Jubiläumsparty vor dem Rathaus

Vor einem halben Jahrhundert wurde Bobingen zur Stadt erhoben. Foto: Stöbich
Bobingen : Bobingen | Mit vielen Gästen feiert Bobingen die Stadterhebung vor 50 Jahren

Peter Stöbich
Bobingen. Die Jubiläumsfeiern zur Stadterhebung Bobingens vor 50 Jahren nähern sich ihrem Höhepunkt. Nach zahlreichen Veranstaltungen der Vereine sowie der Stadt selbst während der vergangenen Wochen wird es am Sonntag, 14. Juli, eine große Geburtstagsparade geben.

Rund 80 Gruppierungen haben sich zum Festzug angemeldet, der um 14 Uhr an der Krumbacher Straße starten und über die Hoch- und Gartenstraße zum Rathaus führen wird.
Nicht nur viele Bobinger, sondern auch Gäste aus Großaitingen und Königsbrunn machen mit, von Feuerwehren und Frauenbund über Musikanten und Kindergärten bis zu Schützen und Sportlern. Nach dem Jubiläumszug gibt es vor dem Rathaus bis 22 Uhr Musik und Bewirtung für die Geburtstagsgäste aus nah und fern.
Vom Dorf „Pobinga“ in der Zeit des Bischofs Ulrich über die mittelalterliche Dienstmannensiedlung des Hochstifts Augsburg bis zum Sitz eines bischöflichen Pflegamtes bestimmte die Nähe der Reichs- und Bischofsstadt Augsburg Lebensbedingungen vor Ort. Das stattliche Dorf umfasste um 1800 bei der Eingliederung in das Kurfürstentum/Königreich Bayern etwa 1300 Einwohner in 240 Anwesen und ländlichen Handwerksbetrieben.
Mit dem Wachstum der Bevölkerung erweiterte sich der Siedlungsraum zwischen Singold und Bahnlinie und die Funktion wandelte sich vom Gewerbe- und Industriestandort zu einem zentralen Ort für Dienstleistung, Bildung und Kultur im Ballungsraum Augsburg.
Die logische Folge war die Ernennung zum Markt 1953 und am 26. Juli 1969 zur Stadt. Mit der Eingemeindung der Nachbardörfer Straßberg, Reinhartshausen und Waldberg und wachsenden kommunalen Aufgaben erweiterte sich die Ausstrahlung und Bedeutung der Stadt beträchtlich.
Ein Blick in die Archive zeigt, wie der Marktgemeinderat vor einem halben Jahrhundert Bobingens Entwicklung vorantrieb. Schon im Juli 1964 hatte Landrat Dr. Franz Xaver Frey im Innenministerium die Stimmung ausgelotet und ein günstiges Klima ausgemacht. Darum empfahl er Bobingen, „langsam und ohne Behandlung im Marktrat oder in der Öffentlichkeit Material zu sammeln und einen formlosen Antrag vorzubereiten“. Landrat Frey hat die Gemeinderäte vorgewarnt: Als Stadt werde sich Bobingen ganz neuen Herausforderungen stellen müssen. Doch den Ratsmitgliedern war nicht bange. Sie hatten ja schon viel vorzuweisen. Die Erhebung zur Stadt bringe zwar keine direkten Vorteile, so Frey, bedeute aber „eine gewisse Anziehungskraft für Außenstehende und bedingt eine gewisse Großzügigkeit in Planung und kommunaler Entwicklung“.
Im April 1966 entschieden die Ratsmitglieder erstmals, einen formellen Antrag zu stellen. Dafür finden sich in den Protokollen gewichtige Gründe: Seit der Markterhebung 1953 sei Bobingen zum wirtschaftlichen und schulischen Mittelpunkt im nördlichen Teil des Landkreises Schwabmünchen geworden; die Einwohnerzahl war seitdem um ein Drittel auf 9200 gestiegen.
Als Problem sah Bürgermeister Alois Häring die nicht ausreichende Zahl von Fremdenbetten, denn auch aus der französischen Partnerstadt Aniche erwartete man für das große Fest eine stattliche Delegation. Die Hoffnung, dass die Einwohnerzahl von 10.000 erreicht würde, erfüllte sich zunächst aber noch nicht.
„Es wäre besonders attraktiv, wenn bis 1969 auch das schon seit Längerem geplante Hallenbad entstehen würde“, heißt es im regen Schriftverkehr von 1967. Im folgenden Jahr wurde es dann ernst: Das Landratsamt mahnte die Bobinger, möglichst bis Weihnachten 1968 alle erforderlichen Karten und Fotos, Protokolle und Urkunden beim bayerischen Innenministerium einzureichen. Am 21. Januar 1969 stellte der Marktgemeinderat einen offiziellen Antrag; begründet wurde er unter anderem mit der Fertigstellung großer kommunaler Baumaßnahmen von überörtlicher Bedeutung.
Das Festprogramm begann am 10. Mai 1969; es gab eine Serenade mit Zapfenstreich, Ausstellungen und Vorträge, Festschrift und Feuerwerk, sportliche Wettkämpfe und am 26. Juli einen Festakt vor dem Rathaus, bei dem Innenminister Bruno Merk die ersehnte Urkunde an Bürgermeister Häring überreichte.
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