Seniorentag bietet Infos und Spaß

Turnen mit Musik
 
Der Bürgermeister (links) turnt mit.

Viele Senioren und ihre Angehörigen informierten sich am vergangenen Samstag beim Seniorentag über wichtige Themen. Zwischendurch wurde für Bewegung gesorgt.

Kaum war der zweite Königsbrunner Seniorentag eröffnet, schallte flotte Musik durch den Saal des Evangelischen Gemeindezentrums und Winfried Schweickart vom Kneippverein Königsbrunn zeigte auf der Bühne Gymnastikübungen im Takt. Seine Bewegungsfreude wirkte so ansteckend, dass bald Besucher, Standbetreuer, Veranstalter, Bürgermeister Franz Feigl und Pfarrer Bernd Leumann im Rhythmus der Musik mitturnten. Zuvor hatte Feigl die Besucher begrüßt und allen Beteiligten für ihre Arbeit gedankt. Sein besonderer Dank galt denjenigen, die ehrenamtlich dabei waren.
Landrat und Bezirkstagspräsident Martin Seiler lobte in seinem Grußwort die Veranstaltung mit ihrem einmaligen Angebot und dankte allen Helfern für ihre Arbeit nicht nur an diesem Tag, sondern das ganze Jahr hindurch. Er berichtete von Engpässen im Bereich Kurzzeitpflege und sagte, der Landkreis werde hierfür zukünftig mehr Geld bereit stellen, um die benötigte Anzahl von Fachkräften anwerben zu können. Durch das Programm führte Otto Müller, der Vorsitzende des Ortsvereins der AWO. Er hatte die Veranstaltung auf die Beine gestellt, unterstützt von Brigitte Holz, der Referentin des Stadtrats für Senioren und Soziales, Jürgen Müller von der Zeitbörse, Werner Zahn von der Freiwilligen-Agentur, Holger Repenning, dem Leiter des AWO-Seniorenheims, und Klaus Förster, dem Leiter des städtischen Amtes für Ordnungswesen und Soziales.
Frauenkreis St. Johannes, Seniorenkreis und private Unterstützer hatten für ein langes Buffet voller Torten und Kuchen gesorgt, im Außenbereich wurden von der AWO Bratwurst und Co. angeboten. Von 11 bis 16 Uhr wechselten Mitmachangebote wie Gymnastik oder Qi Gong im Saal und Expertenvorträge im Nebenraum einander ab im Halbstundentakt. Gleichzeitig boten rund 20 Infostände die Gelegenheit, mit Anbietern vieler Dienstleistungen für Senioren zu sprechen. Um Freizeit- und Gesundheitsangebote ging es etwa an den Ständen von Kneippverein, Volkshochschule oder Freiwilligen-Agentur. Die verschiedenen Seniorenwohnanlagen und -heime in der Stadt stellten sich vor. Über Beratung und Unterstützung von staatlichen Stellen informierten der Bezirk Schwaben und das Landratsamt. Auch nichtstaatliche Einrichtungen wie der Hospizverein Christrose waren dabei.
Am Infostand der Stadt wurden gratis Notfalldosen verteilt. Solche Dosen enthalten ein Papier mit allen wichtigen medizinischen Angaben über ihren Besitzer. Dazu gehört ein Aufkleber mit der Information, wo in der Wohnung die Dose verwahrt wird. Der Aufkleber wird gut sichtbar in der Nähe der Wohnungstür angebracht. Sollten einmal Rettungssanitäter in die Wohnung des Besitzers kommen, finden sie mithilfe des Aufklebers die Dose und haben so schnell die vielleicht lebensrettenden Informationen zur Hand.

Vorträge von Experten

Den ersten Vortrag des Tages hielt Silvia Seitz, eine der Koordinatorinnen im Hospizdienst des Hospizvereins Christrose. Der Verein betreut Schwerstkranke und Sterbende sowie deren Angehörige und Freunde ohne Ansehen der Religion. 43 ehrenamtliche Helfer besuchen die Hilfesuchenden zu Hause, im Seniorenheim oder im Krankenhaus. Sie sind für diese Aufgabe ausgebildet worden und erhalten Unterstützung von den hauptamtlichen Mitarbeitern des Vereins.
Besonders großen Zulauf hatte der Vortrag von Dr. Jochen Wittig, dem Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie bei den Wertachkliniken, über „Entstehung und Therapiemöglichkeiten der Arthrose des Hüftgelenks“. Weitere Vorträge drehten sich um Musizieren mit Senioren und um Ernährung im Alter. Anke Birke von der Beratungsstelle der Sozialverwaltung beim Bezirk Schwaben sprach über die Kosten, die im Pflegefall auf die Betroffenen und deren Angehörige zukommen. Ihr Fazit am Ende lautete: Man sollte so lange wie möglich zu Hause pflegen und alle Hilfsangebote für Hausarbeit und Pflege nutzen, denn ein Heimplatz ist auf jeden Fall teurer, er kostet etwa 2200 Euro pro Monat. Wenn dafür finanzielle Hilfe vom Staat gebraucht wird, müssen Ehegatten und Kinder ihre finanziellen Verhältnisse völlig offen legen und sich bis zu bestimmten Freibeträgen an den Kosten beteiligen. Enkel und Schwiegerkinder werden nicht herangezogen.
Als das Tortenbuffet leer war, bot der Generationenchor das letzte Mitmachangebot des Tages an: gemeinsames Singen, am Klavier begleitet von Chorleiter Christian Toth, dem Kulturreferenten des Stadtrats. Die Liedtexte wurden an die Wand projiziert und alle Anwesenden, etwa 70 Besucher im Saal und 20 Chormitglieder auf der Bühne, stimmten gerne ein in Evergreens vom Volkslied über Reinhard Mey bis zu den Capri-Fischern.
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