Neues Bad in Bobingen erst in einigen Jahren

Für ein neues Hallenbad hat der Werkausschuss grünes Licht gegeben. Foto: Stöbich
Bobingen : Bobingen | Viele Fragen für das Millionenprojekt sind noch zu klären

Was sich schon seit längerer Zeit abgezeichnet hat, ist jetzt offizielle Gewissheit: Das marode Hallenbad Aquamarin soll nicht mehr saniert, sondern in einigen Jahren am bisherigen Standort in Bobingen neu gebaut werden. Das empfiehlt der Werk- und Betriebsausschuss den Mitgliedern des Stadtrats, die sich ebenfalls ausführlich mit dem Millionenprojekt beschäftigen. Wie ein neues Bad genau aussehen und was es kosten soll, steht bisher nicht fest. Klar ist dagegen, dass mit dem Start der kommenden Sommersaison sämtliche Preise für Hallen- und Freibad steigen werden.

Bereits seit 2014 reden sich die Kommunalpolitiker in Bobingen die Köpfe heiß, rechnen und streiten seither ohne konkrete Ergebnisse. Wegen zu hoher Kosten wurden alle bisherigen Pläne und Überlegungen verworfen (wir berichteten), so dass jetzt wieder ganz von vorn diskutiert wird. Der Anregung der CSU-Fraktion, ein zweites Gutachten in Auftrag zu geben, will die Stadtverwaltung nicht folgen, aber eine schulaufsichtliche Genehmigung bei der Regierung von Schwaben beantragen. Von ihr erhofft man sich ebenso beträchtliche Zuschüsse wie vom Landkreis; Voraussetzung für die Förderung ist eine sogenannte Doppelübungsstätte, das heißt ein 25 Meter-Becken mit fünf Bahnen.

Preise werden erhöht

Schon für das bestehende Bad will Bobingen mit den Schulen und Vereinen kostendeckende, also höhere Preise aushandeln. Der Werkausschuss sprach sich für eine Anpassung ab der kommenden Wintersaison für Vereine aus; bisher mussten sie pro Doppelstunde im Hallenbad 77 Euro bezahlen, künftig werden es 90 Euro sein. Die Hallen- und Freibadpreise werden ab der Sommersaison angeglichen; eine Einzelkarte soll dann 4,20 statt bisher 3,50 Euro kosten, die Familienkarte zehn statt 8,50 Euro.

Die alten Preise hatten seit Oktober 2013 gegolten. Während der ermäßigte Tarif für Schüler, Auszubildende und Studenten künftig bis zum vollendeten 25. Lebensjahr gewährt wird, entfällt die Ermäßigung für Kurzzeitbesucher ab 17 Uhr. Kinder bis zum vollendeten sechsten Lebensjahr haben freien Eintritt in Hallen- und Freibad.
In der Diskussion sagte Herwig Leiter (CSU), seine Fraktion gehe von Gesamtkosten in Höhe von rund zehn Millionen für den Neubau aus. Dann könnte der Eigenanteil der Stadt bei etwa sechs Millionen Euro liegen, je nachdem, wie hoch die erhofften Zuschüsse ausfallen. Zwei Zahlen, die man bisher nicht kennt, werden bei den kommenden Beratungen eine wichtige Rolle spielen: Betriebs- und Personalkosten sollen möglichst niedrig gehalten werden. Letztere hängen vor allem von den Öffnungszeiten ab, die der Stadtrat festlegt. Kompromisse bei der Sicherheit der Badegäste dürfe es aber nicht geben, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung. Sie schlägt zum erforderlichen Personaleinsatz ein Gutachten der deutschen Gesellschaft für das Badewesen vor.

Planungen: Baubeginn im März 2020?

Es gibt zum Neubau also noch jede Menge Diskussionsbedarf für die Stadträte. Wenn bis Ende September 2018 der Förderantrag mit Entwurfsplanung bei der Regierung eingereicht wird, ist mit der Genehmigung des vorzeitigen Baubeginns im Frühjahr 2019 zu rechnen. Den tatsächlichen Start der Arbeiten schlägt die Verwaltung für März 2020 vor, damit für die Wintersaison 2019/20 größtenteils noch ein Hallenbad in Bobingen zur Verfügung steht. Ob die veraltete und anfällige Technik allerdings noch so lange durchhält, kann niemand sagen. Ersatzteile gibt es kaum noch, wenn etwas kaputt geht.

Das zuletzt in den 1980er-Jahren generalsanierte und später an Ausstattung modernisierte Hallenbad umfasst momentan ein 25 Meter langes Schwimmerbecken, ein halb so großes Nichtschwimmerbecken sowie einen Kleinkinderbereich und zwei Whirlpools. Es ist mit dem Freibad nur räumlich und personell verbunden, gemeinsam gibt es für beide Einrichtungen bisher nur eine Wärmeversorgung.
Die Frage, wie es mit dem städtischen Hallenbad weitergehen soll, bewegt nicht nur viele Bürger in Bobingen, sondern ebenso in benachbarten Kommunen wie Königsbrunn oder Wehringen. Mehr als 2000 Menschen hatten vergangenes Jahr einen offenen Brief unterschrieben und die Stadträte aufgefordert, „über parteipolitische Grenzen hinweg sachlich und konstruktiv eine Lösung für den Erhalt des Bades zu finden“.

Aquamarin erhalten

Initiiert hatte diese Aktion Hermann Paulin, der Schwimmtrainer beim TSV Bobingen und Mitglied der Wasserwacht ist. „Ich wollte ein Zeichen setzen und deutlich machen, dass der Fortbestand unseres Aquamarin vielen Leuten am Herzen liegt“, sagt er. Unter anderem sei das Bad wichtig für Ausbildung und Training zur Wasserrettung im Raum Bobingen.

Der Werkausschuss beschloss, das Aquamarin dieses Jahr frühestens ab 25. Mai zu öffnen; die Freibadsaison wird dann bis zum Ende der Sommerferien am 10. September dauern. Nach einer Vorbereitungsphase für den Hallenbad-Betrieb soll dieser am 7. Oktober beginnen.
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