen könnten. "Dazu kommt die Konkurrenz durch die Afa in Augsburg", stellt Müller fest.
Besonders für Mittelständler und kleine Unternehmen sei es finanziell und personell schwierig, Jahr für Jahr eine mehrtägige Messe zu stemmen. "Die opfern dafür viel Zeit und sind verständlicherweise enttäuscht so wie letztes Wochenende." Nach Ansicht des Bobinger Bürgermeisters müssen sich die Organisatoren deshalb Gedanken über das künftige Konzept machen, wenn die nächste Lewa für Aussteller und Besucher ein Erfolg werden soll.
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