Fans erinnern an Roy Black: Sie treffen sich am Samstagabend in der Bobinger Siedlung

Sein Grab und ein Legendenschild erinnern im Ortsteil Straßberg an Roy Black. Foto: Stöbich
Bobingen : Bobingen |

75 Jahre alt wäre der Schlager- und Filmstar Roy Black am 25. Januar geworden. Ein offizielles Gedenken an den berühmten Bobinger, der mit bürgerlichem Namen Gerd Höllerich hieß, wird es seitens der Stadt nicht geben, doch erinnert im Ortsteil Straßberg ein Legendenschild an ihn. Wie Günter Ortmann, ein Weggefährte aus den Anfangsjahren in der Augsburger Zeit, ankündigt, soll kommenden Samstag in der Schlossbergschänke am Wertachzentrum in der Siedlung ein Fanclubtreffen stattfinden.

Ortmann will am Samstag um 19 Uhr eine Videoaufzeichnung jenes Musicals präsentieren, das 18 Jahren in Augsburg Premiere hatte und das Leben von Gerhard Höllerich zeigte. Das Kulturamt richtet seine jährliche Gala jeweils zum Todestag des Künstlers im Herbst aus.
Die Filme mit Roy Black, der sich nach dem amerikanischen Sänger Roy Orbison benannte, laufen auch heute immer wieder erfolgreich auf verschiedenen Fernsehsendern und zeigen, dass der Künstler aus Bobingen unvergessen ist. Mit ihm starb im Oktober 1991 einer der ganz großen Stars im deutschen Schlagergeschäft.
Er wurde am 25. Januar 1943 im Hause seiner Großeltern an der Frieda-Forster-Straße in Straßberg geboren und verbrachte dort seine Kindheit bis zum 15. Lebensjahr. Im Wirtshaus „Reichsadler“ trat regelmäßig ein Maurergeselle auf; dieser brachte Gerd das Gitarrespielen bei und sie sangen abends am Lagerfeuer oder im Wirtshaus. 1958 zog die Familie Höllerich nach Göggingen und die Jugendlichen trafen sich wie heute noch am Königsplatz.
Sein erster offizieller Auftritt war 1963 in der Bar Karly´s Affenstall. Am 14. September 1963 gründeten Gerd, Dieter Schwedes, Dieter Sirch, Helmut Exenberger, Peter Schwedes und Günther Ortmann in Gerds Partykeller die Band „Roy Black and the Cannons“. Den Talentwettbewerb der Oberschulen gewannen sie im Juni 1964 im Moritz-Saal.

Höhen und Tiefen

„Es heißt immer, dass er ein Egozentriker und todunglücklich gewesen sei, weil er statt deutscher Schnulzen lieber Rock'n'Roll gesungen hätte“, sagt Günter Ortmann, ehemaliger Leiter der „Cannons“. „Aber wer viele Millionen Platten verkauft und Dutzende von Auszeichnungen bekommen hat wie Bravo-Ottos, goldene Schallplatten und Stimmgabeln, der kann mit seinem Job ganz zufrieden sein.“ Wie in jedem anderen Beruf habe es auch für Black Höhen und Tiefen gegeben, allerdings machten ihm immer wieder Herzprobleme zu schaffen. Seine Karriere ist mit Oscar-Preisträger Christoph Waltz in der Hauptrolle sogar verfilmt worden.
Die letzten Hits hatte der Sänger 1972 mit „Eine Rose schenk ich dir“ und „Mein Herz ist bei mir“. Die Alben, die bis 1974 auf dem Markt kamen, fanden keinen Absatz mehr. Der Künstler musste erleben, dass er nicht mehr der gefeierte Star war, und litt zunehmend unter persönlichen Problemen. Am 9. Oktober 1991 starb er einsam in seiner Fischerhütte im bayerischen Heldenstein.
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