Hallenbad Aquamarin: Baubeginn frühestens 2021

Die Tage des Bobinger Hallenbades sind gezählt.

Bobingen. In den Haushaltsberatungen der kommenden Wochen wird die Zukunft des Aquamarin ein wichtiges Thema sein. Der Abriss des Hallenbades ist beschlossen, da eine Sanierung als unwirtschaftlich berechnet wurde. An seiner Stelle soll ein Ganzjahresbad errichtet werden. In einem solchen Bad kann ganzjährig geschwommen werden, an warmen Sommertagen wird es zum Freibad hin geöffnet.

In seiner Januarsitzung beschloss der Stadtrat, die weitere Diskussion auf der Grundlage von Berechnungen zu führen, die von Experten für drei unterschiedliche Konzepte vorgelegt wurden. Stadtkämmerer Alexander Ziegler stellte die Zahlen vor: Die Variante mit den geringsten Bau- und Folgekosten wäre ein Hallenbad nur für Schulen und Vereine. Insbesondere die Personalkosten sind hier gering, da Lehrer und Übungsleiter die Aufsicht führen. Doch auch ein solches Bad kostet viel Geld und bringt nur einem kleinen Teil der Bevölkerung einen Nutzen. Mehr Nutzer fände ein Sportbad, das auch der Öffentlichkeit für sportliches Schwimmen zur Verfügung steht. Die dritte Variante ist ein Familienbad, zu dem Planschbecken und Rutsche gehören. Auch diese Möglichkeit ist teurer als ein Schul- und Vereinsbad, liefert sich aber in finanzieller Hinsicht mit dem Sportbad ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wie Ziegler ausführte. Die Interessen der Sportschwimmer wurden bisher weitaus selbstbewusster geäußert als die der Familien. Doch geht aus dem Expertenpapier hervor, dass die Besucherzahlen eines Familienbades rund doppelt so hoch liegen wie die eines Sportbades.
Es geht um große Summen, sowohl beim Bau als auch beim Unterhalt. Für den Bau werden augenblicklich 18,75 Millionen Euro veranschlagt. Die Unterhaltskosten sind in erster Linie von der Wassermenge abhängig, die gereinigt und erwärmt werden muss, wie schon bei der Bürgerversammlung im Oktober 2017 anschaulich erklärt wurde. Nach zwanzig Jahren Nutzungszeit eines Bades ist die Summe der jährlichen Betriebskosten größer als die Baukosten.
Im Juli 2018 wurde ein Baubeginn 2020 in Aussicht gestellt. Dieser Termin ist inzwischen hinfällig, erläuterte Bürgermeister Bernd Müller. Sollte ein Gesamtkonzept in den nächsten Monaten beschlossen und zügig alle Anträge auf finanzielle Förderung gestellt werden, ergebe sich 2021 als frühestmöglicher Termin für den Beginn der Bauarbeiten, da für die Planungsarbeiten etwas mehr als ein Jahr benötigt wird. Abbruch und Neubau werden gut zwei Jahre dauern.  
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